Der Grenzraum als Erinnerungsort

Über den Wandel zu einer postnationalen Erinnerungskultur in Europa

Geschichtsmuseen und Gedenkorte vermittelten lange Zeit vor allem nationale Geschichtsbilder. Im vereinten Europa hingegen wächst die Idee eines entnationalisierten kollektiven Gedenkens. Diese Diskrepanz wird besonders in Grenzräumen ersichtlich, in denen ehemals Staaten mit ihren konträren Deutungen der Vergangenheit konkurrierten. Am Beispiel des nordostitalienischen Grenzraums entwerfen deutsche, italienische und slowenische Wissenschaftler_innen in diesem Buch ein umfassendes Panorama einer neuen demokratischen Erinnerungskultur. Sie zeigen die tiefgreifenden Folgen für das öffentliche Gedenken und die Museums- und Geschichtsdidaktik in internationaler und interdisziplinärer Perspektive auf.

29,80 € *

2012-07-30, 266 Seiten
ISBN: 978-3-8376-2066-5

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Patrick Ostermann

Patrick Ostermann, Technische Universität Dresden, Deutschland

Claudia Müller

Claudia Müller, Technische Universität Dresden, Deutschland

Karl-Siegbert Rehberg

Karl-Siegbert Rehberg, Technische Universität Dresden, Deutschland

... mit Karl-Siegbert Rehberg, Claudia Müller und Patrick Ostermann

1. »Bücher, die die Welt nicht braucht.« Warum trifft das auf Ihr Buch nicht zu?

Unsere Autoren und wir Herausgeber veranschaulichen am Beispiel Nordost-Italiens, einem europäischen Mikrokosmos, in dem sich Deutsche, Italiener und Slawen in zwei Weltkriegen feindlich gegenüberstanden, wie sehr die kollektiven Erinnerungen durch diese traumatischen Ereignisse noch immer geprägt sind. Das Buch gibt einen plastischen Einblick, wie nach diesen Erfahrungen ein gemeinsames Gedenken in Europa, das den verschiedenen nationalen Erinnerungen gerecht wird, aussehen könnte.

2. Welche neuen Perspektiven eröffnet Ihr Buch?

Der Leitgedanke des Buches ist getragen von der Genese kollektiver Erinnerungen und ihrer Transformationen in der Zeit einer stärkeren Durchlässigkeit nationaler Grenzen in Europa. An ihnen treffen nach wie vor unterschiedliche Kulturen mit ihren spezifischen Gedächtnissen aufeinander. Zu den historischen Grenzräumen kommen bedingt durch die europäische Binnenmigration neue Formen kultureller Grenzziehung in den Zentren hinzu. Auf diese Weise wird der Weg geebnet für plurale Erinnerungspraktiken, die einer gemeinsamen europäischen Erinnerungskultur Rechnung tragen. Dieses Buch diskutiert das spannungsvolle Verhältnis zwischen fortwährenden nationalen Identitäten und Bestrebungen der Europäisierung von Erinnerungen, dem sich die Akteure der Geschichtsdidaktik in Erinnerungsorten stellen müssen.

3. Welche Bedeutung kommt dem Thema in den aktuellen Forschungsdebatten zu?

Relevant sind unsere Ergebnisse vor allem für folgende Wissenschaftsdiskurse: für die transnationale europäische Erinnerungskultur, die italienische Zeitgeschichte, insbesondere der deutsch-italienischen und italienisch-slawischen Beziehungen, für die Didaktik von Geschichtsmuseen und Gedenkstätten, für die Kultur- und Raumsoziologie, für die Analyse von Heterogenität sowie Transkulturalität europäischer Gesellschaften.

4. Mit wem würden Sie Ihr Buch am liebsten diskutieren?

Mit Hans-Gert Pöttering, dem ehemaligen Präsidenten des Europäischen Parlamentes, der das ›Haus der Europäischen Geschichte‹, das 2014 in Brüssel eröffnen soll, initiiert hat. Zu diskutieren wäre, ob sich europäische Identität wirklich top-down verordnen lässt oder ob sie nicht als bottom-up-Prozess zu verhandeln wäre.

Mit dem Soziologen Hans Joas über die gemeinsamen europäischen Werte.

5. Ihr Buch in einem Satz:

Die Genese einer pluralen Gedächtniskultur im nordostitalienischen Grenzraum als beispielhaftes Konzept für Europa.

»Insgesamt bietet der Sammelband einen fundierten Einblick in die zahlreichen Facetten der postnationalen Erinnerungskultur im norditalienischen Grenzraum, was nicht zuletzt an den konkreten Fallstudien liegt. Auch wenn die Durchdringung des Themas schon auf Grund der verschiedenen Sprachräume schwierig ist, so leistet dieser Sammelband [...] einen interessanten und gelungenen Beitrag zu diesem anspruchsvollen Forschungsfeld.«
Jan Kleinmanns, Jahrbuch zur Liberalismus-Forschung, 1 (2014)
»Das Anliegen der Beteiligten an den Begegnungsprojekten und Forschungen zum deutsch-italienischen Dialog, am Beispiel des norditalienischen Grenzraums die historische und aktuelle Bedeutung von Erinnerungsorten und Gedenkstätten darzustellen, dürfte mit den differenzierten, interdisziplinären Beiträgen erreicht worden zu sein.«
Jos Schnurer, www.socialnet.de, 16.10.2012
Besprochen in:

Neue Rheinische Zeitung, 21.11.2012, Harry Popow
Quellen und Forschungen aus italienischen Archiven und Bibliotheken, 93 (2013), Sabine Rutar Zeitschrift für Geschichtsdidaktik, 14 (2013), Michael Ploenus
Das Historisch-Politische Buch, 62/6 (2014), Elke Stadelmann-Werz
Buchtitel
Der Grenzraum als Erinnerungsort Über den Wandel zu einer postnationalen Erinnerungskultur in Europa
Verlag
transcript Verlag
Seitenanzahl
266
Ausstattung
kart.
ISBN
978-3-8376-2066-5
DOI
Warengruppe
1558
BIC-Code
HBJD HBTB JFC
BISAC-Code
HIS010000 HIS054000 SOC022000
THEMA-Code
NHD NHTB JBCC
Erscheinungsdatum
2012-07-30
Auflage
1
Themen
Kulturgeschichte, Erinnerungskultur, Europa
Adressaten
Soziologie, Geschichtsdidaktik, Museologie, Italianistik, Kulturwissenschaften, Geschichte
Schlagworte
Kultur, Museen, Europa, Erinnerungskultur, Grenzraum, Vergangenheitsbewältigung, Geschichtskultur, Kollektives Gedächtnis, Kulturgeschichte, Europäische Geschichte, Museumspädagogik, Geschichtswissenschaft

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