Das Stereotyp als Metapher

Zur Demontage des Antisemitismus in der Gegenwartsliteratur

Was unterscheidet die Produktion von antisemitischen Stereotypen von einem dekonstruierenden Umgang mit ihnen? Paula Wojcik spürt der Frage nach und erarbeitet anhand der deutschsprachigen, US-amerikanischen und polnischen Gegenwartsliteratur einen Katalog von Strategien, die der Stereotypen-Demontage dienen.

Die Analyse zeigt, wie an sich ›harmlose‹ gesellschaftlich verankerte Konzepte von Gesellschaft, Mensch oder Moral Stereotype generieren können. Auf diesem Weg gelingt es, grundlegende Momente von Antisemitismus und ihre Kohärenz mit Welt- und Gesellschaftsbildern zu beschreiben. Die Studie bietet so einen allgemein verständlichen Zugang zur Organisation antisemitischen Denkens und zeigt, wie literarische Texte dieses durchbrechen können.

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2013-06-13, 310 Seiten
ISBN: 978-3-8376-2246-1

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Paula Wojcik

Paula Wojcik, Friedrich-Schiller-Universität Jena, Deutschland

... mit Paula Wojcik

1. »Bücher, die die Welt nicht braucht.« Warum trifft das auf Ihr Buch nicht zu?

Das Buch zeigt, dass fiktionale literarische Texte (immer noch) aktuelle gesellschaftliche Diskurse mitgestalten können. Im Fall des Antisemitismus schreibe ich der Literatur eine besonders starke Rolle zu: Mit dezidiert literarischen Mitteln können Klischees und Vorurteile destabilisiert und unterlaufen werden.

2. Welche neuen Perspektiven eröffnet Ihr Buch?

Es macht deutlich, dass eine Auseinandersetzung mit dem Antisemitismus keine Sache einer bestimmten Nationalliteratur oder literarischen Gattung ist, sondern ein transkulturelles Anliegen, das die Literaturen ehemaliger Opfer- und Täternationen gleichermaßen beschäftigt. Es zeigt auch, dass eine gewisse aufklärerisch-didaktische Stoßrichtung keineswegs moralisierend sein muss, sondern, im Gegenteil, witzig, provokativ und literarisch wertvoll sein kann.

3. Welche Bedeutung kommt dem Thema in den aktuellen Forschungsdebatten zu?

Es gibt das Forschungsfeld des literarischen Antisemitismus, das naturgemäß ein pessimistisches Bild der Rolle von Literatur bei der Erhaltung und Verbreitung antisemitischer Klischees zeichnet. Mir war es wichtig zu zeigen, dass es auch Literatur gibt, die an der Dekonstruktion antisemitischer Stereotype beteiligt ist. Für die Forschungslandschaft stellt es also eine Bereicherung mit optimistischer Blickrichtung dar.

4. Mit wem würden Sie Ihr Buch am liebsten diskutieren?

Mit Gotthold Ephraim Lessing. Es würde mich brennend interessieren, wie dieser streitlustige Mann die heutigen Debatten um Religionsfreiheit und Migration bewerten würde und ob er meine Einschätzung der Rolle von Literatur in diesen Debatten teilt.

5. Ihr Buch in einem Satz:

Ein Buch, das den Beweis für die aufklärerische Kraft der Literatur und die nachhaltige literarische Kraft der Aufklärung antritt.

»Wojciks Lektüren sind tiefsinnig und laden zu einer Relektüre der behandelten Romane ein.«
Olaf Kistenmacher, www.literaturkritik.de, 23.11.2016
»Die methodologisch avancierte Arbeit zeigt, wie komplex und dynamisch nit den ›Bildern vom Juden‹ verfahren wird und wie Literatur als Interdiskurs ihr Potenzial nutzt, Klischees, Denkbilder und Stereotype zu demontieren.«
Thomas Wägenbaur, GERMANISTIK, 55/1-2 (2014)
Besprochen in:
IDA NRW, 4 (2014)
Autor_in(nen)
Paula Wojcik
Buchtitel
Das Stereotyp als Metapher Zur Demontage des Antisemitismus in der Gegenwartsliteratur
Verlag
transcript Verlag
Seitenanzahl
310
Ausstattung
kart.
ISBN
978-3-8376-2246-1
DOI
10.14361/transcript.9783839422465
Warengruppe
1562
BIC-Code
DSB JFSR1
BISAC-Code
LIT000000 LIT004170 SOC049000
THEMA-Code
DSB QRJP
Erscheinungsdatum
2013-06-13
Auflage
1
Themen
Literatur, Rassismus, Judentum
Adressaten
Literaturwissenschaft, Linguistik, Germanistik, Slavistik, Antisemitismusforschung, Jüdische Studien
Schlagworte
Literatur, Polen, Deutschland, USA, Antisemitismus, Metapher, Stereotyp, Judentum, Rassismus, Allgemeine Literaturwissenschaft, Germanistik, Jüdische Studien, Literaturwissenschaft

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