»München wird moderner«

Stadt und Atmosphäre in den langen 1960er Jahren

München ist in den langen 1960er Jahren eine Stadt, in der alles vorstellbar und vieles möglich geworden ist. »München wird moderner« heißt es auf den Bautafeln für das U-Bahn-Netz. Die »Weltstadt mit Herz« wird zur »Heimlichen Hauptstadt Deutschlands«. In dieser Situation erhält München 1966 den Zuschlag für Olympia und wird 1972 zum weltweit beachteten Austragungsort der Sommerspiele.

Simone Egger zeichnet nach, wie sich die Stadt im Zeitraum von 1958 bis 1973 in eine postmoderne Metropole verwandelt. Ausgehend von dem Konzept des Stadthabitus befasst sich ihre Studie mit der Biographie von München und fragt nach der besonderen Atmosphäre in dieser einschneidenden Epoche.

Auszeichnung

Promotionspreis für hervorragende wissenschaftliche Arbeiten 2011 der Münchner Universitätsgesellschaft

Hochschulpreis 2012 der Landeshauptstadt München

32,80 € *

2013-03-19, 482 Seiten
ISBN: 978-3-8376-2282-9

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Simone Egger

Simone Egger, Ludwig-Maximilians-Universität München, Deutschland

... mit Simone Egger

1. »Bücher, die die Welt nicht braucht.« Warum trifft das auf Ihr Buch nicht zu?

»München wird moderner« beschäftigt sich mit einem Zeitraum, zu dem es bisher kaum Publikationen gibt. Ausgehend von der Stadt als Schnittstelle eröffnen sich ganz unterschiedliche Felder und Kontexte. Es geht um lokale Zusammenhänge und ebenso um eine Großstadt am Übergang von der Moderne hin zur Postmoderne. Thema ist auch ein Weltereignis, Olympia 1972. In meinem Buch versuche ich zu zeigen, was in den langen 1960er Jahren mit München und seinen Bewohnerinnen und Bewohnern geschehen ist. Im Mittelpunkt stehen die Stadt, die Menschen und ihre Geschichten.

2. Welche neuen Perspektiven eröffnet Ihr Buch?

»München wird moderner« ermöglicht Einblicke in eine Epoche, die für die Gegenwart ungeheuer bedeutend ist. Das Verstehen der Stadt, ihrer Bilder und Räume, ist ein zentrales Moment der Arbeit. Den städtischen Organismus verstehe ich als Gewebe und möchte zeigen, wie komplex historische Positionen, habituelle Eigenschaften, politische Entwicklungen, soziale Figuren und ästhetische Qualitäten ineinander wirken. Um der Komplexität der Stadt gerecht werden zu können, bin ich von Rolf Lindners Idee eines urbanen Habitus ausgegangen und habe sie mit Gernot Böhmes und Wolfgang Welschs Überlegungen zu einer allgemeinen Ästhetik verknüpft.

3. Welche Bedeutung kommt dem Thema in den aktuellen Forschungsdebatten zu?

Die Stadt gilt heute in den unterschiedlichsten Disziplinen als etablierter Forschungsgegenstand. »München wird moderner« befasst sich aus einer kulturwissenschaftlichen Sicht mit einer konkreten Stadt und verbindet Ansätze der urbanen und der historischen Anthropologie. In die Betrachtung fließen aber auch Erkenntnisse und Zugangsweisen aus den Geschichtswissenschaften, der Soziologie, der Literaturwissenschaften, der Architektur oder der Kunstgeschichte ein. Die Ethnographie soll zeigen, welch vielfältige Materialien und Ansätze aus den verschiedensten Fachrichtungen zusammengedacht werden können, um sich einer Stadt zu nähern.

4. Mit wem würden Sie Ihr Buch am liebsten diskutieren?

Zunächst einmal wird es interessant sein, mit Kolleginnen und Kollegen aus dem Bereich der empirischen Kulturwissenschaften zu diskutieren. Gleiches gilt für die Geschichtswissenschaften, vielfach sind solche Debatten bereits in den Band eingeflossen. »München wird moderner« soll aber auch in anderen Fachbereichen wahrgenommen werden, zu denken ist an die Stadtplanung. Die Diskussion mit Kolleginnen und Kollegen aus der Praxis, etwa aus Museen, stelle ich mir anregend vor. Wünschenswert ist ein Austausch mit Forscherinnen und Forschern über den deutschsprachigen Raum hinaus, die Olympischen Spiele bieten dafür entsprechendes Potential. Das Buch soll zugleich neue und alte Stadtbewohnerinnen und -bewohner ansprechen, die etwas über München erfahren oder sich erinnern wollen.

5. Ihr Buch in einem Satz:

»München wird moderner« beschäftigt sich mit den langen 1960er Jahren und eröffnet Einblicke in eine ganz besondere Phase der städtischen Biographie.

»Zur Lektüre kann man nur sagen: Schee wars.«
Andrea Hauser, Bayerisches Jahrbuch für Volkskunde 2014
»Eine kongeniale Biografie Münchens in den langen 1960er-Jahren.
Das Buch bietet neben seinen historisch-ethnografischen Rekonstruktionen und konstellatorischen Versuchsanordnungen eine Fülle von kulturanalytischen Einsichten an. Gleichzeitig ist es auch für ein breiteres Publikum anschlussfähig und in diesem Sinne auch als ein gewichtiger Beitrag zur öffentlichen Diskussion über Stadtentwicklung, Urbanität und städtische Erinnerungskultur zu lesen.«
Jens Wietschorke, Zeitschrift für Volkskunde, 1 (2014)
Besprochen in:

Schönere Heimat, 3 (2013), Wolfgang Pledl
www.uni-muenchen.de, 06.06.2013
Fraunhofer IRB, 8 (2013)
Literaturdatenbank ORLIS, 10 (2013)
Radio Bayern 2, 02.10.2016, Katinka Strassberger
Autor_in(nen)
Simone Egger
Buchtitel
»München wird moderner« Stadt und Atmosphäre in den langen 1960er Jahren
Verlag
transcript Verlag
Seitenanzahl
482
Ausstattung
kart.
ISBN
978-3-8376-2282-9
DOI
Warengruppe
1725
BIC-Code
JFSG HBJD HBTB
BISAC-Code
SOC026030 HIS014000 HIS054000
THEMA-Code
JBSD NHD NHTB
Erscheinungsdatum
2013-03-19
Auflage
1
Themen
Stadt
Adressaten
Volkskunde/Europäische Ethnologie, Kulturwissenschaften, Soziologie, Urban Studies, Neuere und Neueste Geschichte, Zeitgeschichte sowie die interessierte Öffentlichkeit
Schlagworte
München, Stadt, Atmosphäre, Urbanität, Olympia, Modernisierung, Postmodernismus, Habitus, Urban Studies, Deutsche Geschichte, Kulturgeschichte, Zeitgeschichte, Soziologie

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