Stadt und Kontrolle

Der Diskurs um Sicherheit und Sauberkeit in den Innenstädten

Eine Thematisierung sozialer Kontrolle bedarf urbanistischer Reflexion – ebenso wie eine Thematisierung von Stadt systematisch Aspekte sozialer Kontrolle mitdenken muss.

Im Rahmen einer wissenssoziologischen Diskursanalyse zeigt Guido Lauen, wie die symbolische und materielle Ordnung einer urbanen Gesellschaft über den Diskurs um Sicherheit und Sauberkeit in den Innenstädten stadtbezogenes Wissen herstellt, transportiert, legitimiert und verändert. Hierzu beschreibt er die Prozesse der sozialen Konstruktion und Weitergabe von Deutungs- und Handlungsstrukturen in städtischen und kontrollbezogenen Institutionen, Organisationen oder Einrichtungen wie der Polizei, dem Recht oder der Architektur und geht auf die gesellschaftlichen Wirkungen dieser Prozesse ein.

36,80 € *

2011-09-12, 618 Seiten
ISBN: 978-3-8376-1865-5

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Guido Lauen

Guido Lauen, Universität Köln, Köln, Deutschland

... mit Guido Lauen

1. »Bücher, die die Welt nicht braucht.« Warum trifft das auf Ihr Buch nicht zu?

Weil man »Stadt und Kontrolle« perspektivisch differenziert entnehmen kann, wie über Stadt gesprochen wird und welche Wissensbestände über die Probleme von Sicherheit und Sauberkeit hegemonial werden. Wenn man die auf »Stadt und Kontrolle« in den unterschiedlichen Medien und Foren geführten Diskurse verfolgt, wird deutlich, dass die in dem Buch behandelten Zusammenhänge immer wieder auftauchen – ohne allerdings systematisch reflektiert zu werden. Auch politische Akteure berufen sich auf Deutungen von Stadt, problematisieren Orte und Personengruppen, wenn Sicherheit und Sauberkeit thematisiert werden. Deshalb ist das Buch auch von hoher politischer Relevanz.

2. Welche neuen Perspektiven eröffnet Ihr Buch?

Häufig werden die einzelnen Perspektiven, die mit Sicherheit und Sauberkeit in den Innenstädten verbunden sind, isoliert von einander betrachtet. In »Stadt und Kontrolle« wird der Versuch unternommen, eine Vielzahl von sozial- und kulturwissenschaftlichen Perspektiven im Zusammenhang zu betrachten, um der Komplexität des Diskurses und der damit verbundenen Probleme gerecht zu werden. Dabei ist insbesondere der systematische Zusammenhang von urbaner Lebensweise und sozialer Kontrolle von Bedeutung, der sich aus dieser Zusammenschau erschließt.

3. Welche Bedeutung kommt dem Thema in den aktuellen Forschungsdebatten zu?

Zunächst werden die bislang in den einzelnen Perspektiven vorliegenden Diskussionsstände zusammengetragen und in einen breiteren Kontext gestellt. Auf diese Weise lässt sich das Buch auch als Sammlung bislang nur lose miteinander in Beziehung gesetzter Beiträge lesen. Hinzukommen systematische und theoriegeleitete Betrachtungen, z.B. zu aktuellen Entwicklungen in den Institutionen urbaner Sozialkontrolle, dem Recht und der Architektur.

4. Mit wem würden Sie Ihr Buch am liebsten diskutieren?

Sicherlich spannend wäre die Diskussion mit Akteuren, die aktuell mit den im Buch angesprochenen Problemlagen konfrontiert sind. Dies könnten Vertreter der Kommunalpolitik, Vertreter/innen des Einzelhandels oder der städtischen Ordnungsbehörden, Stadtplaner/innen, Vertreter/innen karitativer Einrichtungen, Nutzergruppen oder Anwohner/innen sein. Die Presse berichtet regelmäßig von Nutzungskonflikten in den Innenstädten, in denen alle Beteiligten jeweils aus ihrer isolierten Perspektive argumentieren und agieren. Es täte meines Erachtens den nicht selten erbittert geführten Diskussionen gut, die Problematik in einem breiteren Kontext zu stellen. So würde sich u.a. zeigen, dass Nutzungskonflikte ebenso wie die Möglichkeiten und auch Schattenseiten konstitutiv für urbanes Leben sind – und sich nicht durch scheinbar einfache Lösungen aus der Stadt schaffen lassen.

5. Ihr Buch in einem Satz:

Eine Thematisierung sozialer Kontrolle bedarf urbanistischer Reflexion – ebenso wie eine Thematisierung von Stadt systematisch Aspekte sozialer Kontrolle mitdenken muss.

»Mit diesem Buch [liegt] eine anspruchsvolle Theoriegeschichte des Denkens über das Urbane vor, die die unterschiedlichen Diskurse auffächert und ihre Konvergenzen und Widersprüche ausleuchtet.«
Aldo Legnaro, Krim. Journal, 45/3 (2013)
»Das Werk [ist] umfangreich und detailliert, gibt interessante Impulse für methodisches Vorgehen und theoretische Ansätze. [...]
Der Autor trägt zu einer Versachlichung des Diskurses bei, insofern sind dem Buch viele Leser gerade im Bereich der Entscheidungsträger in den Städten zu wünschen.«
Dr. Frank Überall, socialnet.de, 17.07.2012
»Die klare Struktur des Buches [...] macht es zu einem wertvollen Begleiter für alle Lehrenden und Lernenden, die an einer intellektuellen Diskussion im transdisziplinären Forschungsfeld aus Stadtsoziologie und Kriminologie interessiert sind.«
Günter Stummvoll, SWS-Rundschau, 52/1 (2012)
Besprochen in:

Planerin, 5 (2011)
www.urbane-transformationen.de, 12 (2011)
www.sektion-stadtsoziologie.de, 1 (2012)
www.stadtnachacht.de, 1 (2012)
GiwK-Mitteilungen, 1 (2012)
forum kriminalprävention, 1 (2012)
Stadt und Raum, 3 (2012)
Stadt und Raum, 4 (2012)
www.stadtumbau-ost.INFO, 21/2 (2013)
Autor_in(nen)
Guido Lauen
Buchtitel
Stadt und Kontrolle Der Diskurs um Sicherheit und Sauberkeit in den Innenstädten
Verlag
transcript Verlag
Seitenanzahl
618
Ausstattung
kart.
ISBN
978-3-8376-1865-5
DOI
10.14361/transcript.9783839418659
Warengruppe
1725
BIC-Code
JFSG JKV
BISAC-Code
SOC026030 SOC004000
THEMA-Code
JBSD JKV
Erscheinungsdatum
2011-09-12
Auflage
1
Themen
Stadt
Adressaten
Stadtsoziologie, Kriminologie, Rechtssoziologie, Architektur, Kulturwissenschaften sowie die an Kommunalpolitik interessierte Öffentlichkeit
Schlagworte
Stadt, Soziale Kontrolle, Gouvernementalität, Diskursanalyse, Ausgrenzung, Urban Studies, Kriminalsoziologie, Wissenssoziologie, Soziologie

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