Freiheit, Gleichheit und Intoleranz

Der Islam in der liberalen Gesellschaft Deutschlands und Europas

Der Umgang mit dem Islam stellt die fundamentale Bewährungsprobe für die liberale Verfasstheit der westlichen Gesellschaften dar. Kai Hafez nimmt die erste umfassende Bestandsaufnahme der Gleichstellung, Integration und Anerkennung des Islams in Deutschland und Europa vor. Sein differenzierter Blick zeigt: Während sich die politischen Systeme langsam auf die Anwesenheit von Muslimen einstellen, bleibt die »liberale Gesellschaft« oft weit hinter ihren Ansprüchen zurück. Die »Sarrazin-Debatte« und rassistische Morde sind nur die Spitze tiefer liegender Unfähigkeiten vieler Europäer, die Globalisierung in ihre Lebenswelt zu integrieren.

Um die Demokratie zu stützen, bedarf es nicht weniger als einer Neuerfindung der »liberalen Gesellschaft«. Nicht nur Politik und Bürger, sondern auch die Institutionen der Medien, Wissenschaft, Schule und Kirchen müssen sich rundum erneuern.

»Die Islam-Integration ist eine zentrale Herausforderung für die liberale Demokratie in den europäischen Einwanderungsländern. Das Buch von Kai Hafez bietet ein theoretisches und systematisches Fundament für die Diskussion dieser Schlüsselfrage.« (Prof. Dr. Klaus J. Bade, Migrationsforscher, Publizist, Politikberater) 

29,80 € *

2013-02-01, 376 Seiten
ISBN: 978-3-8376-2292-8

Sofort versandfertig,
Lieferzeit 3-5 Werktage innerhalb Deutschlands

Preise inkl. Mehrwertsteuer. Versandkostenfreie Lieferung innerhalb Deutschlands, für Ausnahmen siehe Details.

Mengenrabatt

Weiterempfehlen

Kai Hafez

Kai Hafez, Universität Erfurt, Deutschland

... mit Kai Hafez

1. »Bücher, die die Welt nicht braucht.« Warum trifft das auf Ihr Buch nicht zu?

Es gibt viele Bücher über den Islam in Deutschland oder in Europa, aber keines bietet eine Übersicht über wesentliche Entwicklungen in so unterschiedlichen Sektoren wie Politik, Gesellschaft, Medien, Wissenschaft, Schule und Kirchen. Befunde der empirischen Sozialforschung, die die Öffentlichkeit vielfach sehr bruchstückhaft diskutiert, werden zudem vor dem Hintergrund von Theorien der liberalen Demokratie, der integrativen und anerkennenden Sozialtheorie sowie der deliberativen Kommunikations- und Wissenstheorie sinnvoll und ausgewogen gedeutet.

2. Welche neuen Perspektiven eröffnet Ihr Buch?

Das Buch erörtert die Gefahren eines drohenden Bruchs zwischen einem Rechts- und Politiksystem, das sich in Europa – trotz vieler Widersprüche und Rückentwicklungen – langsam um Inklusion von muslimischen Zuwanderern bemüht, und einer auf hohem Niveau stagnierenden Islamfeindlichkeit in weiten Teilen europäischer Gesellschaften. Derartige Spannungen zwischen System und Lebenswelt müssen nicht die Demokratie gefährden, können unsere liberale Demokratie aber in Richtung einer hegemonialen Radikaldemokratie verändern. Die Folgen dieser Entwicklung sind für uns alle noch gar nicht absehbar.

3. Welche Bedeutung kommt dem Thema in aktuellen Debatten in Wissenschaft und Gesellschaft zu?

Das Thema Islam ist eine zentrale Frage der heutigen multikulturellen Gesellschaft, die von der Wissenschaft dringend disziplinenübergreifend in Fächern wie Politikwissenschaft, Soziologie, Kultur- und Kommunikationswissenschaft verankert werden sollte. Die bisherige Arbeitsteilung zwischen einer Islamwissenschaft, die den Islam kennt, und anderen Geistes- und Sozialwissenschaften, die alles außer dem Islam kennen, funktioniert nicht mehr und wird in dem Buch herausgefordert.

4. Welche besonderen Aspekte kann die wissenschaftliche Betrachtung in die öffentliche Diskussion einbringen?

Aspekte, die in der häufig sensationalistisch zugespitzten Debatte über den Islam in Deutschland und Europa untergehen, obwohl die empirisch längst gut belegbar sind. Die Muslime Europas sind in ihrer großen Mehrheit nicht so integrations- und systemfeindlich, wie vielfach behauptet wird, auch wenn bestimmte Sprach-, Bildungs- und Solidaritätsmängel erkennbar sind. Die Mehrheitsgesellschaft ist weitaus weniger solidarisch, kontakt- und integrationsbereit als es dem idealisierten Selbstbild einer angeblich post-rassistischen Gesellschaft entspräche. Auch wenn wir es nicht gerne hören: Es gibt Defizite auch bei uns, in unserer zivilen Kultur – die Politik ist nicht an allem schuld.

5. Mit wem würden Sie Ihr Buch am liebsten diskutieren?

Mit jedem, der bereit ist, es ohne Scheuklappen zu lesen. Und mit Jürgen Habermas.

6. Ihr Buch in einem Satz:

›Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit‹ ist die Brüderlichkeit (bzw. Geschwisterlichkeit) abhanden gekommen.

»Ein sehr spannendes Buch.«
Thilo Scholle, spw, 3 (2015)
»[Kai Hafez'] differenzierter Blick zeigt: Während sich die politischen Systeme langsam auf die Anwesenheit von Muslimen einstellen, bleibt die ›liberale Gesellschaft‹ oft weit hinter ihren Ansprüchen zurück.«
André Ritter, Theologische Literaturzeitung, 3 (2014)
»Der Medienwissenschaftler Kai Hafez fordert in seinem Buch, dass sich alle Bereiche der Gesellschaft umorientieren müssen: Politik, Wissenschaft, Schule, Kirchen, Medien. Diesem Befund kann sich die Initiative Teilnehmende Medienbeobachtung nur anschließen.«
Ingrid Thurner, Südwind, 10 (2013)
»Die Darstellung von Hafez leuchtet die hohe Komplexität und die Ambivalenzen des Themas aus. Das Buch ist eine konzise geschriebene, literaturgesättigte Darstellung, die eine Vielzahl von theoretischen Ansätzen und empirischen Studien im Sinne eines großangelegten Forschungsberichtes verarbeitet. Und Hafez hat eine Botschaft: Europa muß, das zeigt der Umgang mit dem Islam, sich und seine Institutionen erneuern. Die Anerkennung religiöser Minderheiten ist dabei essentieller Bestandteil einer grundsätzlichen politischen und sozialen Emanzipation der europäischen Gesellschaften.«
Frauke Klinge, Junge Welt, 09.09.2013/Contraste, 9 (2013)
»Eine gewinnbringende Lektüre, die sich als Überblick und Diskussionsgrundlage zum Thema Islam in Europa sehr gut eignet.«
Jan Achim Richter, PW-Portal für Politikwissenschaft, www.pw-portal.de, 6 (2013)
»Kai Hafez geht den brennenden Gesellschaftsfragen unserer Zeit auf den Grund.«
Wolfgang Taus, Wiener Zeitung, 16.04.2013
»[Hafez' Diskussion einer] Vielzahl der durchaus kontroversen wissenschaftlichen Befunde der in Zentral-, Nord- und Westeuropa durchgeführten Forschungsarbeiten und ihre Fokussierung auf die ›deutschen Verhältnisse‹ stellen eine wichtige Markierung dar. Die sozialwissenschaftliche Forschung wie auch die gesellschaftlichen Auseinandersetzungen werden davon profitieren.«
Jos Schnurer, www.socialnet.de, 14.03.2013
Besprochen in:

www.via-bund.de, 3 (2013)
MiGAZIN, 3 (2013)
SWR international, 14.03.2013
BZgA-Infodienst Migration, 2 (2013)
IDA-NRW, 1 (2013)
terra cognita, 22 (2013)
Arab Studies Quarterly, 12 (2013), Shiraz Dossa
http://islam.de, 16.09.2013, Mohammed Khallouk
SWR2 – Die Buchkritik, 23.8.2013, Reiner Scholz
Deutschlandradio Kultur/Lesart, 11.08.2013, Serdar Günes
Internationale Politik, 5/6 (2013) , Luisa Seeling
Zaman Online, 19.03.2013, Ismail Kul
Medienspiegel Deutsch-Maghrebinische Gesellschaft, 3 (2013)
Deutschlandfunk, 28.06.2013, Thorsten G. Schneiders
http://centrum3.at
Soziologische Revue, 38/1 (2015), Levent Tezcan
IDA-NRW, 1 (2015)
Autor_in(nen)
Kai Hafez
Buchtitel
Freiheit, Gleichheit und Intoleranz Der Islam in der liberalen Gesellschaft Deutschlands und Europas
Verlag
transcript Verlag
Seitenanzahl
376
Ausstattung
kart.
ISBN
978-3-8376-2292-8
DOI
10.14361/transcript.9783839422922
Warengruppe
1733
BIC-Code
JPHV JFSR2
BISAC-Code
POL007000 SOC049000 POL032000
THEMA-Code
JPHV QRPP
Erscheinungsdatum
2013-02-01
Auflage
1
Themen
Politik, Religion, Zeitdiagnose, Islam
Adressaten
Politikwissenschaft, Soziologie, Medien- und Kommunikationswissenschaft, Pädagogik, Religionswissenschaft sowie die interessierte Öffentlichkeit
Schlagworte
Islam und Liberale Demokratie, Islam und Rassismus, Islambild der Medien, Islam und Schule, Islam und Kirche, Politik, Islam, Religion, Demokratie, Islamwissenschaft, Migration, Politikwissenschaft

Unsere Website verwendet Cookies, um bestimmte Funktionen bereitzustellen.

Datenschutzerklärung