Begründungsmuster weiblicher Genitalverstümmelung

Zur Vermittlung von Kulturrelativismus und Universalismus

Die Auseinandersetzungen um Universalismus und Kulturrelativismus weisen eine lange und kontroverse Geschichte auf. Janne Mende nimmt die Spezifika beider Seiten in den Blick und eröffnet damit eine Verhältnisbestimmung, die weder einen Zugang hypostasiert noch das gesamte Feld verlässt. Entlang inhaltlicher und moralphilosophischer Dimensionen konturiert sie die Konzepte in ihrer Vermitteltheit und verdeutlicht anhand der Praxis der Genitalverstümmelung die Stärken einer reflexiven Sozialwissenschaft: Eine solche kann sich jenseits von relativistischer Gleichgültigkeit und universalistischer Dominanz verorten und sich kontextsensibel an der unhintergehbaren Forderung orientieren, Leiden zu vermindern.

28,80 € *

2011-08-26, 212 Seiten
ISBN: 978-3-8376-1911-9

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Janne Mende

Janne Mende, Universität Gießen, Deutschland

... mit Janne Mende

1. »Bücher, die die Welt nicht braucht.« Warum trifft das auf Ihr Buch nicht zu?

Die Welt braucht die Verminderung von Leiden – nicht mein Buch. In meinem Buch allerdings stelle ich dar, inwiefern solch ein Ziel unterschiedlich akzentuiert wird und warum entsprechende Bemühungen auch scheitern können. Das Buch gibt Antworten auf Fragen, die im Zeitalter kulturell begründeter Konflikte an Brisanz noch zunehmen werden. Dennoch ist es nicht einfach eine statische und starre Gebrauchsanweisung. Eine eigene Reflexion ist unabdingbar für Offenheit und Veränderung.

2. Welche neuen Perspektiven eröffnet Ihr Buch?

Übliche Perspektiven geraten allzu schnell in Sackgassen. Relativierendes Akzeptieren von Leiden ist ebenso zu kritisieren wie der Gedanke einer westlichen, überlegenen Leitkultur. Die Stärken beider Seiten ernst zu nehmen, ihre Schwächen aber zu erkennen und aufzuheben: Darin liegt die Perspektive auf einen möglichen Umgang mit Problemfeldern, die sich in diesem Spannungsfeld ansiedeln.

3. Welche Bedeutung kommt dem Thema in den aktuellen Forschungsdebatten zu?

In zweierlei Hinsicht knüpft das Buch an aktuelle Debatten an. Das Thema der Genitalverstümmelung/Genitalbeschneidung sorgt nach wie vor für höchst kontroverse Diskussionen. Darüber hinaus scheint die Frage nach dem Umgang mit Kulturrelativismus und Universalismus in zahlreichen Auseinandersetzungen immer noch ein ungelöstes Problem darzustellen, das nicht einfach übergangen werden kann.

4. Mit wem würden Sie Ihr Buch am liebsten diskutieren?

Eine spannende und produktive Diskussion verspreche ich mir von vielen Sozialwissenschaftler/-innen, Mediziner/-innen, Engagierten und Interessierten. Hier nur einige Namen herauszugreifen, würde den Anderen Unrecht tun.

5. Ihr Buch in einem Satz:

Nicht die Dichotomie von Universalismus und Kulturrelativismus steht zur Debatte, sondern ihre Vermittlung in der Frage nach der Verminderung von Leiden.

»Die Autorin [hat] das vermutlich reflektierteste Buch zu seinen beiden Themen, dem Verhältnis von Kulturrelativismus und Universalismus sowie weiblicher Genitalverstümmelung vorgelegt. Ein vergleichbar instruktives Buch hierzu wird sich so schnell nicht finden lassen.«
Rolf Löchel, www.literaturkritik.de, 12 (2012)
»Die Autorin [hat] das vermutlich reflektierteste Buch zu seinen beiden Themen, dem Verhältnis von Kulturrelativismus und Universalismus sowie weiblicher Genitalverstümmelung vorgelegt.«
Rolf Löchel, www.literaturkritik.de, 12 (2012)
Der Erkenntnisgewinn der Analyse geht über die spezifische Thematik der ›Exzision‹ hinaus und kann grundsätzlich als produktive Grundlage für die Auseinandersetzung mit so genannten ›harmful traditional practices‹ herangezogen werden.«
Antje Krueger, Zeitschrift für Menschenrechte, 6/1 (2012)
»Eine lesenswerte, kenntnisreiche und doch kompakte Darstellung der Begründungsmuster der weiblichen Genitalverstümmelung.«
Mathis Danelzik, KULT_online, 31.07.2012
»[Eine] detailreiche und kritische Analyse der zentralen Argumentationslinien um die Praxis der weiblichen Genitalverstümmelung.
Als besonderer Verdienst lässt sich vor allem der umfassende und differenzierte Einblick in historische und aktuell vorherrschende Debatten auszeichnen.«
Maria Scholze, www.querelles-net.de, 13/2 (2012)
»Ein dichtes Werk, das eine kulturelle Praxis aus unterschiedlichsten Perspektiven eingehend analysiert.«
Petra M. Springer, Stimme, 82 (2012)
»Auch für Kennerinnen der Diskussion neue Aspekte.«
WeiberDiwan, 2 (2011)
Besprochen in:
www.socialnet.de, 17.11.2011, Jos Schnurer
Autor_in(nen)
Janne Mende
Buchtitel
Begründungsmuster weiblicher Genitalverstümmelung Zur Vermittlung von Kulturrelativismus und Universalismus
Verlag
transcript Verlag
Seitenanzahl
212
Ausstattung
kart.
ISBN
978-3-8376-1911-9
DOI
Warengruppe
1739
BIC-Code
JPVH JFC JHMC
BISAC-Code
POL035010 SOC022000 SOC002010
THEMA-Code
JPVH JBCC JHMC
Erscheinungsdatum
2011-08-26
Auflage
1
Themen
Gewalt, Geschlecht, Körper
Adressaten
Soziologie, Kulturwissenschaft, Ethnologie, Philosophie, Politikwissenschaft, Sozial- und Kulturanthropologie
Schlagworte
Genitalverstümmelung, FGM, FGC, Kulturrelativismus, Universalismus, Kultur, Identität, Kritische Theorie, Körper, Gender, Gewalt, Menschenrechte, Kulturtheorie, Ethnologie, Kulturwissenschaft

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