Vergangenheiten auf der Spur

Indexikalische Semiotik in den historischen Kulturwissenschaften

Die modernen Kulturwissenschaften können im Anschluss an Carlo Ginzburg als Ausprägungen eines seit dem 19. Jahrhundert dominanten semiotischen Indizienparadigmas angesehen werden, das an sehr alte Formen der Spurensuche und des Fährtenlesens anknüpft. Die modernen Historischen Kulturwissenschaften jedoch betreiben eine Engführung des Zeichenbegriffs auf Symbole, auf Zeichen, denen vom Akteur selbst bereits eine Bedeutung zugeschrieben wird. Die Beiträge in diesem Band stellen dem die fundierte These entgegen, dass der indexikalische Zeichenbegriff, die »Spur«, methodisch und theoretisch Vorrang haben sollte.

32,80 € *

2012-06-18, 282 Seiten
ISBN: 978-3-8376-2150-1

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Andreas Frings

Andreas Frings, Universität Mainz, Deutschland

Andreas Linsenmann

Andreas Linsenmann, Universität Mainz, Deutschland

Sascha Weber

Sascha Weber, Universität Mainz und Forum Junge Kulturwissenschaften, Deutschland

... mit Andreas Frings

1. »Bücher, die die Welt nicht braucht.« Warum trifft das auf Ihr Buch nicht zu?

Unser Buch macht auf eine verschüttete Tradition in der Semiotik aufmerksam und lotet gleichzeitig die Potenziale einer entsprechend erneuerten Semiotik aus. Ob die Welt das braucht? Die Welt vielleicht nicht, die Kulturwissenschaften hingegen schon, weil sie in ihrer Konzentration auf ›Symbole‹ den zweiten Schritt vor dem ersten gehen.

2. Welche neuen Perspektiven eröffnet Ihr Buch?

Kulturwissenschaftler interessieren sich für Zeichen, die sie als Spuren einer immer schon von Menschen kulturell gedeuteten Wirklichkeit lesen. Sie vergessen mitunter, dass nicht alle Zeichen absichtsvolle Bedeutungsträger sind; sie sind zunächst Überrest von etwas, kausales Produkt von historischen Sachverhalten. Der klassischen Semiotik war dies bewusst; heute gilt es, dies neu zu entdecken, es mit modernen wissenschaftstheoretischen Positionen zusammenzubringen und empirisch auszuloten.

3. Welche Bedeutung kommt dem Thema in den aktuellen Forschungsdebatten zu?

Die Semiotik ist ein zentraler Traditionsstrang der modernen Kulturwissenschaften. Sie wurde jedoch auf ›Symbole‹ enggeführt. Damit beraubt sie sich eigener Potenziale und wird auch wissenschaftstheoretisch angreifbarer. Die Rückbesinnung auf eine indexikalische Semiotik kann diese Schwäche überwinden.

4. Mit wem würden Sie Ihr Buch am liebsten diskutieren?

Mit großen Semiotikern, die sich selbst auf Symbole konzentrierten: mit Umberto Eco beispielsweise.

5. Ihr Buch in einem Satz:

Ein Buch, um den Spuren des Spurenlesens nachzugehen und dabei Anregungen für die eigene Arbeit zu gewinnen.

»Ein für jeden Kulturwissenschaftler durchaus lesenswertes Angebot, sich anhand semiotischer Begriffe grundsätzlichen methodischen Fragen zuzuwenden.«
Johanna Olk, H-Soz-u-Kult, 30.10.2012
Buchtitel
Vergangenheiten auf der Spur Indexikalische Semiotik in den historischen Kulturwissenschaften
Verlag
transcript Verlag
Seitenanzahl
282
Ausstattung
kart.
ISBN
978-3-8376-2150-1
DOI
10.14361/transcript.9783839421505
Warengruppe
1559
BIC-Code
HBTB HBA
BISAC-Code
HIS054000 HIS000000
THEMA-Code
NHTB NHA
Erscheinungsdatum
2012-06-18
Auflage
1
Themen
Kulturgeschichte
Adressaten
Archäologie, Ethnologie, Literaturwissenschaften, Geschichte, Islamkunde, Philosophie, Theologie
Schlagworte
Wissenschaftstheorie, Semiotik, Geisteswissenschaften, Kulturwissenschaften, Geschichtswissenschaften, Zeichenbegriff, Kulturgeschichte, Geschichtstheorie, Kulturwissenschaft, Geschichtswissenschaft

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