Gewerkschaften und Leiharbeit

Über den aktiven Umgang mit Leiharbeit bei der IG Metall

Jahrzehntelang war auf dem deutschen Arbeitsmarkt eine Zunahme von Leiharbeit zu beobachten, ehe die Krise 2008/2009 zu Massenentlassungen unter Leiharbeitern führte. Doch wie wurde in den DGB-Gewerkschaften darauf reagiert? Am Beispiel der IG Metall und anknüpfend an Konzepte zu organisationalen Routinen und Fähigkeiten geht Dorit Meyer dieser Frage nach. Aus raumzeitlicher Sicht zeigt sie, wie das gewerkschaftliche Vorgehen bezüglich Leiharbeit zwischen den Standorten und Ebenen vor, während und nach der Krise variierte. Das Buch leistet so einen empirisch fundierten Beitrag zur Weiterentwicklung von Ressourcenansätzen.

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2013-04-09, 398 Seiten
ISBN: 978-3-8376-2334-5

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Dorit Meyer

Dorit Meyer, FOM Hochschule für Oekonomie und Management Köln, Deutschland

... mit Dorit Meyer

1. »Bücher, die die Welt nicht braucht.« Warum trifft das auf Ihr Buch nicht zu?

Die Zahl der Leiharbeiter auf dem deutschen Arbeitsmarkt wächst rasant und ein Ende des Booms ist nicht abzusehen. Über keine Beschäftigungsform wird so kontrovers in Medien, Politik und Gesellschaft diskutiert wie über Leiharbeit. In dem Buch wird aufgezeigt, wie seit Anfang der 1990er Jahre in Gewerkschaften versucht wird, eine Verbesserung der prekären Entlohnungs- und Arbeitsbedingungen in der Leiharbeit zu erzielen.

2. Welche neuen Perspektiven eröffnet Ihr Buch?

Am Beispiel der IG Metall und deren Umgang mit Leiharbeit wird dargestellt, inwiefern Gewerkschaften dazu imstande sind, auf die rasanten Veränderungen auf dem Arbeitsmarkt zu reagieren. Erstmals wird dabei eine geographische Perspektive eingenommen, weil diese auch die räumliche Struktur der Leiharbeitsbranche in Deutschland und die regionalen Unterschiede des gewerkschaftlichen Handelns bezüglich Leiharbeit erfassen kann.

3. Welche Bedeutung kommt dem Thema in den aktuellen Forschungsdebatten zu?

Anknüpfend an die organisationswissenschaftlichen Ansätze zu dynamischen Fähigkeiten, Lernprozessen und Wissenstransfer in Organisationen, an aktuelle Erkenntnisse der interdisziplinären Gewerkschaftsforschung sowie an die geographische Debatte zu Skalenkonzepten wird ein eigener analytischer Rahmen konzipiert, der die Entwicklung von neuen Fähigkeiten und Routinen in Gewerkschaftsorganisationen theoretisch-konzeptionell fassen kann.

4. Mit wem würden Sie Ihr Buch am liebsten diskutieren?

Über die in meinem Buch thematisierten Missstände in der Leiharbeit würde ich gerne mit Politikern, Gewerkschaftsvertretern und Führungskräften aus der Leiharbeitsbranche diskutieren. Welche Wege lassen sich gemeinsam finden, die zu einer gerechten Entlohnung und zu angemessenen Arbeitsbedingungen für Leiharbeiter führen? Darüber hinaus würde ich gerne zusammen mit Organisations-, Politik- und Sozialwissenschaftlern sowie Wirtschaftsgeographen über die Potenziale des Konzepts dynamischer Fähigkeiten für die Untersuchung von Gewerkschaften und anderen Organisationen reflektieren.

5. Ihr Buch in einem Satz:

Ein Beitrag zu einem kritischen Verständnis von Leiharbeit, zu Innovationen und Wandel in Gewerkschaften und zu den theoretischen Konzepten bezüglich Fähigkeiten und Routinen in Organisationen.

Besprochen in:
www.lehrerbibliothek.de, 8 (2013), Oliver Neumann
Mitbestimmung, 7/8 (2013), Dirk Manten
Autor_in(nen)
Dorit Meyer
Buchtitel
Gewerkschaften und Leiharbeit Über den aktiven Umgang mit Leiharbeit bei der IG Metall
Verlag
transcript Verlag
Seitenanzahl
398
Ausstattung
kart., zahlr. z.T. farb. Abb.
ISBN
978-3-8376-2334-5
DOI
10.14361/transcript.9783839423349
Warengruppe
1724
BIC-Code
JHBL
BISAC-Code
SOC026000 POL010000
THEMA-Code
JHBL
Erscheinungsdatum
2013-04-09
Auflage
1
Themen
Arbeit
Adressaten
Wirtschaftsgeographie, Sozialwissenschaften, Politikwissenschaften, Organisationswissenschaften
Schlagworte
Gewerkschaften, IG Metall, Leiharbeit, Wirtschaftskrise, Dynamische Fähigkeiten, Arbeitsmarkt, Arbeit, Arbeits- und Industriesoziologie, Wirtschaftssoziologie, Politische Soziologie, Politikwissenschaft, Soziologie

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