Kulinarische Lektüren

Vom Essen und Trinken in der Literatur

In der Literatur wird häufig aufgetischt. Dazu gehört die Inszenierung von Mahlzeiten aller Art: das schlaraffische Tischleindeckdich, das barocke Schaugericht und das bürgerliche Festessen, das Nationalgericht und das Liebesmahl, das alltägliche Essen und das Abendmahl, aber auch das Hungern und das Überschreiten von Nahrungstabus wie der Anthropophagie.

Tanja Rudtke zeigt: In nahezu allen Lebensbereichen spielt die existentielle Notwendigkeit zu essen und zu trinken bis hin zur exquisiten Tafelfreude und zur Trunkenheit eine Rolle. Der Kult um Kulinarisches verlagert sich in neueren Texten vom Essen zum Kochen. Genderspezifische Aspekte gewinnen dabei ebenso an Bedeutung wie eine Ethik des Essens.

Inhalt

  1. Frontmatter

    Seiten 1 - 4
  2. Inhalt

    Seiten 5 - 6
  3. Einleitung

    Seiten 7 - 12
  4. Mangel und Überfluss: Märchen der Brüder Grimm- Das Schlaraffenlandmotiv: E. T.A. Hoffmann: »Nußknacker und Mausekönig«, Gottfried Keller: »Spiegel, das Kätzchen«, Walter Moers: »Der Schrecksenmeister«

    Seiten 13 - 36
  5. Barocke Schauessen: Georg Philipp Harsdörffer, Johann Klaj, Siegmund von Birken - Bürgerliche Feste: Jean Paul: »Siebenkäs«, Johann Heinrich Voß: »Luise«

    Seiten 37 - 58
  6. Punsch und Poesie: E. T.A. Hoffmann: »Der goldene Topf«Regionalküche und Nationalspeisen: Heinrich Heine: »Aus den Memoiren des Herren von Schnabe/ewopski«, »Deutschland. Ein Wintermärchen«

    Seiten 59 - 80
  7. Tafelkultur und Tischgespräch: Theodor Fontane: »Jenny Treibe/«, »Effi Briest« - Gottfried Kellers Gasthäuser: »Kleider machen Leute«, »Romeo und Julia auf dem Dorfe«

    Seiten 81 - 104
  8. Essen und bürgerliche Dekadenz: Thomas Mann: »Buddenbrooks«, »Der Zauberberg«

    Seiten 105 - 126
  9. Abendmahl, Opfermahl und Jüdische Küche: Thomas Mann: »Der Zauberberg«, Heinrich Heine: »Vitzliputzli«, »Disputation«, »Der Rabbi von Bacherach«

    Seiten 127 - 150
  10. Hunger, Ekel und Appetit: Franz Kafka: »Die Verwandlung«, »Der Hungerkünstler«- Familien bei Tisch: Franz Kafka: »Brief an den Vater«, E. T.A. Hoffmann: »Der Sandmann«, Christoph Mecke/: »Suchbild. Meine Mutter«

    Seiten 151 - 174
  11. Essen und soziales Milieu, männliches und weibliches Essverhalten: Altred Döblin: »Berlin Alexanderplatz«, lrmgard Keun: »Das kunstseidene Mädchen«, Hans Fallada: »Kleiner Mann - was nun?«

    Seiten 175 - 198
  12. Alltagsessen, Einverleibung und Ausscheidung: Günter Grass: »Die Blechtrommel«, »Der Butt«, »Das Treffen in Telgte«

    Seiten 199 - 220
  13. Essstörungen: Ludwig Fels: »Ein Unding der Liebe«, Karen Duve: »Dies ist kein Liebeslied«

    Seiten 221 - 236
  14. Kochen als Kunst, Heimatküche und fremde Speisen, Essen und Erotik: Tania Blixen: »Babettes Fest«, Monique Truong: »Das Buch vom Salz«, Martin Suter: »Der Koch«

    Seiten 237 - 254
  15. Essen und Ethik: Jonathan Safran Foer: »Tiere essen«, Karen Duve: »Anständig essen«

    Seiten 255 - 266
  16. Bibliographie

    Seiten 267 - 279
  17. Backmatter

    Seiten 280 - 284
Mehr
34,99 € *

2013-12-06, 284 Seiten
ISBN: 978-3-8376-2374-1

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Tanja Rudtke

Tanja Rudtke, Privatdozentin, Deutschland

... mit Tanja Rudtke

1. »Bücher, die die Welt nicht braucht.« Warum trifft das auf Ihr Buch nicht zu?

Essen stellt für jeden eine Notwendigkeit dar, es begleitet die unterschiedlichsten Bereiche der menschlichen Existenz, dies spiegelt sich auch in der Literatur wider. Die Ästhetisierung dieses Themas hat durch die Kombination von Realem, Alltäglichem mit Formen der Literarisierung, die abhängig von Autor und zeitlichem Kontext sind, einen besonderen Reiz.

2. Welche neuen Perspektiven eröffnet Ihr Buch?

Es beschäftigt sich mit dem Thema literaturwissenschaftlich und kulturgeschichtlich, es wird zudem auf soziologische und philosophische Aspekte Bezug genommen. Der Gang durch die Literaturgeschichte zeigt, welche Funktionen das Essen (und Trinken) einnehmen kann, welchem Bedeutungswandel es unterliegt, was Auswahl, Rahmen, Wirkung etc. anbelangt. Der Traum vom Schlaraffenland beispielsweise, aus dem realen Mangel heraus entstanden, diese Utopie des Überflusses ist in der Gegenwart für ein Teil der Menschen Wirklichkeit geworden und hat vielfache negative Konsequenzen.

3. Welche Bedeutung kommt dem Thema in den aktuellen Forschungsdebatten zu?

Das Thema ist und bleibt aktuell, das belegen die entsprechenden Neuerscheinungen verschiedener wissenschaftlicher Disziplinen. Es ist hier eine Vernetzung einzelner Bereiche festzustellen, außerdem eine Annäherung von Theorie und Praxis wie beispielsweise die Konzeption des Studiengangs Gastrosophische Wissenschaften an der Universität Salzburg zeigt.

4. Mit wem würden Sie Ihr Buch am liebsten diskutieren?

Mit Sarah Wiener, Karen Duve und Harald Lemke würde ich gerne ein Tischgespräch führen.

5. Ihr Buch in einem Satz:

Literarische Texte werden auf ihren kulinarischen Aspekt hin gelesen – wobei ›kulinarisch‹ hier nicht nur ›auf die Kochkunst bezogen‹ meint, sondern etwas umfassender verstanden wird.

Besprochen in:

www.teachersnews, 2 (2014)
GERMANISTIK, 55/3-4 (2014)
Autor_in(nen)
Tanja Rudtke
Buchtitel
Kulinarische Lektüren Vom Essen und Trinken in der Literatur
Verlag
transcript Verlag
Seitenanzahl
284
Ausstattung
kart.
ISBN
978-3-8376-2374-1
DOI
Warengruppe
1562
BIC-Code
DSB
BISAC-Code
LIT000000 LIT004170
THEMA-Code
DSB
Erscheinungsdatum
2013-12-06
Auflage
1
Themen
Literatur
Adressaten
Literaturwissenschaft, Literaturgeschichte, Kulturgeschichte, Kulinaristik
Schlagworte
Essen, Trinken, Motivgeschichte, Literatur, Mahlzeit, Tafeln, Kulinaristik, Allgemeine Literaturwissenschaft, Germanistik, Esskultur, Literaturwissenschaft

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