Theater als Zeitmaschine

Zur performativen Praxis des Reenactments. Theater- und kulturwissenschaftliche Perspektiven

Das Theater ist eine Zeitmaschine, durch die Gegenwart und Vergangenheit miteinander in Beziehung treten. Seit der Jahrtausendwende jedoch ist in den Künsten immer häufiger eine performative Praxis anzutreffen, die das Theater als Zeitmaschine neu verortet: Reenactments stellen Geschichte nach, statt sie darzustellen. Sie reanimieren das Vergangene, statt es zu aktualisieren – und machen aus der Performance, was sie nie sein wollte: Theater.

Ausgehend von einer interdisziplinären Bestandsaufnahme initiiert der Band die theater- und kulturwissenschaftliche Diskussion partizipativer Geschichtswiederholung im Schnittfeld von Kunst und Medienkultur.

27,80 € *

2012-08-13, 264 Seiten
ISBN: 978-3-8376-1976-8

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Jens Roselt

Jens Roselt, Stiftung Universität Hildesheim, Deutschland

Ulf Otto

Ulf Otto, Stiftung Universität Hildesheim, Deutschland

... mit Ulf Otto

1. »Bücher, die die Welt nicht braucht.« Warum trifft das auf Ihr Buch nicht zu?

Das Phänomen Reenactment geistert durch Künste und Medien. Reenactments sind insofern mehr als nur ein neues ästhetisches Phänomen. Es lässt sich an ihnen ein Umbruch ablesen, ein neuer Umgang mit Historie, der sich gesamtgesellschaftlich abzeichnet und zugleich spezifische künstlerische Reaktionen provoziert. Gerade in den performativen Künsten zeichnet sich zur Zeit ein Umbruch in den Darstellungspraktiken ab, den wir gerade erst anfangen aus seinem kulturellen Kontext heraus zu verstehen.

2. Welche neuen Perspektiven eröffnet Ihr Buch?

Der Band betrachtet das Phänomen erstmals aus einer theater- und dabei zugleich aus einer kulturwissenschaftlichen und komparativistischen Perspektive, die Medien, Künste und Populärkultur aufeinander bezieht und gerade in der Diversität der diskutierten Phänomene neue Blickwinkel eröffnet. Das provoziert nicht zuletzt auch einen neuen Blick auf wesentliche Entwicklungen in der Praxis und Theorie des Theaters der letzten Jahrzehnte, die bislang noch nicht in Bezug aufeinander diskutiert wurden.

3. Welche Bedeutung kommt dem Thema in den aktuellen Forschungsdebatten zu?

Das Interessante an dem Thema ist, dass es bisher in verschiedensten Kontexten und Disziplinen diskutiert wurde. In der Kunst wurden Reenactments als Wiederaneignung des Historischen gefeiert, in der Geschichtswissenschaft werden sie im Kontext populärer Geschichtsvermittlung kontrovers diskutiert und in der Medienwissenschaft im Kontext neuer Darstellungsformen besprochen. Der Band zeichnet sich auch dadurch aus, dass er die theaterwissenschaftliche Diskussion des Phänomens im deutschsprachigen Raum initiiert.

4. Mit wem würden Sie Ihr Buch am liebsten diskutieren?

Ein großartiger Gesprächspartner wäre sicherlich Richard Schechner, einer der Gründungsväter der Performance Studies, der sich nicht nur schon in den 60er Jahren im Rahmen seiner Theateranthropologie mit Phänomenen wie Reenactments beschäftigt hat, sondern als Gründer der Performance Group zugleich auch Vertreter einer Ästhetik war, an denen sich zeitgenössische Reenactments gerne abarbeiten.

5. Ihr Buch in einem Satz:

Anhand eines breiten Spektrums von Aufführungsformaten untersucht der Band das Phänomen des Reenactments in Theater, Medien und Populärkultur auf seine Spezifität als kulturelle Geste und in Hinblick auf seine historischen Traditionslinien.

»Insgesamt bietet der Band [...] einen überaus informativen und griffigen kulturwissenschaftlichen Einblick in Formen, Dimensionen und Eigenschaften des Reenactment-Begriffs. Sein hauptsächliches Verdienst muss dabei in seiner interdisziplinären Ausrichtung gesehen werden, die verschiedenste wissenschaftliche Blickwinkel vereint und einander gegenüberstellt. Dass die Sammlung zudem Texte sowohl von Wissenschaftlern als auch von Künstlern und Regisseuren enthält, trägt weiter zu diesem Perspektivreichtum bei.«
Cornelius Crell, sehepunkte, 3 (2013),
»Der [...] Band bietet dem an der Praxis des Reenactments interessierten Leser eine Fülle an Anregungen für weitergehende Analysen.«
Georg Koch, H-Soz-u-Kult, 20.12.2012
Besprochen in:

www.nachtkritik.de, 9 (2012), Dirk Pilz
Die Deutsche Bühne, 4 (2013)
www.kritisch-lesen.de, 7 (2013)
Konkret, 10 (2013), Bertram Haude
Autor_in(nen)
Jens Roselt / Ulf Otto (Hg.)
Buchtitel
Theater als Zeitmaschine Zur performativen Praxis des Reenactments. Theater- und kulturwissenschaftliche Perspektiven
Verlag
transcript Verlag
Seitenanzahl
264
Ausstattung
kart., zahlr. Abb.
ISBN
978-3-8376-1976-8
DOI
Warengruppe
1586
BIC-Code
AN HBTB JFC
BISAC-Code
PER011020 HIS054000 SOC022000
THEMA-Code
ATD NHTB JB
Erscheinungsdatum
2012-08-13
Auflage
1
Themen
Popkultur, Theater
Adressaten
Theaterwissenschaft, Kulturwissenschaft, Medienwissenschaft, Filmwissenschaft, Tanzwissenschaft, Geschichtswissenschaft
Schlagworte
Reenactment, Wiederholung, Performance, Theatergeschichte, Authentizität, Kultur, Medien, Theater, Popkultur, Theaterwissenschaft, Kulturgeschichte, Kulturwissenschaft, Medienwissenschaft

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