Schwarz besetzt

Postkoloniale Planspiele im afrikanischen Film

Am Tag nach der Wahl von Barack Obama hieß es, dass man James Bond jetzt mit einem Schwarzen besetzen wolle. In Afrika ist man da längst weiter: Der Sheriff kommt aus Ouagadougou, ein Nigerianer spielt George W. Bush, Dürrenmatts »alte Dame« spricht Wolof – und selbst Schwarzenegger wird umbesetzt. Im afrikanischen Film übernehmen schwarze Schauspieler Rollen, die in Europa und den USA weißen Darstellern vorbehalten sind. Die Rollen der Weißen werden zu einem Imaginationsraum, der eine Inszenierung von Planspielen ermöglicht. Cassis Kilian zeigt: Die afrikanischen Regisseure nutzen die Rollen als Verhandlungsplattform, auf der sie den Umgang mit postkolonialen Gegebenheiten, etwa dem kolonialen Erbe, neokolonialen Strukturen oder der Hegemonie westlicher Medien erproben.

Auszeichnung

Preis der Sulzmann-Stiftung

35,80 € *

2012-08-31, 400 Seiten
ISBN: 978-3-8376-2142-6

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Cassis Kilian

Cassis Kilian, Johannes Gutenberg-Universität Mainz, Deutschland

... mit Cassis Kilian

1. »Bücher, die die Welt nicht braucht.« Warum trifft das auf Ihr Buch nicht zu?

Weil es in diesem Buch um Filme geht, die die Welt ganz dringend braucht, aber noch nicht kennt.

2. Welche neuen Perspektiven eröffnet Ihr Buch?

Afrikanische Regisseure haben die Entwicklungen nach dem 11. September früher erkannt als ihre westlichen Kollegen und verhandeln seit Langem wirtschaftspolitische Problematiken, die nun auch den Westen eingeholt haben. Wer hätte 2006, als ›Bamako‹ ins Kino kam, vermutet, dass man ein paar Jahre später ein griechisches Remake dieses Films drehen könnte? In Afrika setzen sich viele Künstler so luzide mit aktuellen Themen auseinander, dass ich ihre Strategien zukunftsweisend nenne.

3. Welche Bedeutung kommt dem Thema in den aktuellen Forschungsdebatten zu?

Die europäische Avantgarde hat viel von afrikanischen Darstellern gelernt: Peter Brook und Jean-Luc Godard, die Performance-Künstler – das ist kaum erforscht. Das Spiel mit neuen Möglichkeiten eröffnet Zukunftsperspektiven: Schauspieler können einiges bewegen, wenn sie nicht ständig Stereotype reproduzieren müssen. Insofern leistet die Erforschung der Transgression von Besetzungskriterien im afrikanischen Film einen wichtigen Beitrag zur Performativitätsforschung.

4. Mit wem würden Sie Ihr Buch am liebsten diskutieren?

Bertolt Brecht ist ja leider schon tot. Ob ich Lust hätte, mich mit Norbert Bolz zu streiten, weiß ich nicht, prinzipiell aber mit jedem, der sich für Repräsentationen von Menschen in den Medien interessiert.

Besprochen in:

IDA-NRW, 18/3 (2012)
GMK-Newsletter, 1 (2013)
MEDIENwissenschaft, 3 (2013), Natalie Böhler
Autor_in(nen)
Cassis Kilian
Buchtitel
Schwarz besetzt Postkoloniale Planspiele im afrikanischen Film
Verlag
transcript Verlag
Seitenanzahl
400
Ausstattung
kart.
ISBN
978-3-8376-2142-6
DOI
Warengruppe
1744
BIC-Code
JFD APFA HBTR JFSL
BISAC-Code
PER004030 POL045000 SOC031000
THEMA-Code
JBCT ATF NHTR JBSL1
Erscheinungsdatum
2012-08-31
Auflage
1
Themen
Postkolonialismus, Film
Adressaten
Film- und Theaterwissenschaft, Ethnologie, Afrikawissenschaften, Komparatistik, Postcolonial und Cultural Studies
Schlagworte
Film, Rassismus, Schauspieler, Afrika, Postkolonialismus, Medienwissenschaft

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