Institutionalisierte Geburt

Eine Mikrogeschichte des Gebärhauses

Die Geschichte der Gebärhäuser ist ein viel diskutiertes Thema der feministisch orientierten Medizingeschichte. Am Beispiel der Innsbrucker Gebäranstalt stellt Marina Hilber die erste zusammenhängende und detailreiche Entwicklungsgeschichte der Tiroler Gebäranstalten im 19. und beginnenden 20. Jahrhundert vor.

Mittels eines multiperspektivischen Ansatzes wird neben der Analyse des politischen Diskurses zur Legitimation der Institution auch die Mikrostruktur des Anstaltsalltags von Personal und Patientinnen rekonstruiert. Die Studie vereint so aktuelle Diskurse zur Institutionengeschichte, zur Medikalisierung und Hospitalisierung von Geburt sowie zur Geschlechtergeschichte.

39,80 € *

2012-06-08, 362 Seiten
ISBN: 978-3-8376-2035-1

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Marina Hilber

Marina Hilber, Universität Innsbruck, Österreich

... mit Marina Hilber

1. »Bücher, die die Welt nicht braucht.« Warum trifft das auf Ihr Buch nicht zu?

Heute stellen Klinikgeburten in den westlichen Gesellschaften unzweifelhaft die Norm dar, doch noch vor 150 Jahren war die institutionalisierte Form der Niederkunft in einem so genannten ›Gebärhaus‹ mit einem sozialen Stigma behaftet. Die Monographie beschreibt am Beispiel der Innsbrucker Gebäranstalt den sozialen Bedeutungswandel, welchen das Entbindungshaus im Laufe des 19. und beginnenden 20. Jahrhunderts durchlief und versucht die historischen Lebenswelten der beteiligten Akteure/-innen zu rekonstruieren.

2. Welche neuen Perspektiven eröffnet Ihr Buch?

Eingebettet in die aktuellen Diskurse um Goffman's Theorie der ›Totalen Institution‹ sowie den im Rahmen des ›spatial turn‹ propagierten ›Medikalen Raum‹, wirft die Studie einen gezielten Blick auf die unterschiedlichen Facetten der institutionellen Ausformung eines historischen Gebärhauses. Neben einer Aufarbeitung der klassischen ›Außensicht‹ mit all ihren politischen und regionalgeschichtlichen Aspekten, bietet die Studie zudem eine Art ›Innensicht‹, in der nicht nur den Patientinnen, sondern auch den involvierten medizinischen Professionisten/-innen Tribut gezollt wird.

3. Welche Bedeutung kommt dem Thema in den aktuellen Forschungsdebatten zu?

Seit sich in den 1990er Jahren erstmals Sozialhistoriker, allen voran Jürgen Schlumbohm, kritisch mit der Thematik und den Quellen der einzelnen europäischen Gebärhäuser auseinandersetzten, ist das Interesse an derartigen medizinischen Institutionen nicht abgeflaut. Die anfänglich stark frauen- und geschlechtergeschichtlich orientierten Studien werden heute durch multiperspektivische Ansätze (siehe Totale Institution/Medikaler Raum) bereichert.

4. Mit wem würden Sie Ihr Buch am liebsten diskutieren?

Gäbe es Zeitmaschinen würde ich die Monographie gerne mit Virgil von Mayrhofen, der langjährigen Gebärhaushebamme Anna Pezzei oder der Schwangeren Anna Leodolter, meiner Urgroßmutter, diskutieren wollen.

5. Ihr Buch in einem Satz:

Eine Mikrogeschichte des Gebärhauses.

»Martina Hilber hat eine dichte Studie vorgelegt, die die monografischen Darstellungen zu einzelnen Gebäranstalten sehr bereichert.«
Irmtraud Sahmland, Historia Hospitalium, 29 (2014/15)
»Eine medizin- und sozialhistorische Untersuchung, für die Hilber die Archive gründlich studierte.«
an.schläge, 11 (2012)
»Das Werk ist nicht nur ein wichtiger Beitrag zur Stadtgeschichte von Innsbruck und zur Tiroler Regionalgeschichte, sondern bereichert auch die europaweite Forschung zu den Entbindungshospitälern.«
Jürgen Schlumbohm, Geschichte und Region, 21/1+2 (2012)
Besprochen in:

Echo, 4 (2013), Andreas Hauser
Hebammenzeitung, 1 (2013), Christine Loytved
Zeitschrift für Geschichtswissenschaft, 10 (2013), Christina Vanja
Autor_in(nen)
Marina Hilber
Buchtitel
Institutionalisierte Geburt Eine Mikrogeschichte des Gebärhauses
Verlag
transcript Verlag
Seitenanzahl
362
Ausstattung
kart.
ISBN
978-3-8376-2035-1
DOI
10.14361/transcript.9783839420355
Warengruppe
1691
BIC-Code
MBX HBTB HBLL
BISAC-Code
MED051000 HIS054000 HIS037060
THEMA-Code
MBX NHTB
Erscheinungsdatum
2012-06-08
Auflage
1
Themen
Medizin, Geschlecht
Adressaten
Geschichte, Soziologie, Europäische Ethnologie
Schlagworte
Gebärhaus, Medizin, Tirol, Patientinnen, Institutionengeschichte, Feminismus, Medizingeschichte, Diskurs, Gender, Sozialgeschichte, Geschichte des 19. Jahrhunderts, Geschlechtergeschichte, Geschichtswissenschaft

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