Wir sind die Medien

Internet und politischer Wandel in Iran

Ob »Twitter-Revolution« oder »Cyberdemokratie« – häufig prägen Schlagworte die Debatte zum politischen Potenzial des Internets. Jenseits von Mythisierungen untersucht Marcus Michaelsen die Nutzung neuer Medien durch Opposition und Zivilgesellschaft im Iran – angefangen von den ersten Reformwebseiten über die Blogs von Journalisten und Frauenrechtlerinnen bis hin zu den sozialen Medien der Grünen Bewegung. Durch die Verknüpfung präziser Landeskenntnis mit Theorien der Politik- und Kommunikationswissenschaft entsteht eine ebenso fundierte wie anschauliche Analyse der Leistungen und Grenzen von Internetanwendungen in Prozessen des politischen Wandels.

Nominierung

Deutscher Studienpreis der Körberstiftung 2013

32,80 € *

2013-04-09, 352 Seiten
ISBN: 978-3-8376-2311-6

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Marcus Michaelsen

Marcus Michaelsen, Universität Erfurt, Deutschland

... mit Marcus Michaelsen

1. »Bücher, die die Welt nicht braucht.« Warum trifft das auf Ihr Buch nicht zu?

Weil wir mitten in einer faszinierenden Entwicklung stecken: Weltweit nutzen immer mehr Menschen das Internet, um Politik und Gesellschaft zu verändern. Mein Buch nutzt ein Fallbeispiel, um Einblick in diesen Prozess zu bieten. Und weil Iran immer wieder die Schlagzeilen bestimmt. Im Buch geht es ja nicht nur um das Internet, sondern auch um den politischen Kontext – durchaus hilfreich, um zu verstehen, was derzeit in einem der spannendsten Länder der Region vor sich geht.

2. Welche neuen Perspektiven eröffnet Ihr Buch?

Ich betrachte längerfristig die Nutzung von digitalen Medien durch Zivilgesellschaft und Opposition, gehe also über spektakuläre Krisenmomente, die gewöhnlich die Aufmerksamkeit von Medien und Forschung anziehen, hinaus. Es geht um die politische Rolle von Onlinenachrichten, um kleine, aber intensive Blogdebatten, um den Einsatz für Frauen- und Bürgerrechte im Netz. Aber auch um die Reaktionen des Staates, also um Zensur und politische Restriktionen.

3. Welche Bedeutung kommt dem Thema in den aktuellen Forschungsdebatten zu?

Seit den Protesten 2009 gilt Iran als zentrales Beispiel in der Debatte über digitale Medien und politischen Wandel. Dazu äußern sich meist entweder Politik- und Medienwissenschaftler, die nur wenig über die sozialen und politischen Hintergründe der Ereignisse wissen, oder aber Regionalexperten, die kaum auf relevante Theorien zugreifen. Hier sollen beide Stränge zusammenkommen: Erst eine Diskussion wichtiger Theorieansätze, dann eine detaillierte Fallstudie.

4. Mit wem würden Sie Ihr Buch am liebsten diskutieren?

Immer wieder gern mit iranischen Bloggern, Aktivisten und Journalisten – den Protagonisten sozusagen. Mit ihrer Kreativität und Courage haben sie nicht nur mein Interesse für das Thema geweckt, sondern haben mir auch erhellende Einschätzungen zu ihren Aktivitäten und den Entwicklungen in Iran gegeben. Jetzt wäre ich gespannt auf ihr Urteil!

5. Ihr Buch in einem Satz:

Warum digitale Medien wichtig für politische Veränderung sind und warum wir keine Wunder erwarten dürfen.

»Auf spannende und kenntnisreiche Weise hat Michaelsen in seinem Buch [...] geschildert, dass die im Internet entstandenen Debatten und kommunikativen Vernetzungen nicht nur die ›konservative Führungsriege herausgefordert‹ haben, sondern zu einer Diversifizierung der Meinungsbildung im Inland sowie zur Wahrnehmung der iranischen Reformbewegung im Ausland geführt haben.«
Christine Horz, Global Media Journal, 15.12.2013
»Insgesamt stellt Michaelsens Arbeit einen wichtigen Beitrag zu einer Medienwissenschaft dar, die sich mit exzellenten Regionalkenntnissen und in transregionaler Perspektive den Zusammenhängen von Kommunikation, Politik und Nutzung von Medientechnologien widmet.«
Bettina Gräf, DAVO, 36/37 (2014)
»Ein solider und gut recherchierter Beitrag zur Erfoschung der Rolle des Internets im zeitgenössischen Iran.«
Rüdiger Lohlker, Wiener Zeitschrift zur Kunde des Morgenlandes, 104 (2014)
Besprochen in:
GMK-Newsletter, 5 (2013)
Portal für Politikwissenschaft, 9 (2013), Wahied Wahdat-Hagh
Wiener Zeitung, 28.05.2013
www.qantara.de, 05.08.2013, Sarah Schaschek
Asiatische Studien, 68/1 (2014), Urs Gösken
Autor_in(nen)
Marcus Michaelsen
Buchtitel
Wir sind die Medien Internet und politischer Wandel in Iran
Verlag
transcript Verlag
Seitenanzahl
352
Ausstattung
kart.
ISBN
978-3-8376-2311-6
DOI
10.14361/transcript.9783839423110
Warengruppe
1744
BIC-Code
JFD JPW
BISAC-Code
SOC052000 POL003000
THEMA-Code
JBCT1 JPW
Erscheinungsdatum
2013-04-09
Auflage
1
Themen
Politik, Internet, Zivilgesellschaft
Adressaten
Kommunikations- und Medienwissenschaften, Politikwissenschaft, Islam- und Regionalwissenschaft sowie die interessierte Öffentlichkeit
Schlagworte
Internet, Demokratisierung, Iran, (Soziale) Medien, Zivilgesellschaft, Opposition, Blogs, Grüne Bewegung, Politik, Social Media, Mediensoziologie, Politikwissenschaft

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