Doing Health in der Gemeinschaft

Brustkrebsgene zwischen gesellschaftlicher, familiärer und individueller Gesundheitsnorm

Gesundheit als soziales Produkt: Moderne prädiktive Brustkrebsgentests liefern heute gesundheitsrelevantes Wissen mit eindeutiger Familienanbindung. Britta Pelters zeichnet erstmalig nach, wie Gesundheit im Unbestimmten des Risikodiskurses sowohl familial sozialisiert als auch individuell normiert wird. Ausgehend von dieser Praxis des »doing health« entwickelt sie einen konstruktivistischen, subjektiv-relationalen Gesundheitsbegriff, der der healthistisch fetischisierten Debatte um Gesundheit gerecht wird. Gleichzeitig wird mit dem Konzept der Individualnorm ein praktischer Bezugspunkt für die Arbeit im Feld der Gesundheitsförderung und Prävention angeboten.

44,80 € *

2012-11-21, 392 Seiten
ISBN: 978-3-8376-2225-6

Sofort versandfertig,
Lieferzeit 3-5 Werktage innerhalb Deutschlands

Preise inkl. Mehrwertsteuer. Versandkostenfreie Lieferung innerhalb Deutschlands, für Ausnahmen siehe Details.

Mengenrabatt

Weiterempfehlen

Britta Pelters

Britta Pelters, Pädagogin und Humanbiologin, Schweden

... mit Britta Pelters

1. »Bücher, die die Welt nicht braucht.« Warum trifft das auf Ihr Buch nicht zu?

Das Buch lenkt den Blick konsequent auf persönliche Gesundheit als ein soziales Produkt, dem eben kein ›naturgegebenes‹ organisches Korrelat zugrunde liegt. Letztlich bedeutet dies eine dringend benötigte Infragestellung der gesundheitskapitalistischen Individualzentrierung des Gesundheitssystems, zu dem das Buch mit seinem konstruktivistischen gesundheitstheoretischen Ansatz und dem Vorschlag der Individualnorm praktische Instrumente liefert.

2. Welche neuen Perspektiven eröffnet Ihr Buch?

Es erforscht anhand von hermeneutischen Fallrekonstruktionen die soziale Seite von Gesundheit, zum einen als Konstrukt in familialer Tradition und Auseinandersetzung, zum anderen als gesellschaftliche Gesundheitsnorm und deren Verhältnis zu individuellen Normierungspraxen. Das Zusammenspiel von familiärer, gesellschaftlicher und persönlicher Perspektive ermöglicht ein umfassendes Verständnis der Gesundheitskonstruktionen in den Fallrekonstruktionen aus einer neuen, normkritischen Perspektive.

3. Welche Bedeutung kommt dem Thema in den aktuellen Forschungsdebatten zu?

Während die Subjektivierung von genetischen Gesundheitsdaten eine gewisse Tradition hat, ist deren ›Sozialisierung‹ bislang unterbelichtet. Familie z.B. wurde eher als informations-, denn sinnvermittelnder Kontext erforscht. Des Weiteren sind Healthismus, die Auflösung von Gesundheit als Kategorie und die (eher bspw. auf Verantwortung reduzierte) Gesundheitsnorm soziologisch erfasste Phänomene, deren differenzierte Verankerung in der Lebenswirklichkeit konkreter Fälle jedoch bislang kaum vorliegt.

4. Mit wem würden Sie Ihr Buch am liebsten diskutieren?

Mit all denen, die davon ausgehen, dass wir mit einem adäquaten Gesundheitsengagement und einer ebensolchen Einstellung ein gesundheitliches ›living happily ever after‹ erreichen können sowie mit denen, die medizinischen objektiven Gesundheitsdaten zutrauen, tatsächlich Gesundheit zu erfassen, und die dabei die Kreativität sozial eingebundener Menschen unterschätzen oder für falsch erklären.

5. Ihr Buch in einem Satz:

Das Buch vermittelt, dass Gesundheit ein soziales Konstrukt darstellt, dessen Ergebnis nichts anderes als eine weitere Kopie ohne Original ist.

Autor_in(nen)
Britta Pelters
Buchtitel
Doing Health in der Gemeinschaft Brustkrebsgene zwischen gesellschaftlicher, familiärer und individueller Gesundheitsnorm
Verlag
transcript Verlag
Seitenanzahl
392
Ausstattung
kart., zahlr. Abb.
ISBN
978-3-8376-2225-6
DOI
10.14361/transcript.9783839422250
Warengruppe
1729
BIC-Code
JFFH MBS JHB
BISAC-Code
SOC057000 SOC022000 MED000000
THEMA-Code
JBFN MBS JHB
Erscheinungsdatum
2012-11-21
Auflage
1
Themen
Medizin, Körper
Adressaten
Soziologie, Sozialwissenschaften, Gesundheitswissenschaften, Medizin, Psychologie, Pädagogik
Schlagworte
Brustkrebsgene, Familie, Gesundheitstheorie, Gesundheitsnorm, Gesundheitssozialisation, Healthismus, Körper, Medizin, Medizinsoziologie, Life Sciences, Soziologie

Unsere Website verwendet Cookies, um bestimmte Funktionen bereitzustellen.

Datenschutzerklärung