Frieden stiften durch Theater

Konfessionalismus und sein Transformationspotential: interaktives Theater im Libanon

Kann interaktives Theater Frieden stiften? Der Konfessionalismus im Libanon ist geprägt durch die Gewalterfahrung des Bürgerkrieges. Mit einem innovativen Ansatz zur Analyse dieses klientelistischen Konfessionalismus zieht Hannah Reich ein libanesisches Projekt zur Friedensbildung durch interaktives Theater heran. Sie erweitert und konkretisiert hierzu die Theorien des Aktionsforschers Kurt Lewin um die Dimension des Performativen, indem sie das Konzept des »ästhetischen Raums« nach Augusto Boal hinzunimmt. So gelingt eine Mikroperspektive auf den Konfessionalismus, der Transformationspotentiale offenlegt und zeigt, wie der Gruppenprozess des Forumtheaters Einblicke in den alltäglichen Konfessionalismus geben und das sozialgeographische Methodenrepertoire bereichern kann.

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2013-11-12, 332 Seiten
ISBN: 978-3-8376-1910-2

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Hannah Reich

Hannah Reich, Institut für Auslandsbeziehungen (ifa) Stuttgart, Deutschland

... mit Hannah Reich

1. »Bücher, die die Welt nicht braucht.« Warum trifft das auf Ihr Buch nicht zu?

Es leistet wertvolle Erkenntnisse über Transformationsprozesse, dadurch, dass es Wissen aus der Praxis der Friedensbildung und der interaktiven Theaterarbeit in die Wissenschaft bringt.

2. Welche neuen Perspektiven eröffnet Ihr Buch?

Es richtet den Blick der Analyse von Beziehungsbildung einerseits auf das Wissen unseres Körpers, das häufig unbewusst ist. Andererseits öffnet es unsere Wahrnehmung für den Zwischenraum, das Feld zwischen den Interagierenden, was u.a. durch unsere Haltungen, Einstellungen und Sichtweisen aufgespannt wird und welches den Klang, die Farbe und damit auch das Ergebnis der Handlung massiv beeinflusst. Transformationsprozesse verlangen eine Anerkennung und Wahrnehmung dieses subtilen Feldes.

3. Welche Bedeutung kommt Ihrem Buch in der aktuellen Forschungsdebatte zu?

Dieses Buch setzt an dem ›performativen turn‹ an und nimmt mit ihm den verlorengegangenen Faden der Aktionsforschung wieder auf, ohne in einen Aktionismus zu verfallen. Dies gelingt ihm, indem es Theorien von Kurt Lewin weiter denkt und mit Theorien aus der interaktiven Theaterarbeit von Augusto Boal verknüpft.

4. Mit wem würden Sie Ihr Buch am liebsten diskutieren?

Mit Menschen, die Wissen über Transformationsprozesse auch außerhalb wissenschaftlicher Diskurse suchen und sich der Praxis zuwenden. Mit Personen, die an sozialen Wandlungsprozessen interessiert sind und Methoden der Bewusstseinsbildung in Gruppenprozessen anwenden. Mit Aktionsforschern, Aktivisten der Interaktiven Theaterarbeit und mit Profis der Friedensbildung. Mit Leuten, die die Kunst der Beziehungsbildung ernst nehmen und das Feld ›dazwischen‹ gestalten, welches subtil und bestimmt die Entwicklungen beeinflusst.

5. Ihr Buch in einem Satz?

Es eröffnet einen Weg, gesellschaftliche Methoden der Wissensgenerierung, die in der praktischen Friedensarbeit angewendet werden, in die Wissenschaft zu integrieren und den vielfach vorzufindenden Dualismus von Akademia und Praxis zu versöhnen.

»Eine spannende und erkenntnisreiche Lektüre für Forscher und Praktiker im sozialen Feld, sie regt an, sich über die Grenzen der eigenen wissenschaftlichen und praktischen Verortung hinweg zu bewegen und das Potenzial des Performativen zu erfahren.«
Linda Ebbers, http://www.shabka.org, 16.07.2014
Besprochen in:

Zeitschrift für Theaterpädagogik, 10 (2014), Ole Hruschka
Autor_in(nen)
Hannah Reich
Buchtitel
Frieden stiften durch Theater Konfessionalismus und sein Transformationspotential: interaktives Theater im Libanon
Verlag
transcript Verlag
Seitenanzahl
332
Ausstattung
kart.
ISBN
978-3-8376-1910-2
DOI
10.14361/transcript.9783839419106
Warengruppe
1662
BIC-Code
RGC JFSR2 AN
BISAC-Code
SOC015000 SOC049000 PER011020
THEMA-Code
RGC QRPP ATD
Erscheinungsdatum
2013-11-12
Auflage
1
Themen
Islam, Theater, Gewalt
Adressaten
Kulturgeographie, Friedens- und Konfliktforschung, Ethnologie, Islamwissenschaft, Theaterwissenschaft, Pädagogik, Aktionsforschung
Schlagworte
Libanon, Konflikt, Theater, Religion, Ästhetischer Raum, Konfessionalismus, Aktionsforschung, Klientelismus, Gewalterfahrung, Kulturgeographie, Augusto Boal, Kurt Lewin, Islam, Gewalt, Sozialgeographie, Islamwissenschaft, Theaterwissenschaft, Raum, Geographie

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