Das Ganze im Blick

Eine Kulturgeschichte des Überblicks vom Mittelalter bis zur Moderne

Zeiten der »Unübersichtlichkeit« schaffen ein Bedürfnis nach Überblick – ein Bedürfnis danach, das Ganze eines nicht »überschaubaren« Zusammenhangs von oben zu sehen und damit metaphorisch zu verstehen.

Gegenstand des Buches ist der bisher von verschiedenen Disziplinen nur in Ausschnitten beschriebene historische Funktionswandel dieser Metapher und ihrer Umsetzungen in verschiedenen Bild- und Schriftmedien. Zwischen den frei schweifenden Überblicken, die uns heute »Google Earth« ermöglicht, und etwa dem berühmten Blick Petrarcas vom Mont Ventoux entwickelten sich vielfältige Formen im Kontext des allgemeinen Wandels der Kultur.

33,80 € *

2013-01-07, 366 Seiten
ISBN: 978-3-8376-2120-4

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Moritz Reiffers

Moritz Reiffers, Lehrer, Deutschland

... mit Moritz Reiffers

1. »Bücher, die die Welt nicht braucht.« Warum trifft das auf Ihr Buch nicht zu?

Der potenzielle Leser wird das Phänomen kennen: Jenes Lustgefühl des Überblicks, das sich einstellt, wenn uns eine Situation ›über die Dinge erhebt‹ und uns den eigenen Ort von oben erfahren lässt. Diese Überblickssituationen als Elemente historischer Strategien der Prägung von Subjekten zu verstehen, heißt, sich selbst als Produkt der Geschichte zu verstehen. Mir scheint, dass das eben eine wichtige und interessante Möglichkeit und Aufgabe der Kulturgeschichtsschreibung ist.

2. Welche neuen Perspektiven eröffnet Ihr Buch?

Bisher fehlt eine Darstellung, die der Entwicklung von Formen des Überblicks über die großen historischen Brüche hinweg nachgeht. Gerade diese Epochenbrüche sind aber interessant, weil sie zeigen, dass sich solche Formen der Subjektivierung im Kontext verschiedener gesellschaftlicher Problemlagen ausprägen, anpassen und wandeln.

3. Welche Bedeutung kommt dem Thema in den aktuellen Forschungsdebatten zu?

Ein Zug meines Buches ist es, die Form des Überblicks als in verschiedenen Medien umgesetzte Metapher zu verstehen – und ihre Geschichte insofern als ein Stück Metapherngeschichte. Ein solches Verständnis der Metapher, wie es u.a. die kognitive Linguistik angestoßen hat, ist in jüngerer Zeit in verschiedenen Zusammenhängen fruchtbar gemacht worden. Der Überblick als inhaltlich unbestimmte Metapher der Orientierung gehört zudem in den Kontext der um den Begriff des ›mapping‹ kreisenden Ansätze.

4. Mit wem würden Sie Ihr Buch am liebsten diskutieren?

Pierre Hadot hat ein Kapitel seiner ›Philosophie als Lebenskunst‹ dem ›Blick von oben‹ in der antiken Philosophie gewidmet. Was er zu meiner ›Fortsetzung‹ dieser Geschichte zu sagen hätte, wäre interessant. Der Versuch historische Formationen – ›Dispositive‹ – in ihrer Ausrichtung auf Mängellagen für die Prägung von Subjekten verantwortlich zu machen, geht natürlich auf seinen Freund Michel Foucault zurück. Und mit dem würde wohl so mancher gerne diskutieren.

5. Ihr Buch in einem Satz:

Von oben gesehen erscheint so manches klarer – warum eigentlich?

Besprochen in:

Germanistik, 54/1-2 (2013)
Autor_in(nen)
Moritz Reiffers
Buchtitel
Das Ganze im Blick Eine Kulturgeschichte des Überblicks vom Mittelalter bis zur Moderne
Verlag
transcript Verlag
Seitenanzahl
366
Ausstattung
kart., zahlr. Abb.
ISBN
978-3-8376-2120-4
DOI
10.14361/transcript.9783839421208
Warengruppe
1559
BIC-Code
HBTB JFD DSB
BISAC-Code
HIS054000 SOC052000 LIT000000
THEMA-Code
NHTB JBCT DSB
Erscheinungsdatum
2013-01-07
Auflage
1
Themen
Medien, Kulturgeschichte
Adressaten
Literaturwissenschaft, Kunstgeschichte, Kulturgeschichte, Philosophie
Schlagworte
Wahrnehmung, Metapher, Mediengeschichte, Überblick, Kulturgeschichte, Medien, Medienästhetik, Allgemeine Literaturwissenschaft, Kunsttheorie, Kulturwissenschaft

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