Körper 2.0

Über die technische Erweiterbarkeit des Menschen

Erfährt der Mensch ein Update, wie es der Prothetiker Hugh Herr mit seiner Formel von den »Humans 2.0« prophezeit? Die Diskussion um die Hightech-Prothesen eines Oscar Pistorius oder um Aufsehen erregende körpernahe Medien wie die Google-Brille zeigen einen Wandel der Ideen von Körperlichkeit: Verbessernde Eingriffe in und um den Körper werden nicht länger als notwendige Kompensation von Defiziten begriffen, sondern als wünschenswerte Optimierung und Steigerung.

Werden Körper »machbar«? Karin Harrasser situiert diese aktuellen Diskurse und Praktiken des Körpers und entwirft einen anderen Blick auf sie. Wie lässt sich über Technologien, Medien und Körper aus der Perspektive von teilsouveränem Handeln und Parahumanität sprechen?

17,99 € *

2013-10-08, 144 Seiten
ISBN: 978-3-8376-2351-2

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Karin Harrasser

Karin Harrasser, Kunstuniversität Linz, Österreich

... mit Karin Harrasser

1. »Bücher, die die Welt nicht braucht.« Warum trifft das auf Ihr Buch nicht zu?

Gibt es Bücher, die die Welt nicht braucht? Ob ein Buch hilfreich gewesen ist, etwas getroffen hat, unser Nachdenken bereichert hat, werden wir erst in Zukunft gewusst haben. Für dieses Buch hoffe ich, dass es die Zukunftsvorstellungen der Gegenwart über apokalyptische oder fortschrittsfromme Szenarien hinaus öffnet. Wir können nie wissen, wozu unsere Körper und Maschinen in der Lage sind. Und sowohl mit dem Körper als auch mit Maschinen werden wir dauerhaft zu Rande kommen müssen.

2. Welche neuen Perspektiven eröffnet Ihr Buch?

Im Zentrum des Buchs steht die Überzeugung, dass das Verhältnis von Mensch und Maschine über Fortschritts- und Unvermeidbarkeitserzählungen nicht zu fassen ist. Weder gibt es einen zwingenden Grund, dass der Körper technisch verbessert werden müsste, noch ist der Leib eine stabile, geschichtslose Substanz. Mein Vorschlag ist, unsere Beziehung zu technischen Körpererweiterungen im Vokabular von Teilsouveränität und Parahumanität neu auszubuchstabieren.

3. Welche Bedeutung kommt dem Thema in aktuellen Debatten in Wissenschaft und Gesellschaft zu?

Die Frage nach Umgangsweisen mit den immer zahlreicheren Möglichkeiten der technischen Körpermodifikation ist drängend, denn mit den Möglichkeiten von Informationstechnik, Pharmazeutik und Medizintechnik wachsen auch die Grauzonen: rechtlich, politisch, sozial und symbolisch sind wir mit neuen Handlungs- und Entscheidungsoptionen konfrontiert, für die unser kulturelles Repertoire eher dürftig ist. Das Buch entwickelt einige Begriffe und Anker für die Vorstellungskraft zur Erweiterung des kulturellen Inventars.

4. Welche besonderen Aspekte kann die wissenschaftliche Betrachtung in die öffentliche Diskussion einbringen?

Kulturwissenschaftliche Forschung hat die Aufgabe, Sprech- und Zeigeweisen der öffentlichen Debatte zu bereichern und aufzufächern, ja: zu verkomplizieren. Mittels historischer Fallstudien und einer Analyse aktueller Streitfälle (z.B. der Olympiateilnahme von Oscar Pistorius) wird gezeigt, welche impliziten Annahmen über den Körper, Gesundheit, Normalität in der Faszination für Prothesen und andere Körpererweiterungen eingewickelt sind. Sie zu explizieren und befragbar zu machen ist das Ziel des Buches.

5. Mit wem würden Sie Ihr Buch am liebsten diskutieren?

Mit Donna Haraway und mit paralympischen Athleten/-innen.

»Karin Harrasser führt [...] eine Reihe komplexer kulturwissenschaftlicher, medientheoretischer, anthropologischer und medizinethischer Diskurse pointiert zusammen.
Eine besondere Stärke des Buches liegt darin, dass die Autorin auf die damit verbundenen Herausforderungen an Individuum und Gesellschaft hinweist und Handlungsempfehlungen gibt.«
Manuel Schaper, kulturen, 2 (2015)
»Harrasser stellt bis dato peripher behandelte Fragen.«
Valentine Auer, Paradigmata, 11 (2014)
»Beeindruckender Essay.«
Rolf Löchel, www.literaturkritik.de, 03.06.2014
»Dieses [...] Buch zu lesen macht mit jeder Zeile Vergnügen.«
Britta Schinzel, Freiburger Universitätsblätter, 203/1 (2014)
»Wie es [...] gelingen kann, der Dauerpräsenz überindividueller, nicht-menschlicher Wesen im Zusammenleben sinnvoll zu begegnen, wird angesichts der wachsenden Möglichkeiten von Bio- und Medizintechnik zunehmend wichtiger und gleichermaßen schwieriger zu beantworten. Karin Harrasser liefert einen ersprießlichen Baustein dahingehend, wie den genannten Entwicklungen begrifflich und praktisch, programmatisch und spekulativ, bildhaft und narrativ begegnet werden kann, um ›die Abhängigkeiten und Anhänglichkeiten zwischen technischen und organischen Akteuren besser zu beobachten, zu analysieren, zu gestalten.‹«
Tom Bieling, www.designabilities.org, 28.12.2013
»Ein spannender Ansatz.«
Tanja Paar, diestandard.at, 03.12.2013
Besprochen in:

http://www.scoop.it, 10 (2013), Andreas König
http://antjeschrupp.com, 05.11.2013, Antje Schrupp
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 24.10.2013, Markus Huber
GMK-Newsletter, 11 (2013)
Missy Magazin, 4 (2013)
Deutschlandradio Kultur, 19.11.2013, Thomas Jaedicke
www.pop-zeitschrift.de, 12 (2013), Julia Diekämper
Berliner Zeitung, 28./29.12.2013, Franz Viohl
Humana.Mente Journal of Philosophical Studies, 26 (2014), Matthias Moosburger
deutsche jugend, 63/9 (2015)
Autor_in(nen)
Karin Harrasser
Buchtitel
Körper 2.0 Über die technische Erweiterbarkeit des Menschen
Verlag
transcript Verlag
Seitenanzahl
144
Ausstattung
kart.
ISBN
978-3-8376-2351-2
DOI
10.14361/transcript.9783839423516
Warengruppe
1729
BIC-Code
JHB JFC
BISAC-Code
SOC022000 SOC041000
THEMA-Code
JHB JBCC
Erscheinungsdatum
2013-10-08
Auflage
1
Themen
Technik, Körper, Zeitdiagnose, Medien
Adressaten
Medienwissenschaft, Kulturwissenschaft, Techniksoziologie, Technikgeschichte sowie die interessierte Öffentlichkeit
Schlagworte
Prothesen, Körper, Mensch, Human Enhancement, Medien, Kultur, Humans 2.0, Oscar Pistorius, Hugh Herr, Paralympics, Enhancement, Technik, Kulturtheorie, Medienwissenschaft, Kulturwissenschaft

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