Selbst-Bildungen

Soziale und kulturelle Praktiken der Subjektivierung

Was »macht« ein Subjekt? Die Doppeldeutigkeit dieser praxistheoretischen Frage ist beabsichtigt: Mit dem Subjekt wird etwas getan – aber es wird auch selbst aktiv. Indem es eine kulturelle Subjektform verkörpert, wird es nicht nur als zurechnungsfähiger Akteur anerkennbar, sondern beeinflusst auch seine Umgebung. Mit dem Begriffspaar »Selbst-Bildung« und »Subjektivierung« gerät somit zugleich das spannungsvolle Ineinander von Doing Subject und Doing Culture in den Blick. Die geistes- und gesellschaftswissenschaftlichen Beiträge dieses Bands eint das Anliegen, kulturelle Spielräume der Subjektivierung unabhängig von gängigen historischen Epocheneinteilungen auszuloten.

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2013-05-22, 378 Seiten
ISBN: 978-3-8376-1992-8

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Thomas Alkemeyer

Thomas Alkemeyer, Universität Oldenburg, Deutschland

Gunilla Budde

Gunilla Budde, Carl von Ossietzky Universität Oldenburg, Deutschland

Dagmar Freist

Dagmar Freist, Carl von Ossietzky Universität Oldenburg, Deutschland

... mit Thomas Alkemeyer

1. »Bücher, die die Welt nicht braucht.« Warum trifft das auf Ihr Buch nicht zu?

Weil die Fragen, wie und in welchen Formen wir zu dem werden und uns zu dem machen, was wir sind, zu den leidenschaftlich umkämpften Schlüsselfragen unserer Gesellschaft gehören. Das Konzept des Subjekts ist eine Grundkategorie der Selbstbeschreibung sich als modern verstehender Gesellschaften. Kaum jemand sieht im Subjekt mehr den souveränen Ausgangspunkt allen Handelns. Aber muss es deshalb in einem unendlichen Plural historischer Diskurse und kultureller Klassifikationen aufgelöst werden?

2. Welche neuen Perspektiven eröffnet Ihr Buch?

Es thematisiert neben der formativen Kraft von Subjektentwürfen auch die konstruktiven (Mitspiel-)Fähigkeiten, die in sozialen Praktiken erworben, stabilisiert und ausgebaut werden. Um die neue Qualität des Subjektbegriffs seit der Neuzeit sowie die vielschichtigen, diskursiv-bildhaften wie materiell-körperlichen Dimensionen von Subjektivierungen in den Blick zu bringen, ist es historisch komparativ und interdisziplinär angelegt: Soziologie, (Kunst-)Geschichte, Philosophie, ev. Theologie, Literatur- und Erziehungswissenschaft treten in einen Dialog.

3. Welche Bedeutung kommt dem Thema in den aktuellen Forschungsdebatten zu?

Die zu Recht erfolgte Abkehr vom Vorrang des handelnden Subjekts zugunsten historisch spezifischer Praktikenkomplexe wird problematisch, wenn ›Subjekte‹ zu deren routiniert funktionierenden Vollzugsorganen verdünnt werden. Körperlich-geistige Fähigkeiten zu Reflexion, Selbstkorrektur oder Kritik gerieten aus dem Blick. Unser Anliegen ist es, diese traditionell mit dem Subjektbegriff verknüpften Fähigkeiten praxeologisch zu reformulieren, d.h. ihre Ausformung, ihre Bildung und ihr Operieren in Praktiken zu beleuchten.

4. Mit wem würden Sie Ihr Buch am liebsten diskutieren?

Mit allen jenen, die sich für das Wechselspiel von doing culture und doing subject im Spannungsfeld von Reproduktion und Veränderung interessieren.

5. Ihr Buch in einem Satz:

Wie wäre es mit folgender Frage: ›Was macht ein Subjekt?‹

Autor_in(nen)
Thomas Alkemeyer / Gunilla Budde / Dagmar Freist (Hg.)
Buchtitel
Selbst-Bildungen Soziale und kulturelle Praktiken der Subjektivierung
Verlag
transcript Verlag
Seitenanzahl
378
Ausstattung
kart.
ISBN
978-3-8376-1992-8
DOI
10.14361/transcript.9783839419922
Warengruppe
1729
BIC-Code
JFC JHBA
BISAC-Code
SOC022000 SOC026000
THEMA-Code
JBCC JHBA
Erscheinungsdatum
2013-05-22
Auflage
1
Themen
Kultur, Sozialität
Adressaten
Soziologie, Geschichte, Philosophie, Literaturwissenschaft, Theologie, Erziehungswissenschaft, Sportwissenschaft, Pädagogik
Schlagworte
Kultur, Geschichte, Praktiken, Materialitäten, Körper, Diskurse, Subjekt/Subjektivierung, Bildung, Anthropologie, Sozialität, Kultursoziologie, Soziologische Theorie, Cultural Studies, Kulturwissenschaft, Soziologie

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