Queere Ritter

Geschlecht und Begehren in den Gralsromanen des Mittelalters

Obwohl die Geschichte des Grals seit dem Mittelalter unterschiedlich erzählt und rezipiert wird, bleibt eines auffällig: In den Gralsromanen wird Geschlecht und Begehren auf besondere Art und Weise verhandelt.

Anhand von Werken wie »Parzival«, »Crône« und »Prosa-Lancelot« fördert Annabelle Hornung neue Lesarten des Zusammenhangs zwischen Geschlecht und Begehren wider die heteronormative Ordnung zutage und geht ihnen mithilfe des analytischen Instrumentariums der Queer und Gender Studies nach.

39,80 € *

2012-11-19, 348 Seiten
ISBN: 978-3-8376-2058-0

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Annabelle Hornung

Annabelle Hornung, Goethe-Universität Frankfurt a.M., Deutschland

... mit Annabelle Hornung

1. »Bücher, die die Welt nicht braucht.« Warum trifft das auf Ihr Buch nicht zu?

Die Welt oder besser die Menschen sind seit jeher von Geheimnissen und verborgenen Schätzen fasziniert. Eines der größten Rätsel ist dasjenige rund um das Ding, genannt Gral. Der Gral und die Suche danach begeistern die Menschen – nicht umsonst wurde ein zeitgenössischer Gralsroman wie ›The Da Vinci Code‹ von Dan Brown zum Bestseller. Somit ist die Analyse der mittelalterlichen und zeitgenössischen Gralsromane – vor allem mit dem Fokus auf Geschlecht und Begehren – etwas, was mensch braucht und zudem noch ›sexy‹ ist.

2. Welche neuen Perspektiven eröffnet Ihr Buch?

In den meisten Analysen der Gralsromane wird zum einen deutlich, wie der Gral die Gesellschaft, die rund um ihn besteht, beeinflusst; zum anderen zeigt er seine Wirkmächtigkeit gegenüber den Rittern, die nach ihm suchen, und anderen schillernden Figuren, die rund um ihn auftauchen. Meine Untersuchung führt beide Aspekte zusammen und analysiert sie in Bezug auf widerständige Geschlechterverhältnisse und Begehrensstrukturen. Dies ist ein neuer Zugang. Der Gral, bei dem selbst unklar erscheint, was für ein ›Ding‹ er ist, ordnet und strukturiert Geschlecht und Begehren – und dies eben nicht immer in (hetero-)normativer Weise. Im Gegenteil: Der Gral bringt traditionelle Geschlechterverhältnisse ins Wanken und eröffnet somit neue Deutungsebenen.

3. Welche Bedeutung kommt dem Thema in den aktuellen Forschungsdebatten zu?

Die Queer- und Gender-Studies sowie die kritische Heteronormativitätsforschung sind heute, man muss sagen Gott sei Dank, ein wichtiger Bestandteil der aktuellen Forschungsdebatte in den westlichen Literaturwissenschaften. Zum Teil werden sie sogar schon als ›alter Hut‹ abgetan. Das darf jedoch nicht passieren. Die Dekonstruktion von Geschlechterverhältnissen und Begehrensstrukturen in Theorie und Praxis sollte immer aktuell sein. Im Bereich der Literaturwissenschaft ist das Potenzial des Queer Reading, vor allem in den historischen Literaturen, noch nicht ausgeschöpft. Hierbei können noch immer wichtige Erkenntnisse für aktuelle Debatten rund um Geschlecht und Begehren erzielt werden.

4. Mit wem würden Sie Ihr Buch am liebsten diskutieren?

Mit kritischen und diskussionsbereiten Studenten/-innen der Literatur- und Kulturwissenschaften, die das Buch hoffentlich nicht langweilig finden, und die mir möglicherweise helfen, bestimmte Punkte noch einmal aus einer anderen Perspektive zu betrachten.

5. Ihr Buch in einem Satz:

Das Begehren nach dem Gral, das die Gralsritter und Gralssucher/-innen leitet, dekonstruiert heteronormative Geschlechterstrukturen in mittelalterlichen (und auch in zeitgenössischen) Gralsromanen.

»Ein spannendes Buch.«
Martin Weber, LAMBDA Nachrichten, 3 (2014)
Besprochen in:

Das Mittelalter, 18/2 (2013), Matthias Däumer
fiber, 22 (2013), Viktoria Drexler
Autor_in(nen)
Annabelle Hornung
Buchtitel
Queere Ritter Geschlecht und Begehren in den Gralsromanen des Mittelalters
Verlag
transcript Verlag
Seitenanzahl
348
Ausstattung
kart., zahlr. Abb.
ISBN
978-3-8376-2058-0
DOI
10.14361/transcript.9783839420584
Warengruppe
1562
BIC-Code
DSB JFSK
BISAC-Code
LIT000000 LIT004170 SOC012000
THEMA-Code
DSB JBSJ
Erscheinungsdatum
2012-11-19
Auflage
1
Themen
Geschlecht, Literatur
Adressaten
Kulturwissenschaft, Literaturwissenschaft/Mediävistik, Gender und Queer Studies
Schlagworte
Gral, Gender, Begehren, Höfische Literatur, Mittelalter, Parzival, Lancelot, Literatur, Allgemeine Literaturwissenschaft, Germanistik, Queer Theory, Literaturwissenschaft

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