Stille Wasser – tiefe Texte?

Zur Ästhetik der Oberfläche in der Literatur des 19. Jahrhunderts

Die Oberfläche hatte gegenüber der Tiefe lange Zeit nur einen nachgeordneten Rang – das änderte sich im 19. Jahrhundert. In der Literatur gerät die Tiefe zunehmend in den Bann der Oberfläche, die die Tiefe des Sinns verbürgt. Während Schiller seine Ästhetik des Erhabenen in eine Metaphorik der Tiefe fasst, stellen die weiteren in diesem Buch untersuchten Texte von Hoffmann, Heine, Storm, Stifter, Meyer, Keller und Fontane zwar die Frage »Wie tief sind stille Wasser?«, doch sie suchen die Antwort an der Oberfläche. Im Motiv des Wassers setzen sie die Unterscheidung von Oberfläche und Tiefe als poetologische Metapher um und reflektieren so die eigene hermeneutische Verfasstheit. Die Tiefe des Textes erweist sich als Oberflächenphänomen.

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2013-06-14, 312 Seiten
ISBN: 978-3-8376-1929-4

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Vera Bachmann

Vera Bachmann, Ludwig-Maximilians-Universität München, Deutschland

... mit Vera Bachmann

1. Warum hat die Welt auf Ihr Buch gewartet?

Weil jeder das Sprichwort kennt: ›Stille Wasser sind tief‹, bisher aber kaum je die Frage gestellt wurde, welches Wissensmodell dieser Sinnspruch ausdrückt – und was das mit Texten, Exegese und unserem Selbstbild zu tun hat. Dazu muss man mit der Bibel beginnen und dann vor allem die Literatur des 19. Jahrhunderts in den Blick nehmen.

2. Welche neuen Perspektiven eröffnet Ihr Buch?

Mein Buch eröffnet neue Perspektiven auf die behandelten literarischen Texte von Schiller bis Fontane. Die vergleichende Untersuchung der Verwendung der Metaphorik von Oberfläche und Tiefe lenkt den Blick auf die autopoetische Dimension der Texte und zeigt, wie sehr gerade die Texte des Realismus die Frage nach der ›tieferen Dimension‹ der dargestellten Wirklichkeit umtrieb. Kurz: Ich zeige, mit welchen Mitteln die Texte sich mit einer spezifischen Tiefe ausstatten, die gedeutet oder interpretiert werden möchte.

3. Welche Bedeutung kommt dem Thema in den aktuellen Forschungsdebatten zu?

Mein Buch ist ein Beitrag zur Neubewertung der Epoche des bürgerlichen Realismus, wie sie in verschiedenen Forschungsarbeiten der letzten Jahre unternommen worden ist. Zugleich aber ist es auch eine allgemeine Metapherngeschichte von Oberfläche und Tiefe und erzählt nicht zuletzt eine Vorgeschichte der postmodernen Oberflächenfeier, die bis in die Gegenwart aktuell ist.

4. Mit wem würden Sie Ihr Buch am liebsten diskutieren?

Mit Theodor Fontane.

5. Ihr Buch in einem Satz:

Im Motiv des stillen Wassers reflektieren sich die Texte des 19. Jahrhunderts als textuelle Oberflächen, die eine tiefere Sinndimension verbergen.

»Mit der Konzentration auf den Antagonismus von Oberfläche und Tiefe gelingt es ihr [der Autorin], eine Perspektive vorzustellen, unter der sich die Literatur des 19. Jahrhunderts in ihren historischen Entwicklungen gewinnbringend in den Blick nehmen lässt.«
Katharina Grätz, Jahrbuch der Raabe-Gesellschaft (2017)
Besprochen in:
GERMANISTIK, 55/1-2 (2014)
Autor_in(nen)
Vera Bachmann
Buchtitel
Stille Wasser – tiefe Texte? Zur Ästhetik der Oberfläche in der Literatur des 19. Jahrhunderts
Verlag
transcript Verlag
Seitenanzahl
312
Ausstattung
kart.
ISBN
978-3-8376-1929-4
DOI
Warengruppe
1563
BIC-Code
DSB DSA
BISAC-Code
LIT004170 LIT006000
THEMA-Code
DSB DSA
Erscheinungsdatum
2013-06-14
Auflage
1
Themen
Literatur
Adressaten
Literaturwissenschaft, Medienwissenschaft, Kulturwissenschaft
Schlagworte
Oberfläche, Tiefe, Literatur, Realismus, Metapherngeschichte, Poetologie, Germanistik, Literaturtheorie, Literaturwissenschaft

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