Das lernende Selbst in der Hochschulreform: »Ich« ist eine Schnittstelle

Subjektdiskurse des Bologna-Prozesses

Wie werden in der gegenwärtigen Studienreform des Bologna-Prozesses die Studierenden als »Lernsubjekte« angesprochen? Und welche gesellschaftlichen und reformpolitischen Problematisierungen, Legitimierungen und Orientierungen gehen in diese diskursiven Ansprachen ein?

Zur Beantwortung dieser Fragen entfaltet Susanne Draheim in drei begriffsgeschichtlichen Diskursanalysen eine »humanistische«, eine »unternehmerische« und eine »sozio-technisch vernetzte« Subjektfigur. Im Kontext der aktuellen Konzeptionen von Selbstverhältnissen Studierender fragt die Studie auch nach den möglichen institutionellen Funktionen dieser Figuren.

29,80 € *

2012-07-02, 242 Seiten
ISBN: 978-3-8376-2158-7

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Susanne Draheim

Susanne Draheim, Universität Hamburg, Deutschland

... mit Susanne Draheim

1. »Bücher, die die Welt nicht braucht.« Warum trifft das auf Ihr Buch nicht zu?

Die Frage nach Nützlichkeit treibt momentan die Reform des Bildungs- und Forschungssystems an: Wer sie verbindlich beantwortet, versucht zumeist intellektuelle Tätigkeit zu reglementieren. Lesenswert ist unter anderem, was alternative Denk- und Handlungsmöglichkeiten erschließt – das trifft vielleicht auf mein Buch zu, muss aber nicht seine Existenz rechtfertigen. Ich habe mich für ein Thema interessiert, dazu einen Text geschrieben, aus dem zuerst eine Qualifikationsarbeit und dann ein Buch geworden ist. Das ist alles.

2. Welche neuen Perspektiven eröffnet Ihr Buch?

Der Bologna-Prozess als die umfassendste Hochschulreform der letzten hundert Jahre wird ideengeschichtlich abgetastet, institutionell nachvollzogen und in möglichen Konsequenzen für die lernenden Subjekte lesbar gemacht. Dies kann, sofern es gelungen ist, den Akteuren (also potenziell auch Studierenden und Lehrenden selbst) helfen, Probleme der Reform zu erkennen, Dinge gezielt anders zu machen und führt über das etablierte Spiel konservativer Reformkritik und bürokratischer Reformverteidigung hinaus.

3. Welche Bedeutung kommt dem Thema in den aktuellen Forschungsdebatten zu?

Die gegenwärtige Hochschulreform beschäftigt Wissenschaftler/-innen und Hochschulforscher/-innen aus Disziplinen wie Soziologie, Erziehungswissenschaften, Politikwissenschaften etc. Sie sollte, wie ich zeigen möchte, auch die Theorie interaktiver Medien interessieren. Dabei stellt die Frage nach den Leitbildern und diskursiven Anforderungen an die Studierenden in Verbindung mit dem institutionellen Umbau der Hochschulen einen zentralen Beitrag dar. Die Selbstführung von Subjekten hat auch die an Michel Foucault anschließenden Gouvernementalitätsstudien beschäftigt – in ihrem Themenfeld bildet mein Buch einen konkreten Beitrag, selbst wenn ich ihren Zugang methodisch in Frage stelle.

4. Mit wem würden Sie Ihr Buch am liebsten diskutieren?

Mit Jürgen Kaube (FAZ).

5. Ihr Buch in einem Satz:

Die Analyse und Kritik des Bologna-Prozesses wird als Genealogie

gegenwärtiger Lernsubjektivitäten entwickelt, die von Humboldt über Unternehmertheorien bis zu sozial-medialen Hybridsubjekten führt.

»Der Aufbau des Buches ist gut gelungen und hilft dem Leser, sich in die relativ komplizierte Materie einzulesen.«
Wissenschaftsmanagement, 5 (2012)
Besprochen in:

Das Argument, 306 (2014), Kornelia Hauser
Autor_in(nen)
Susanne Draheim
Buchtitel
Das lernende Selbst in der Hochschulreform: »Ich« ist eine Schnittstelle Subjektdiskurse des Bologna-Prozesses
Verlag
transcript Verlag
Seitenanzahl
242
Ausstattung
kart.
ISBN
978-3-8376-2158-7
DOI
Warengruppe
1572
BIC-Code
JNMN JNF JNA
BISAC-Code
EDU036000 EDU034000 EDU040000 SOC026000
THEMA-Code
JNM JNF JNA
Erscheinungsdatum
2012-07-02
Auflage
1
Themen
Sozialität, Bildung
Adressaten
Soziologie, Erziehungswissenschaft, Kulturwissenschaften sowie die an der Hochschulreform interessierte Öffentlichkeit
Schlagworte
Bologna-Prozess, Hochschulforschung, Bildung, Diskursanalyse, Subjektivität, Subjekte, Lernen, Sozialität, Universität, Bildungspolitik, Bildungssoziologie, Pädagogik, Soziologie

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