Allerhand Übergänge

Interkulturelle Analysen der regionalen Literatur in Böhmen und Mähren sowie der deutschen Literatur in Prag (1890-1918)

Die Definition der Prager deutschen Literatur als humanistischer Gegenpol zur nationalistischen Provinzliteratur bestimmte lange Zeit die Forschung zur Literatur aus Böhmen und Mähren. Jörg Krappmann legt einen neuen Ansatz vor, der diese Dichotomie durch einen interkulturellen Blick auf die Region als Konstrukt entlarvt. Er zeigt: Der binnendeutsche Kulturtransfer erweist sich als intensiver als bisher angenommen. Dadurch entstehen neue Perspektiven für die Rezeption der ästhetischen Moderne und des Naturalismus als Epochen des Übergangs. Zugleich wird ein Plädoyer für eine Erweiterung des Kanons und eine Revision der Literaturgeschichte gehalten.

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2013-04-02, 384 Seiten
ISBN: 978-3-8376-2075-7

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Jörg Krappmann

Jörg Krappmann, Universität Olmütz, Tschechien

... mit Jörg Krappmann

1. »Bücher, die die Welt nicht braucht.« Warum trifft das auf Ihr Buch nicht zu?

Weil mein Buch auch etwas mit Gerechtigkeit zu tun hat. Lange Zeit fand durch die Konzentration auf die Prager deutsche Literatur eine Abqualifizierung der regionalen Literatur in Böhmen und Mähren statt, wodurch eine Reihe ausgezeichneter Schriftsteller aus dem Kanon ausgeschlossen und vom Buchmarkt gefegt wurden. Dabei standen meist nachträgliche politische Zuordnungen Pate, für die die Autoren nichts konnten. Gegen diese Pauschalisierung in der Literaturwissenschaft wendet sich mein Buch.

2. Welche neuen Perspektiven eröffnet Ihr Buch?

Es zeigt, dass interkulturelle und intrakulturelle Ebenen in vielfältiger Weise miteinander verbunden sind. Das hochkomplexe System Kultur kann nur anhand kleiner Regionen differenziert beschrieben werden und führt zu überraschenden Einsichten, die bei einer Untersuchung auf dem breiten Feld der deutschen Literatur nicht möglich wären. Die Ergebnisse sind somit paradigmatisch auch für andere Regionen, wenn sie auch im multiethnischen Raum Böhmen und Mähren besonders ergiebig sind.

3. Welche Bedeutung kommt dem Thema in den aktuellen Forschungsdebatten zu?

In theoretischer Hinsicht in der Verbindung kulturwissenschaftlicher, raumtheoretischer und philologischer Ansätze zu einem ›regional turn‹ wie die methodische Ausrichtung an der Arbeitsstelle für deutschmährische Literatur neulich von Manfred Weinberg bezeichnet wurde. Ob eine breitere wissenschaftliche Debatte über die deutschmährische oder deutschböhmische Literatur, die bisher nur von Spezialisten geführt wird, durch dieses Buch initiiert werden kann, wird sich zeigen.

4. Mit wem würden Sie Ihr Buch am liebsten diskutieren?

Realistisch mit Vertretern der Rilke- und Kafkaforschung, die in ihren Arbeiten einen Bezug der weltliterarisch bedeutenden Autoren zu ihrer regionalen Herkunft klein reden oder übergehen. Also etwa mit Manfred Engel oder Oliver Jahraus. Beim Schreiben habe ich oft fiktive Dialoge mit den Autoren geführt, die ich in meinem Buch nach Jahrzehnten erstmals wieder zur Diskussion stelle. Leider kann es zu einem wirklichen Gespräch nicht mehr kommen.

5. Ihr Buch in einem Satz:

Ein mitunter polemisches Plädoyer für die regionale Literatur aus interkultureller Perspektive in philologischer Schreibweise.

»Diese monographische Arbeit eignet sich [...] hervorragend auch als Einstieg in die Problematik, da sie einen präzisen historisch-theoretischen Überblick und eine kritische Aufarbeitung des Forschungsstandes bietet.«
Roman Mikulas, brücken, 24/1-2 (2017)
»Jörg Krappmann ist [...] ein Werk gelungen, das der inländischen (und mit ihr in Kontakt stehenden) Erforschung der deutschmährischen Literatur eine Art Grundriss aufprägt und sie zugleich nach außen hin als ernstzunehmendes Forschungsfeld repräsentiert.«
Jan Budnák, Brünner Hefte zu Deutsch als Fremdsprache, 8/1 (2015)
»[Die Studie] besticht durch weitreichende Kenntnisse sowohl der literarischen Quellen als auch der späteren literaturhistorischen Kontextualisierungsversuche.«
Barry Murnane, GERMANISTIK, 55/3-4 (2014)
»Krappmanns Buch [kann] als eine Pionierleistung gesehen werden: ein energischer Schritt aus den verfestigten Mustern der Beschreibung von deutschböhmischer Literatur, ein wissenschaftlich solider sowie provokativer Übergang zu einem neuen Kanon und Verständnis von regionaler Literatur.«
Stepan Zbytovsky, www.ipsl.cz, 6 (2014)
Besprochen in:
Spiegelungen, 62/4 (2013), Steffen Höhne
Autor_in(nen)
Jörg Krappmann
Buchtitel
Allerhand Übergänge Interkulturelle Analysen der regionalen Literatur in Böhmen und Mähren sowie der deutschen Literatur in Prag (1890-1918)
Verlag
transcript Verlag
Seitenanzahl
384
Ausstattung
kart.
ISBN
978-3-8376-2075-7
DOI
Warengruppe
1563
BIC-Code
DSB JFC
BISAC-Code
LIT004170 LIT000000 SOC022000
THEMA-Code
DSB JBCC
Erscheinungsdatum
2013-04-02
Auflage
1
Themen
Literatur
Adressaten
Literaturwissenschaft, Kulturwissenschaft, Germanistik sowie kulturpolitische und kulturelle Institutionen im Bereich Mittel- und Osteuropas
Schlagworte
Böhmen, Mähren, Literatur, Moderne, Nationalitätenkonflikt, Regionalliteratur, Interkultur, Naturalismus, Germanistik, Allgemeine Literaturwissenschaft, Interkulturalität, Literaturwissenschaft

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