Andere Subjekte

Dokumentarische Medienkunst und die Politik der Rezeption

Zeitgenössische Medienarbeiten über soziale Krisensituationen zeigen häufig marginalisierte Personen, die als gleichberechtigte Subjekte adressiert werden. Ihre dokumentarische Sichtbarkeit im Kunstraum produziert aber zugleich auch ein Bild von Alterität, das bestehende Ungleichheitsverhältnisse verfestigt. Zwischen emanzipatorischem Anspruch und problematischen Effekten entsteht eine ambivalente Situation, mit der die Betrachterinnen und Betrachter der Arbeiten konfrontiert sind.

Am Beispiel der Videoarbeiten von Alejandra Riera, Seifollah Samadian und Tran T. Kim-Trang plädiert Angelika Bartl dafür, diese Spannung nicht aufzulösen, sondern in detaillierten Lektüren herauszuarbeiten und für die Reflexion der eigenen, politischen Rezeptionsposition zu nutzen.

31,80 € *

2012-08-21, 244 Seiten
ISBN: 978-3-8376-2039-9

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Angelika Bartl

Angelika Bartl, Universität Bremen, Deutschland

... mit Angelika Bartl

1. »Bücher, die die Welt nicht braucht.« Warum trifft das auf Ihr Buch nicht zu?

Angesichts eines Kunstbetriebs, in dem das Label politisch zunehmend der Wertsteigerung dient, ist es an der Zeit, den Begriff ›politische Kunst‹ neu zu justieren. Am Beispiel dokumentarischer Medienkunst über marginalisierte Personen zeigt mein Buch, dass Politik kein formaler, feststehender Wert sein kann, sondern ein konfliktgeladener Austauschprozess ist, der sich zwischen Künstler/-innen, repräsentierten Personen und Rezipient/-innen ereignet.

2. Welche neuen Perspektiven eröffnet Ihr Buch?

Mein Buch entwirft das Konzept der ›Politik der Rezeption‹, das auch dem nachträglichen Umgang mit Repräsentationen eine konstitutive Funktion zuspricht. Dies bedeutet nicht, Rezeption als letztbegründende, objektive Bedeutungsmacht zu denken. Selbst wissenschaftliche Analysen sind Teil des Mediengefüges, weshalb sie ihre eigene Position im Bedeutungsprozess mitdenken müssen. Es geht mir also um eine Rezeptions- und Analysehaltung, die sich politisch und selbst-reflexiv in den Streit um mediale Bedeutung einmischt.

3. Welche Bedeutung kommt dem Thema in den aktuellen Forschungsdebatten zu?

Was bedeutet es, wenn wir marginalisierte Menschen in dokumentarischen Bildern der Gegenwartskunst sehen? Ausgehend von dieser Frage erarbeitet meine Untersuchung einen politisch-reflexiven Rezeptionsansatz, der die aktuellen Debatten zur Bildpolitik sowie zur Rezeptionsforschung weiterführt, indem er auf der Situiertheit der eigenen Analyseposition beharrt.

4. Ihr Buch in einem Satz:

Eine methodologisch selbst-reflexive Studie zur Politik der Rezeptionstätigkeit in der dokumentarischen Gegenwartskunst.

Besprochen in:
springerin, 1 (2013), Renate Wöhrer
GMK-Newsletter, 2 (2013)
Autor_in(nen)
Angelika Bartl
Buchtitel
Andere Subjekte Dokumentarische Medienkunst und die Politik der Rezeption
Verlag
transcript Verlag
Seitenanzahl
244
Ausstattung
kart., zahlr. z.T. farb. Abb.
ISBN
978-3-8376-2039-9
DOI
10.14361/transcript.9783839420393
Warengruppe
1583
BIC-Code
AFKV JFFM
BISAC-Code
ART057000 SOC050000
THEMA-Code
AFKV JBFQ
Erscheinungsdatum
2012-08-21
Auflage
1
Themen
Soziale Ungleichheit, Kunst
Adressaten
Kunstwissenschaft, -geschichte und -pädagogik, Kunstvermittlung, Film- und Medienwissenschaft, Soziologie, Philosophie
Schlagworte
Dokumentarismus, Gegenwartskunst, Video, Alterität, Differenz, Rezeptionstheorien, Politik, Gender, Postkoloniale Theorie, Repräsentation, Alejandra Riera, Seifollah Samadian, Tran T. Kim-Trang, Kunst, Soziale Ungleichheit, Medienkunst, Kunstwissenschaft

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