Die erlesene Nation

Eine Frage der Identität – Heinrich Heine im Schulunterricht in der frühen DDR

Astrid Hennings Diskursanalyse rekonstruiert den Zusammenhang zwischen der staatlichen Herrschaftssicherung in der DDR und der emotionalen Identifizierung mit Heinrich Heine als literarischen Klassiker.

Anhand der Heine-Rezeption im Schulunterricht der DDR zeichnet sie die Herausbildung einer emotionalen nationalen Identität nach, die es dem Subjekt erlaubt, sich als Teil einer Gemeinschaft zu fühlen, indem es eine imaginierte Kultur als die eigene akzeptiert.

Der Band liefert somit wichtige Erkenntnisse über die Implementierung nationaler Identitätspraktiken und macht die Theorien der Identitäts- und Subjektivitätsforschung auch für ein nicht akademisches Publikum zugänglich.

32,80 € *

2011-09-26, 320 Seiten
ISBN: 978-3-8376-1860-0

Sofort versandfertig,
Lieferzeit 3-5 Werktage innerhalb Deutschlands

Preise inkl. Mehrwertsteuer. Versandkostenfreie Lieferung innerhalb Deutschlands, für Ausnahmen siehe Details.

Mengenrabatt

Weiterempfehlen

Astrid Henning

Astrid Henning, Universität Hamburg und Universität Oldenburg, Deutschland

... mit Astrid Henning

1. »Bücher, die die Welt nicht braucht.« Warum trifft das auf Ihr Buch nicht zu?

Nationale Emotionen und Zugehörigkeiten sind im globalen Zeitalter keineswegs obsolet geworden. Umso notwendiger ist es, wissenschaftliche Erkenntnisse zur nationalen Identitätskonstruktion einem nicht-akademischen Publikum zugänglich zu machen. Schließlich eröffnen wissenschaftliche Forschungen Handlungs- und Denkoptionen, durch die als natürlich und normal erachtete Selbstbilder in Frage gestellt und verändert werden können.

2. Welche neuen Perspektiven eröffnet Ihr Buch?

Die Perspektive, eine individuelle und kollektive Identität von den klassischen Ideologiemustern der Moderne (Klasse, Hautfarbe, Geschlecht) zu befreien, ist keineswegs neu. Umso erstaunlicher ist nach wie vor, wie wenig Resonanz dieses wissenschaftliche Forschungsfeld in den politischen und privaten Praktiken der Gesellschaft erfährt. Außerhalb einiger intellektueller und künstlerischer Bereiche gelten diese Identitätsparadigmen noch immer als verteidigungswürdig und als normgebend. Insofern schlägt das Buch eher in eine Kerbe jener wissenschaftlichen Forschungen, die ihre Ergebnisse zur politischen Praxis machen will. Nationale Identität in Frage zu stellen, bedeutet schließlich konkrete Alltagspraktiken und politische Systeme (Migrationsregime, staatliche Ideologie etc.) zu kritisieren und von dort aus alternative Handlungsoptionen denkbar zu machen.

3. Welche Bedeutung kommt dem Thema in den aktuellen Forschungsdebatten zu?

Mit der vorliegenden Untersuchung wurde Michel Foucaults Subjekttheorie zum ersten Mal auf die zentralistischen Staatsregierungen der sozialistischen Staaten übertragen. Die ursprüngliche Bedeutung seiner Ideologiekritik kapitalistischer Staatsideologien wird angesichts einer zunehmenden Zentralisierung der Staaten schwieriger als politische Strategie anzuerkennen. Gerade die Übertragung seiner Subjekttheorie auf die zentralistischen Staatssysteme des Ostblocks eröffnet daher eine Chance, diese Ideologie- und Identitätskritik im gegenwärtigen politischen Raum wieder zur politischen Handlung werden zu lassen.

4. Mit wem würden Sie Ihr Buch am liebsten diskutieren?

Mit einem Fan wahlweise von Mia, Nena oder ›Peter Fox.

5. Ihr Buch in einem Satz:

Nationale Identität ist nicht das Fehlen von Bildung, sondern das Produkt der schulischen und staatlichen Erziehung.

Besprochen in:
Das Historisch-Politische Buch, 60/4 (2012), Helmut Grieser
GERMANISTIK, 52/3-4 (2012)
Autor_in(nen)
Astrid Henning
Buchtitel
Die erlesene Nation Eine Frage der Identität – Heinrich Heine im Schulunterricht in der frühen DDR
Verlag
transcript Verlag
Seitenanzahl
320
Ausstattung
kart.
ISBN
978-3-8376-1860-0
DOI
10.14361/transcript.9783839418604
Warengruppe
1563
BIC-Code
DSB HBLW JNA
BISAC-Code
LIT004170 HIS037070 EDU016000
THEMA-Code
DSB JNB
Erscheinungsdatum
2011-09-26
Auflage
1
Themen
Bildung, Literatur
Adressaten
Literaturwissenschaft, Soziologie, Geschichtswissenschaft sowie die an DDR-Kulturgeschichte interessierte Öffentlichkeit
Schlagworte
Identität, Heinrich Heine, Nationalismus, DDR, Schulunterricht, Literaturrezeption, Literatur, Bildung, Germanistik, Geschichte des 20. Jahrhunderts, Bildungsgeschichte, Zeitgeschichte, Literaturwissenschaft

Unsere Website verwendet Cookies, um bestimmte Funktionen bereitzustellen.

Datenschutzerklärung