Abweichung und Normalität

Psychiatrie in Deutschland vom Kaiserreich bis zur Deutschen Einheit

Die Entwicklung der Psychiatrie im Deutschland des 20. Jahrhunderts war von Radikalität, Stagnation und Reformwillen gleichermaßen geprägt. Dieser Band präsentiert aktuelle Forschungsergebnisse zur psychiatrischen Praxis und ihren Institutionen vom Kaiserreich bis zur Deutschen Einheit. Der Alltag von Psychiatriebetroffenen im Spiegel der Entwicklung der Anstalten und die Veränderung therapeutischer Ansätze werden dabei ebenso analysiert wie die Perspektive der Patienten, ihrer Angehörigen und der Öffentlichkeit auf die Psychiatrie.

Die fundierte Bestandsaufnahme bietet einen facettenreichen Blick auf die Brüche und Kontinuitäten der deutschen Geschichte psychiatrischen Handelns.

34,80 € *

2012-12-17, 410 Seiten
ISBN: 978-3-8376-2140-2

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Christine Wolters

Christine Wolters, Medizinische Hochschule Hannover, Deutschland

Christof Beyer

Christof Beyer, Medizinische Hochschule Hannover, Deutschland

Brigitte Lohff

Brigitte Lohff, Medizinische Hochschule Hannover, Deutschland

... mit Brigitte Lohff, Christine Wolters und Christof Beyer

1. »Bücher, die die Welt nicht braucht.« Warum trifft das auf Ihr Buch nicht zu?

Der Leser erhält einen Überblick über die aktuelle psychiatriehistorische Forschung im deutschsprachigen Raum. Der lange zeitliche Bogen des Buches zeigt ebenso wie sein breites Themenspektrum, dass die psychiatrische Definition von und der Umgang mit seelischen Erkrankungen bis in die Gegenwart sehr wandelbar sind. Ein Schwerpunkt des Buches ist dabei die deutsche Psychiatrie nach dem Zweiten Weltkrieg, zu deren Entwicklung allgemein noch wenige Untersuchungen vorliegen.

2. Welche neuen Perspektiven eröffnet Ihr Buch?

Wichtige Strömungen der psychiatrischen Forschung und Praxis im 20. Jahrhundert werden in Hinsicht auf wissenschaftliche Entwicklungen, Theorien zur Entstehung psychischer Erkrankungen und deren Behandlung sowie auch deren Umsetzung in die Praxis des Anstalts- und Klinikalltages untersucht. Die vielfältigen Beiträge beziehen dabei Fachdiskurse, Patientenperspektive und Anstaltsgeschichte mit ein. Damit gelingt auch eine produktive Verbindung von sozial- und medizinhistorischen Perspektiven.

3. Welche Bedeutung kommt dem Thema in den aktuellen Forschungsdebatten zu?

Gegenwärtig zeigt sich in der Psychiatrieforschung wieder eine Tendenz zur Genetik und zu neurologischen bzw. neurowissenschaftlichen Themen. Ein Blick in die Geschichte des Faches zeigt, wie wichtig eine stete Reflexion psychiatrischen Wissens in Bezug auf Grenzüberschreitungen hinsichtlich der Forschungen am Menschen und der Würde und Rechte von Patientinnen und Patienten ist.

4. Mit wem würden Sie Ihr Buch am liebsten diskutieren?

Mit Jörg Albrecht (FAZ, Ressortleiter Wissenschaft), Cornelia Brink (Universität Freiburg) und – wenn er nicht leider schon 2002 verstorben wäre – mit dem britischen Medizinhistoriker Roy Porter.

5. Ihr Buch in einem Satz:

Der Band »Abweichung und Normalität« untersucht die Psychiatrie Deutschlands im 20. Jahrhundert in vier unterschiedlichen politischen Systemen.

»Der Band [stellt] eindrücklich die Möglichkeiten der Psychiatriegeschichte als Gesellschaftsgeschichte vor. Für jeden, der sich über neue Forschungsvorhaben informieren möchte, ist die Lektüre ein Muss.«
Christina Vanja, Zeitschrift für Geschichtswissenschaft, 4 (2014)
»[Es] empfiehlt sich eine aufmerksame Lektüre dieses mit vielen facettenreichen und anregenden Aufsätzen gespickten Buches.«
Alexander Brandenburg, www.socialnet.de, 04.09.2013
»Lesenswerte Publikation.«
Bettina Enzenhofer, an.schläge, 7/8 (2013)
Besprochen in:
Berichte zur Wissenschaftsgeschichte, 38 (2015), Volker Hess
Buchtitel
Abweichung und Normalität Psychiatrie in Deutschland vom Kaiserreich bis zur Deutschen Einheit
Verlag
transcript Verlag
Seitenanzahl
410
Ausstattung
kart., zahlr. Abb.
ISBN
978-3-8376-2140-2
DOI
Warengruppe
1691
BIC-Code
MBX HBJD PDX
BISAC-Code
MED051000 HIS014000 SCI034000
THEMA-Code
MBX NHD PDX
Erscheinungsdatum
2012-12-17
Auflage
1
Themen
Medizin, Kulturgeschichte
Adressaten
Medizingeschichte, Geschichte, Psychiatrie, Kulturwissenschaft, Soziologie, Psychologie
Schlagworte
Psychiatrie, Geschichte, Deutschland, Psychotherapie, 20. Jahrhundert, Therapie, Kulturgeschichte, Medizin, Medizingeschichte, Deutsche Geschichte, Wissenschaftsgeschichte, Geschichte des 20. Jahrhunderts, Geschichtswissenschaft

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