Virtuelles Erinnern

Kriege des 20. Jahrhunderts in Computerspielen

Computerspiele, die Geschichte darstellen, sind Teil einer populären Erinnerungskultur: Sie entwerfen historische Narrative und generieren damit Geschichtsbilder. Als Erinnerungsmedien bewegen sich Spiele in einem Spannungsfeld zwischen dem Anspruch einer realitätsnahen Darstellung von Geschichte und den Möglichkeiten und Begrenzungen des Mediums. Steffen Bender widmet sich der in der Geschichtswissenschaft bislang kaum bearbeiteten Frage, wie die medialen Spezifika von Computerspielen auf dieses virtuelle Erinnern einwirken und welche narrativen Muster bei der Darstellung historischer Kriege des 20. Jahrhunderts beobachtet werden können.

29,80 € *

2012-09-20, 264 Seiten
ISBN: 978-3-8376-2186-0

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Steffen Bender

Steffen Bender, Eberhard Karls Universität Tübingen, Deutschland

... mit Steffen Bender

1. »Bücher, die die Welt nicht braucht.« Warum trifft das auf Ihr Buch nicht zu?

Sich mit Computerspielen wissenschaftlich auseinanderzusetzen und sie als Medien ernst zu nehmen, ist nicht nur spannend, sondern auch notwendig: Schon allein ihre immense Verbreitung gebietet förmlich einen zweiten und dritten Blick. Unsere Vorstellungen von Geschichte werden heute außerdem selten durch wissenschaftliche Abhandlungen geprägt, sondern maßgeblich durch populäre Darstellungsformen – ein Grund mehr, sich mit diesen Geschichtsbildern und dem, was hinter ihnen steckt, zu befassen.

2. Welche neuen Perspektiven eröffnet Ihr Buch?

Computerspiele, die Geschichte zeigen, als Teile der Erinnerungskultur zu verstehen, scheint mehrere Vorteile mit sich zu bringen: Zum einen können gezielt die Techniken untersucht werden, mit denen ein Medium Vergangenheit abbildet. Zum anderen können die Geschichtsbilder nach Querverbindungen zu anderen Formen der Erinnerungskultur befragt werden. Gerade diese Hintergründe und Referenzen habe ich bei der Bearbeitung des Projektes als besonders faszinierend empfunden.

3. Welche Bedeutung kommt dem Thema in den aktuellen Forschungsdebatten zu?

Die Geschichtswissenschaft beschäftigt sich bereits seit einiger Zeit mit der Darstellung von Geschichte in Unterhaltungsmedien und der Populärkultur. Derzeit werden in verschiedenen Forschungsprojekten auch Computerspiele von Historikern untersucht. Die Spiele müssen hierbei noch grundlegend als potenzielle Untersuchungsgegenstände vorgestellt werden. Wenn mein Buch hierzu beitragen und Möglichkeiten aufzeigen kann, wie sich Historiker Computerspielen nähern können, wäre eines meiner Ziele erreicht.

4. Mit wem würden Sie Ihr Buch am liebsten diskutieren?

Mit den Entwicklern und Autoren, die die Spiele entworfen und Geschichtsbilder in sie eingeschrieben haben: Wie sie sich über die dargestellten Kriege informieren, welche persönlichen Vorstellungen von Geschichte im Allgemeinen sie haben und welche Rolle sie sich selbst und ihren Arbeiten bei der Vermittlung von Geschichte beimessen, wären interessante Fragen.

5. Ihr Buch in einem Satz:

Geschichte in Computerspielen folgt eigenen Regeln, ist jedoch meist vielschichtiger und weniger trivial, als häufig angenommen wird.

O-Ton: »Ein anderer Umgang mit der Erzählung von Geschichte« – Steffen Bender im Interview bei L.I.S.A, dem Wissenschaftsportal der Gerda Henkel Stiftung am 19.11.2015.
http://bit.ly/2jMhUJG
»Steffen Bender [hat] eine Studie vorgelegt, in der er nicht nur einige zentrale Defizite der wissenschaftlichen Erschließung von Historienspielen angeht, sondern die behandelten Spiele über offenkundig vorhandene praktische Kenntnisse auch präzise beschreibt.«
Lutz Schröder, H-Soz-u-Kult, 14.02.2013
Besprochen in:

Zeitschrift für Innere Führung, 2-3 (2013), Aschot Manutscharjan
Zeitschrift für Geschichtsdidaktik, 14 (2013), Waldemar Grosch
Kinder- und Jugendliteraturforschung, 2012/2013, Nadine Maria Seidel
Autor_in(nen)
Steffen Bender
Buchtitel
Virtuelles Erinnern Kriege des 20. Jahrhunderts in Computerspielen
Verlag
transcript Verlag
Seitenanzahl
264
Ausstattung
kart., zahlr. Abb.
ISBN
978-3-8376-2186-0
DOI
Warengruppe
1559
BIC-Code
HBTB JFC HBLW
BISAC-Code
HIS054000 SOC022000 HIS037070
THEMA-Code
NHTB JBCC
Erscheinungsdatum
2012-09-20
Auflage
1
Themen
Popkultur, Erinnerungskultur, Kulturgeschichte
Adressaten
Geschichtswissenschaft, Kulturwissenschaften, Medienwissenschaft
Schlagworte
Computerspiele, Medien, Erinnerung, Kultur, Geschichte, Krieg, Kulturgeschichte, Erinnerungskultur, Popkultur, Geschichte des 20. Jahrhunderts, Geschichtswissenschaft

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