Frühe Neue Zeiten

Zeitwissen zwischen Reformation und Revolution

Die Zeiten ändern sich mit der Zeit: Angesichts aktueller Verschiebungen in der temporalen Organisation (vom Aufstieg der Erinnerungskulturen bis zu apokalyptischen Zukunftsszenarien) lohnt es sich, die Frage nach einer Geschichte der Zeiten zu stellen.

Dieser Band versammelt Beiträge, die sich auf die Frühe Neuzeit als einen Zeitraum konzentrieren, in dem die Modellierung von Zeitkulturen grundlegende Veränderungen erfahren hat. In der historischen Betrachtung eröffnen sich dabei Perspektiven einer Zeit-Geschichte und Pluritemporalität. Zeitpraktiken sowie Zeitwissen erweisen sich als Leitlinien zukünftiger Forschung.

35,80 € *

2012-09-03, 412 Seiten
ISBN: 978-3-8376-2164-8

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Achim Landwehr

Achim Landwehr, Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf, Deutschland

... mit Achim Landwehr

1. »Bücher, die die Welt nicht braucht.« Warum trifft das auf Ihr Buch nicht zu?

Ich gebe gerne zu, dass die Welt dieses Buch nicht braucht. Dadurch wird keines der existentiellen Probleme gelöst, die die Menschheit und diesen Planeten betreffen. Aber im besten Fall kann man aus diesem Buch etwas lernen, nämlich dass die Art und Weise, wie wir Zeit ›haben‹ und wie wir mit Zeit umgehen, alles andere als selbstverständlich ist. Die spezifisch europäischen Zeitformen, mit denen wir es gegenwärtig zu tun haben, lassen sich nur als historische Gebilde verstehen. Und zu diesem Verständnis will das Buch beitragen.

2. Welche neuen Perspektiven eröffnet Ihr Buch?

Man kann sicherlich nicht sagen, dass das Phänomen der Zeit in der Wissenschaft nicht ausreichend berücksichtigt worden wäre. In vielen akademischen Disziplinen ist intensiv über Zeit nachgedacht worden. Interessanterweise hat sich aber ausgerechnet die Geschichtswissenschaft dabei auffallend zurückgehalten. Zeit scheint hier insofern keinen Gegenstand darzustellen, als man sich vermeintlich schon immer mit ihr beschäftigt, insofern man es mit Veränderungen in der Zeit zu tun hat. Aber dadurch wird Zeit eher vorausgesetzt als problematisiert. Zu einer solchen notwendigen historischen Problematisierung der Zeit will das Buch beitragen.

3. Welche Bedeutung kommt dem Thema in den aktuellen Forschungsdebatten zu?

Eine Geschichte der Zeit ist kein etabliertes Forschungsfeld. Daher ginge es zunächst darum, eine solche Diskussion anzustoßen. Darüber hinaus ist spezifischer zu fragen, welchen Anteil die europäische Geschichte des 16. bis 18. Jahrhunderts daran hatte, bestimmte Zeitmodelle zu etablieren, mit denen wir heute noch ganz selbstverständlich umgehen.

4. Mit wem würden Sie Ihr Buch am liebsten diskutieren?

Ich würde nicht das Buch, aber das Phänomen der Zeit gerne mit Kindern aus dem Kindergarten oder der Grundschule diskutieren, um von ihnen zu lernen, wie sie Zeit erfahren und erlernen. Ich würde das Buch gerne mit Physikern diskutieren, um herauszufinden, ob man gegenseitig von unterschiedlichen Zeitverständnissen lernen und profitieren könnte. Und ich würde das Buch gerne mit Verantwortlichen aus Politik und Wirtschaft diskutieren, um das Problem zu erörtern, welche Zeit wir uns heute leisten wollen und wie historisch geformte Zeitmodelle unser Leben dominieren.

5. Ihr Buch in einem Satz:

Unsere Zeitvorstellungen sind historisch geformt – und wesentliche Wurzeln liegen in der europäischen Geschichte des 16. bis 18. Jahrhunderts.

»Für eine nach-Kosellecksche ›Zeit-Geschichte‹ bietet der Band [...] eine exzellente Grundlage.«
Antonia Landois, Das Historisch-Politische Buch, 62/1+2 (2014)
Besprochen in:
ZEIT Geschichte, 5 (2016)
Autor_in(nen)
Achim Landwehr (Hg.)
Buchtitel
Frühe Neue Zeiten Zeitwissen zwischen Reformation und Revolution
Verlag
transcript Verlag
Seitenanzahl
412
Ausstattung
kart.
ISBN
978-3-8376-2164-8
DOI
Warengruppe
1555
BIC-Code
HBTB HBLH PDX
BISAC-Code
HIS054000 HIS037040 SCI034000
THEMA-Code
NHTB NHDL PDX
Erscheinungsdatum
2012-09-03
Auflage
1
Themen
Kulturgeschichte
Adressaten
Geschichtswissenschaft, Philosophie, Soziologie, Theologie
Schlagworte
Zeit, Zeittheorie, Frühe Neuzeit, Kulturgeschichte, Geschichte der Frühen Neuzeit, Wissenschaftsgeschichte, Geschichtswissenschaft

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