Kreolisierung revisited

Debatten um ein weltweites Kulturkonzept

Kulturtheoretische Versuche, ein Zusammenleben in Frieden und Differenz programmatisch zu fassen, spielen im begonnenen 21. Jahrhundert eine entscheidende Rolle. Als aufschlussreich stellen sich hierbei die Konzepte der »Kreolisierung« und des »Tout-monde« des karibischen Romanciers Édouard Glissant oder die »Coolitude« des aus Mauritius stammenden Dichters Khal Torabully dar. Sie verweisen auf multiethnische Gesellschaften kolonialen Ursprungs und formulieren eine prominente – in Deutschland aber bislang kaum wahrgenommene – postkoloniale Kulturkritik der Globalisierung und Moderne.

Die Beiträge in diesem Band, u.a. von Ottmar Ette, Françoise Vergès und Khal Torabully, prüfen die Anschlussfähigkeit von historischen und aktuellen Kreolisierungsprozessen für internationale und europäische Debatten.

32,80 € *

2013-02-04, 336 Seiten
ISBN: 978-3-8376-2051-1

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Gesine Müller

Gesine Müller, research group "Migration and Labour", University of Cologne, Germany

Natascha Ueckmann

Natascha Ueckmann, Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg, Deutschland

... mit Gesine Müller und Natascha Ueckmann

1. »Bücher, die die Welt nicht braucht.« Warum trifft das auf Ihr Buch nicht zu?

Unser Buch schreibt sich in hochaktuelle Globalisierungsdebatten ein und bietet mit der Annäherung an das in der Karibik entwickelte Konzept der Kreolisierung alternative Herangehensweisen zu etablierten Kulturtheorien, die sich zwar häufig einem universalen Anspruch unterwerfen, aber immer okzidental rückgebunden sind.

2. Welche neuen Perspektiven eröffnet Ihr Buch?

Es verbindet aktuelle Literatur- und Kulturtheorie mit gesellschaftlich brisanten Globalisierungsfragen. Das Buch entwickelt Antworten jenseits eines missglückten Multikulturalismus und es geht der Frage nach, wie kulturelle Differenz zu fassen ist, ohne in Essentialismen zurückzufallen. Außerdem geht es um die längst überfällige Theoretisierung von romanistischen Wissensdiskursen im Kontext postkolonialer Studien und Migrationsgeschichte.

3. Welche Bedeutung kommt dem Thema in den aktuellen Forschungsdebatten zu?

Das Konzept der Kreolisierung wird in vielen Disziplinen rezipiert: in den Sprach-, Literatur- und Kulturwissenschaften; in der Ethnologie, Geschichte, Politologie, Lateinamerikanistik, Karibik- und Diasporaforschung. Bislang werden aber solche kulturwissenschaftlichen Debatten häufig ohne Kenntnis romanistischer Theoriebildung geführt.

4. Mit wem würden Sie Ihr Buch am liebsten diskutieren?

Mit Barack Obama und mit Autorinnen wie Ananda Devi aus Mauritius, Fabienne Kanor aus Martinique oder Kettly Mars aus Haiti.

5. Ihr Buch in einem Satz:

»Kreolisierung revisited« ist mehr als die kritische Revision eines Kulturkonzepts, es ist Referenzpunkt für Debatten um kollektives Gedächtnis, um Gewalt und Trauma, aber auch um Migration, Diaspora und Kulturkontakt.

»Mit dieser Studie leistet Ueckmann einen wertvollen und erhellenden Beitrag zur Karibik- und Postkolonialismusforschung in Deutschland und innerhalb der deutschen Romanistik.
Sie bereichert auf das Wertvollste die Diskussion der transatlantischen Literaturwissenschaft des 20. und 21. Jh.«
Bastienne Schulz, Romanische Forschungen, 129 (2017)
Besprochen in:
Zeitschrift Information Deutsch als Fremdsprache, 2/3 (2014), Ida Spirek
Autor_in(nen)
Gesine Müller / Natascha Ueckmann (Hg.)
Buchtitel
Kreolisierung revisited Debatten um ein weltweites Kulturkonzept
Verlag
transcript Verlag
Seitenanzahl
336
Ausstattung
kart.
ISBN
978-3-8376-2051-1
DOI
10.14361/transcript.9783839420515
Warengruppe
1510
BIC-Code
JFC HBTR
BISAC-Code
SOC022000 POL045000
THEMA-Code
JBCC NHTR
Erscheinungsdatum
2013-02-04
Auflage
1
Themen
Kultur, Postkolonialismus
Adressaten
Literaturwissenschaft, Sprachwissenschaft, Kulturwissenschaft, Philosophie, Transkulturelle Studien, Romanistik, Ethnologie
Schlagworte
Kreolisierung, Édouard Glissant, Khal Torabully, Kultur, Postkolonialismus, Tout-Monde, Coolitude, Karibik, Globalisierung, Kulturtheorie, Cultural Studies, Romanistik, Kulturwissenschaft

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