Homo militaris

Perspektiven einer kritischen Militärsoziologie

Als politische Institution des Staates und der Gesellschaft prägt das Militär Soldaten und Zivilisten – und erzeugt den »Homo militaris«. Ulrich vom Hagen widmet sich der spezifischen Kultur des Militärs: In Verbindung der Weber'schen Herrschaftstheorie und der Bourdieu'schen Feldtheorie konzipiert er das Militär als gewaltsame Körperschaft und lässt den Homo militaris dabei als soziologische Figur – als eine Gestalt institutionalisierter Gewalt – sichtbar werden. Zur Untersuchung des militärischen Feldes Deutschlands konnten hierfür erstmals Daten einer internen Erhebung der Bundeswehr genutzt werden. Das Buch macht eine kritische Militärsoziologie an die allgemeine Soziologie anschlussfähig.

32,80 € *

2012-01-12, 316 Seiten
ISBN: 978-3-8376-1937-9

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Ulrich vom Hagen

Ulrich vom Hagen, Sozialwissenschaftler und Ministerialreferent, Kanada

... mit Ulrich vom Hagen

1. »Bücher, die die Welt nicht braucht.« Warum trifft das auf Ihr Buch nicht zu?

»Homo militaris« ist ein längst überfälliges Buch, da es nicht nur das Innenleben der Bundeswehr beleuchtet, sondern das Militär in einen weiten gesellschaftlichen Kontext analytisch einreiht. Analyse und Beschreibung zivil-militärischer Beziehungen wird hier in nüchterner Form der akademischen als auch der breiten Oeffentlichkeit zugängig gemacht. Homo militaris besitzt damit das Potenzial eine neue und breite Diskussion über die Streitkräfte und ihr gesellschaftliches Gewaltpotenzial anzustoßen.

2. Welche neuen Perspektiven eröffnet Ihr Buch?

Im Militär findet die Disziplinierung, Rationalisierung und Versachlichung von Herrschaftsbeziehungen ihren stärksten Ausdruck, doch reicht die Wirkung dieser symbolischen Gewalt weit über das Militär hinaus. Das Konstrukt ›Militärkultur‹ stellt spezifische Gesinnungs- und Anschauungsmuster dar, die das berufliche Leben in der militärischen Gemeinschaft prägen, sowie zum anderen durch Abgrenzung nach Außen den Zusammenhalt erhöhen, gleichzeitig aber gesellschaftlich disziplinierend wirken.

3. Welche Bedeutung kommt dem Thema in den aktuellen Forschungsdebatten zu?

»Homo militaris« analysiert das militärische Feld im Kontext von Staat und ziviler Gesellschaft. Anspruch und Anlage des Buches verbinden Webersche Herrschaftstheorie und Bourdieusche Feldtheorie, verstehen das Militär als eine Gestalt institutionalisierter Gewalt und verbinden somit eine kritische Militärsoziologie mit der allgemeinen Soziologie.

4. Mit wem würden Sie Ihr Buch am liebsten diskutieren?

Mit August Neithardt v. Gneisenau, den er hatte als preußischer Reformer gewirkt und versucht republikanistische Tugendwerte im Konzept der Landwehr zu verwirklichen. Er verstand, dass es die verborgen wirkende, aber stillschweigend anerkannte Macht des Militärs ist, welche die Durchsetzung herrschender Deutungsmuster legitimiert oder ändert. Gneisenaus Unterfangen einer milizartigen Landwehr war nicht nur an seinen monarchistisch-konservativen Gegnern, sondern auch am liberalen Bürgertum gescheitert.

5. Ihr Buch in einem Satz:

Das Stehende Heer symbolisiert die Trinität von Volk, Territorium und Staat und ist zentral für die Institutionalisierung von Gewalt in der Moderne.

»Ein anregender Beitrag zur Erforschung der gegenwärtigen deutschen Militärkultur.«
Wilfried von Bredow, Das Historisch-Politische Buch, 61/3 (2013)
Autor_in(nen)
Ulrich vom Hagen
Buchtitel
Homo militaris Perspektiven einer kritischen Militärsoziologie
Verlag
transcript Verlag
Seitenanzahl
316
Ausstattung
kart.
ISBN
978-3-8376-1937-9
DOI
10.14361/transcript.9783839419373
Warengruppe
1728
BIC-Code
JFFE JHB
BISAC-Code
SOC051000 POL010000 SOC026000
THEMA-Code
JBFK JHB
Erscheinungsdatum
2012-01-12
Auflage
1
Themen
Gewalt
Adressaten
Soziologie, Politologie, Ethnologie, Geschichte sowie die interessierte Öffentlichkeit
Schlagworte
Militär, Gewalt, Herrschaft, Habitus, Kultur, Bundeswehr, Macht, Politische Soziologie, Politikwissenschaft, Soziologie

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