Stadt – Mord – Ordnung

Urbane Topographien des Verbrechens in der Kriminalliteratur aus Ost- und Mitteleuropa

Auch für den Krimi gilt: Der Westen Europas kennt den Osten selten gut – dennoch ist er von ihm fasziniert. Neben westlichen Krimis werden immer mehr Geschichten aus dem Osten gelesen, die ›dort‹ oder ›hier‹ geschrieben werden. Breslau, Budapest, Kiew, Moskau, Prag, Triest und Zagreb werden zu Krimi-Schauplätzen. Für jede dieser Städte wird eine spezifische Topographie des Verbrechens produziert, die zwischen historischer, mythischer und touristischer Darstellung schwankt.

Die Beiträge in diesem Band untersuchen, wie sich Krimiautoren – kritisch oder klischeehaft – mit den Ordnungskomplexen Gewalt, Gerechtigkeit und Moral auseinandersetzen. Diese Themen sind einerseits genretypisch, weisen aber andererseits in Ost- und Mitteleuropa eine wendebedingte Brisanz auf.

34,80 € *

2012-10-11, 312 Seiten
ISBN: 978-3-8376-1918-8

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Matteo Colombi

Matteo Colombi, Geisteswissenschaftliches Zentrum Geschichte und Kultur Ostmitteleuropa (GWZO) Leipzig, Deutschland

... mit Matteo Colombi

1. »Bücher, die die Welt nicht braucht.« Warum trifft das auf Ihr Buch nicht zu?

Die Welt bräuchte vor allem keine Verbrechen mehr. Solange es sie aber gibt (und vielleicht auch wenn es keine mehr gäbe), wird die Kriminalliteratur sie auch darstellen und darüber phantasieren. Unser Sammelband hilft Krimilesern und anderen Literaturinteressierten zu verstehen, wo, wie, worüber, warum und für wen Krimis in Ost- und Mitteleuropa heute geschrieben werden.

2. Welche neuen Perspektiven eröffnet Ihr Buch?

Es zeigt, auf welche Art und Weise sich der Krimi mit Wende und Post-Sozialismus auseinandergesetzt hat. Die Neuigkeit des Buchs besteht in seiner komparatistischen Leistung: Es ist die erste breit angelegte slawistische Arbeit in deutscher Sprache über Ost- und Mitteleuropa als ›Krimi-Region‹.

3. Welche Bedeutung kommt dem Thema in den aktuellen Forschungsdebatten zu?

Es wird oft gefragt, welche die Spezifik des heutigen Ost- und Mitteleuropas sei. Was die Literatur anbelangt, geht es um das Verhältnis zwischen historisch-geographischer Besonderheit – um das, was man als ›Post-Sozialismus‹ bezeichnet – und allgemeine Tendenzen der westlichen oder sogar der global(isiert)en Literatur, die auch in Ost- und Mitteleuropa bestimmend sind. Das Buch zeigt die Komplexität dieses Verhältnisses am Beispiel der Kriminalliteratur. Der gesamte zeitgenössische Krimi neigt dazu, neben Mördern und Tätern auch Tatorte genau zu fokussieren und unterhaltsame, mal mehr und mal weniger kritische Milieustudien hervorzubringen. Der Krimi aus und über Ost- und Mitteleuropa schließt sich an diese Tendenz an, indem er das sozialistische und post-sozialistische Verbrechen zum Thema macht. Seine Darstellungen bilden dabei keine passive Repräsentation des Bestehenden, sondern sie modellieren dessen Bild auf aktive Art und Weise.

4. Mit wem würden Sie Ihr Buch am liebsten diskutieren?

Es würde sich um eine bunte Diskussionsrunde handeln, zu der sowohl lebende Intellektuelle als auch einige Geister eingeladen wären:

Marc Augé, Roland Barthes, Homi Bhabha, Elisabeth Bronfen, Roger Callois, Ernst Cassirer, Gilles Deleuze, Igor Mandi, Erika Fischer-Lichte, Michel Foucault, Frederic Jameson, Régine Robin, Marie-Laure Ryan, Werner Wolf. Einige von diesen Autoren haben nie über Kriminalliteratur geschrieben, doch erweisen sich ihre Theorien als sehr erkenntnisreich für die Untersuchung dieses Genres, wie in den verschiedenen Aufsätzen des Sammelbands gezeigt wird.

5. Ihr Buch in einem Satz:

Stadt... Mord... (Un-)Ordnung!

Besprochen in:

www.bokas.de
GERMANISTIK, 54/3-4 (2013)
Autor_in(nen)
Matteo Colombi (Hg.)
Buchtitel
Stadt – Mord – Ordnung Urbane Topographien des Verbrechens in der Kriminalliteratur aus Ost- und Mitteleuropa
Verlag
transcript Verlag
Seitenanzahl
312
Ausstattung
kart., zahlr. Abb.
ISBN
978-3-8376-1918-8
DOI
10.14361/transcript.9783839419182
Warengruppe
1568
BIC-Code
DSB
BISAC-Code
LIT004110 LIT000000
THEMA-Code
DSB
Erscheinungsdatum
2012-10-11
Auflage
1
Themen
Literatur
Adressaten
Literaturwissenschaft, Kulturwissenschaft, Slavistik, Geschichtswissenschaft, Urban Studies sowie die interessierte Öffentlichkeit
Schlagworte
Kriminalliteratur, Ostmitteleuropa, Stadt, Postmoderne, Erinnerungskultur, Topographien, Raum, Literatur, Slavistik, Allgemeine Literaturwissenschaft, Literaturwissenschaft

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