Was ist Krieg?

Zur Grundlegung einer Kulturgeschichte des Kriegs

Carl von Clausewitz bestimmt den Krieg als Zweikampf. Bernd Hüppaufs Grundlegung einer Kulturgeschichte des Kriegs widerspricht: Es gibt keinen Krieg ohne Diskurs. Der Blick auf den Kriegsdiskurs von seinen Anfängen in Mesopotamien bis zu den intelligenten Waffen in Cyberwar und Drohnenkrieg zeigt, dass Krieg aus militärischem Kampf und kulturellem Diskurs besteht.

Militärgeschichte fetischisiert die Fakten, die Kulturgeschichte des Kriegs dagegen baut sie in ein Netz aus Bedeutungen ein. Erst so geraten Begeisterung, Angst, Grausamkeit und Grauen als Elemente des Kriegs in den Blick. Und erst so wird das Netz aus Symbolen, Handlungen und Bedeutungen beschreibbar, aus denen jede Erinnerung die Wirklichkeit des Kriegs konstruiert. Es ist der Blick auf Erlebnis, Ethik, Subjektivität und Identität, der die Kontinuität von Krieg über 3000 Jahre Kriegsgeschichte bis in die Gegenwart erweist. Daraus ergibt sich nicht weniger als das Erfordernis einer zu schreibenden Gefühlsmoral um die Frage: Dürfen Soldaten überhaupt töten?

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2013-09-16, 568 Seiten
ISBN: 978-3-8376-2180-8

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Bernd Hüppauf

Bernd Hüppauf, New York University, USA

... mit Bernd Hüppauf

1. »Bücher, die die Welt nicht braucht.« Warum trifft das auf Ihr Buch nicht zu?

Mit Büchern lässt sich kein Krieg verhindern. Aber Krieg beginnt im Kopf – und dieses Buch zielt darauf, den Kopf zu klären und zu verstehen, was Krieg ist. Der Traum von einer Welt ohne Krieg hat sich seit einigen Jahrhunderten erhalten. Selbst wenn der ewige Frieden ein Traum bleibt, ist er es wert, entwickelt und fortgeführt zu werden. Dies Buch zielt darauf, die Wirklichkeit dem Traum ein Stück näher zu bringen.

2. Welche neuen Perspektiven eröffnet Ihr Buch?

Clausewitz' Vergleich von Krieg und Zweikampf ist seit beinahe 200 Jahren die Grundlage der meisten Kriegstheorien. Dies Buch versucht, ein neues Bild vom Krieg zu entwerfen und stellt dem physischen Kampf den Diskurs an die Seite. Krieg benötigt eine entwickelte Technik der Kommunikation und der materiellen Produktion: Schriftliche Aufzeichnung und Waffen aus Metall. Mit Keulen und Stöcken wird kein Krieg gefochten. Vor dem Entstehen eines öffentlichen Diskurses gab es keinen Krieg. Wie entsteht der Kriegsdiskurs und auf welche Weise ist er mit dem physischen Kampf verknüpft – etwa in den Türkenkriegen oder im Ersten Weltkrieg?

3. Welche Bedeutung kommt dem Thema in den aktuellen Forschungsdebatten zu?

Der Ursprung des Kriegs ist kontrovers. Das Buch entwickelt die These, dass er nicht in der menschlichen Aggression und nicht im Besitzstreben der sesshaft gewordenen Menschen, sondern in der Struktur urbaner Zivilisation zu finden ist. Sobald der Krieg von anderen Formen der kollektiven Aggression (Stammesfehden, Beutezüge, Mord usw.) getrennt wird, entsteht ein neues Kriegsbild, in dem Fragen nach Identität, Erlebnis, Trauma oder Medien im Zentrum stehen. Krieg ist gemäß dieser These jünger als die meisten Kriegstheorien vermuten. Wird er sich nach etwa 3000 Jahren mit den gegenwärtigen Veränderungen der Zivilisation grundlegend verändern?

4. Mit wem würden Sie Ihr Buch am liebsten diskutieren?

Mit Carl von Clausewitz über Anfang und Ende des Kriegs der Moderne und mit Chantal Mouffe über Antagonismus als Konstitutionselement von Gesellschaft.

5. Ihr Buch in einem Satz:

Gibt es einen kohärenten Begriff vom Krieg, der von Mesopotamien ins 20. Jahrhundert reicht und vom Krieg des elektronischen Zeitalters, von Cyberwar, Drohnenkrieg und Lawfare, beendet wird?

»Zweifelsfrei eine substantielle Erweiterung der einschlägigen Forschung und mit dem Potential zum Standardwerk.«
Jonas Nesselhauf, www.literaturkritik.de, 7 (2014)
»Ein relativ unkonventioneller Zugang zum Thema, der neue Perspektiven aufzeigt.«
Oliver Neumann, www.lehrerbibliothek.de, 12 (2013)
»Dieses Buch liefert [...] eine umfangreiche und fundierte theoretische Begründung für einen kulturgeschichtlichen Umgang mit dem Phänomen Krieg.«
Andreas Wiedermann, www.media-mania.de, 04.11.2013
O-Ton: »Eine beeindruckende Ausnahme« – Gert Scobels persönlicher Buchtipp auf 3sat am 23.10.2013.
http://bit.ly/2hvJF4Y
Besprochen in:
Wiener Zeitung, 26.11.2013
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 19.11.2013, Karl-Heinz Kohl
Andreas Wiedermann, www.media-mania.de, 04.11.2013
Erwachsenenbildung, 4 (2013)
Deutschlandradio Kultur, 01.01.2014, Dietmar Süß
SWR2 Forum Buch, 12.01.2014, Friedrich Pohlmann
zeitzeichen, 2 (2014), Martin Zähringer
Damals, 3 (2014)
Portal für Politikwissenschaft, 20.03.2014, Christian Patz
KL/WL, 20 (2014)
Friedhof und Denkmal, 4 (2014), Stefanie Hamann
Historische Zeitschrift, 299/3 (2014), Dieter Langewiesche
geschichte für heute, 2 (2015), Hartmann Wunderer
Autor_in(nen)
Bernd Hüppauf
Buchtitel
Was ist Krieg? Zur Grundlegung einer Kulturgeschichte des Kriegs
Verlag
transcript Verlag
Seitenanzahl
568
Ausstattung
kart.
ISBN
978-3-8376-2180-8
DOI
Warengruppe
1559
BIC-Code
HBTB HBLW GTJ
BISAC-Code
HIS054000 HIS037070 POL034000
THEMA-Code
NHTB GTU
Erscheinungsdatum
2013-09-16
Auflage
1
Themen
Gewalt, Kulturgeschichte
Adressaten
Neuere Geschichte, Literaturwissenschaft, Komparatistik, Kulturgeschichte, Kulturwissenschaften
Schlagworte
Krieg, Diskurs, Militärgeschichte, Hermeneutik, Krieg und Technik, Kulturgeschichte, Gewalt, Geschichte des 20. Jahrhunderts, Konfliktforschung, Kulturtheorie, Geschichtswissenschaft

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