Aus Kinderschutzfehlern lernen

Eine dialogisch-systemische Rekonstruktion des Falles Lea-Sophie

Im November 2007 kam es in Schwerin zu einem bundesweit aufsehenerregenden Kinderschutzfall. Dabei machte man insbesondere den im Jugendamt tätigen Fachkräften Schuldvorwürfe: Warum war es nicht möglich, den Tod der fünfjährigen Lea-Sophie zu verhindern?

Das Buch zeichnet nach, wie es gemeinsam mit den am Geschehen beteiligten Fachkräften des Jugendamtes der Stadt Schwerin und ausgewählten Praxispartnern unter Beteiligung der Familienmitglieder des verstorbenen Kindes gelang, den Fall mit der Methode des dialogisch-systemischen Fall-Labors zu rekonstruieren und daraus Lehren für die Kinderschutzarbeit zu ziehen.

24,99 € *

2014-04-08, 184 Seiten
ISBN: 978-3-8376-2386-4

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Kay Biesel

Kay Biesel, Hochschule für Soziale Arbeit FHNW, Muttenz bei Basel, Schweiz

Reinhart Wolff

Reinhart Wolff, Alice-Salomon-Hochschule Berlin (emeritiert), Deutschland

.. mit Kay Biesel und Reinhart Wolff

1. »Bücher, die die Welt nicht braucht.« Warum trifft das auf Ihr Buch nicht zu?

Das Buch berichtet über ein gelungenes Experiment einer dialogisch-systemischen Untersuchung eines gescheiterten Kinderschutzfalles. Es zeigt, dass es gelingen kann, Eltern und Fachkräfte dabei zu unterstützen, neu verstehen zu lernen, weshalb ein Kind zu Schaden oder sogar zu Tode gekommen ist und dass es möglich ist, im Kinderschutz aus Fehlern zu lernen, auch wenn bereits öffentlich festzustehen scheint, wer Schuld am Tod eines Kindes hat.

2. Welche neuen Perspektiven eröffnet Ihr Buch?

Vor allem eine Perspektive: dass Menschen für ihre Handlungen und Entscheidungen stets ›gute Gründe‹ haben, auch wenn diese zu Entwicklungen führen können, die Kinder gefährden. In unserem Buch verdeutlichen wir am Beispiel des bundesweit bekannt gewordenen ›Falles Lea-Sophie‹, wie man das Konzept ›situationeller‹ bzw. ›lokaler Rationalität‹ nutzen kann, um intersystemischen Fehlerkreisläufen in konfliktreichen Fallprozessen auf die Spur zu kommen.

3. Welche Bedeutung kommt dem Thema in den aktuellen Forschungsdebatten zu?

Das Buch zeigt, wie man – orientiert an dialogisch-systemischen Rahmentheorien – eine materialreiche empirische Forschung in humaner Hilfepraxis im Bündnis von Wissenschaftlern mit den Akteuren im Feld (den Eltern als familialen Erstverantwortlichen wie den Kinderschutzfachkräften als professionellen Zweitverantwortlichen) ins Werk setzen kann. Es unterstreicht die Chance mehrseitiger Partizipationsforschung und erschließt neue Zugänge für eine qualitative Fallprozessforschung.

4. Mit wem würden Sie Ihr Buch am liebsten diskutieren?

Zuerst einmal mit der damaligen Bundesfamilienministerin, Ursula von der Leyen, die damals ohne jede Untersuchung des Falles den Mitarbeitenden des Jugendamtes die Schuld am Tod der 5-jährigen Lea-Sophie gab. Sodann mit Fach- und Leitungskräften der Jugendämter und den anderen am Kinderschutz beteiligten Fachkräften. Nicht zuletzt mit Eltern in großer Not, die zögern, freiwillig Hilfe und Unterstützung zu suchen.

5. Ihr Buch in einem Satz:

Die Dinge sind komplexer, als sie auf den ersten Blick zu sein scheinen: Manches bleibt trotz intensiver Forschung unerklärbar.

»Mit ihrer sorgfältigen Fallkonstruktion vermitteln die Autoren vielfältige Impulse zur Verbesserung der Kinderschutzarbeit.«
Soziale Arbeit, 12 (2014)
»Fesselnder und eindrucksvoller als in diesem lesenswerten Rückblick [...] wird über die systematische Arbeit in einen Fall-Labor selten berichtet.
Mit der gut begründeten und klaren Beschreibung der Forschungsmethode, illustriert durch Anwendungsbeispiele, weiten die Autoren ihr Plädoyer, aus Fehlern zu lernen, auch auf die Forschungslandschaft aus. Damit tragen sie dazu bei, dass auch die deutsche Jugendhilfe allmählich im Forschungszeitalter ankommt.«
Margit Huber, PFAD, 4 (2014)
»Das vorliegende Buch gehört in mehreren Exemplaren in jede Bibliothek einer Hochschuleinrichtung, an der Sozialarbeiter(innen)/-pädagog(inn)en ausgebildet werden.
Lehrenden stehen viele Möglichkeiten in ganz unterschiedlichen Modulen offen, das Buch oder Teile davon Gewinn bringend im Unterricht einzusetzen.«
Hans-Peter Heekerens, www.socialnet.de, 12.05.2014
Besprochen in:
Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung, 13.04.2014, Julia Schaaf
JAmt, 7-8 (2014)
Autor_in(nen)
Kay Biesel / Reinhart Wolff
Buchtitel
Aus Kinderschutzfehlern lernen Eine dialogisch-systemische Rekonstruktion des Falles Lea-Sophie
Verlag
transcript Verlag
Seitenanzahl
184
Ausstattung
kart.
ISBN
978-3-8376-2386-4
DOI
10.14361/transcript.9783839423868
Warengruppe
1578
BIC-Code
JKSN JFSP2 JPP
BISAC-Code
SOC025000 SOC026000 POL017000
THEMA-Code
JKSN JBSP2 JPP
Erscheinungsdatum
2014-04-08
Auflage
1
Themen
Gesellschaft, Familie
Adressaten
Soziale Arbeit, Soziologie, Psychologie, Familientherapie und Beratung, Kinder- und Jugendmedizin
Schlagworte
Soziale Arbeit, Kinderschutz, Jugendamt, Analyse Problematischer Kinderschutzverläufe, Serious Case Review, Risiko- und Fehlermanagement, Familie, Gesellschaft, Sozialarbeit, Jugend, Verwaltung, Sozialpädagogik, Pädagogik

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