Kritik des Habitus

Zur Intersektion von Kollektivität und Geschlecht in der akademischen Philosophie

Die Bourdieu'sche Fassung des Habitus-Begriffs findet international disziplinenübergreifende Anerkennung. In Heike Guthoffs Studie wird er mit Blick auf das sozialphilosophisch problematische Verhältnis von Subjektivität und Kollektivität einer Modifikation unterzogen. »Habitus« wird hier im Lichte der Kategorie Geschlecht betrachtet, ohne jedoch geschlechtliche Differenzen vorauszusetzen: Liegen kollektive Dispositionen, wie Bourdieu es nahelegt, immer in genau zwei Formen vor, sozusagen einmal in hellblau und einmal in rosa? Bourdieu folgend gewinnt die Autorin ihre begrifflichen Einsichten empirisch – nämlich anhand einer Analyse der Fachkultur der akademischen Philosophie.

29,80 € *

2013-06-19, 328 Seiten
ISBN: 978-3-8376-2424-3

Sofort versandfertig,
Lieferzeit 3-5 Werktage innerhalb Deutschlands

Preise inkl. Mehrwertsteuer. Versandkostenfreie Lieferung innerhalb Deutschlands, für Ausnahmen siehe Details.

Mengenrabatt

Weiterempfehlen

Heike Guthoff

Heike Guthoff, Deutschland

... mit Heike Guthoff

1. »Bücher, die die Welt nicht braucht.« Warum trifft das auf Ihr Buch nicht zu?

Weil es nicht langweilig ist: Der Band modifiziert eine etablierte Theorie anhand eines unerforschten Gegenstands mit Hilfe einer unerprobten Methode und leistet damit empiriebasierte Begriffsarbeit. Er bricht also mit einer Reihe von Selbstverständlichkeiten, ohne dabei jedoch an Anschlussfähigkeit zu verlieren.

2. Welche neuen Perspektiven eröffnet Ihr Buch?

Die Studie zielt auf eine Revision des Bourdieuschen Habitusbegriffs, da dieser in Bourdieus Spätwerk, aber auch innerhalb des Rezeptionsfeldes weg vom Kollektiv hin zum Individuum gerückt ist. Diese Begriffsverwirrung wird besonders deutlich, wenn man die Kategorie Geschlecht hinzuziehen möchte ohne sie als bedeutungsvoll vorauszusetzen, so wie Bourdieu, seine Leser/-innen und die Gender Studies es üblicherweise tun. Implizit spricht der Band damit auch die Sinnhaftigkeit von Frauenquoten an.

3. Welche Bedeutung kommt dem Thema in den aktuellen Forschungsdebatten zu?

Die Untersuchung bringt frischen Wind in jede am Habitus und an ›implizitem Wissen‹ interessierte Forschung; sie stellt eine Lösung für das Reifikationsproblem der Gender Studies bereit, indem sie das Einklammern geschlechtlicher Differenzen erlaubt; sie macht Phänomene von Intersektionalität in Abhängigkeit von Forschungsfragen greifbar; sie reflektiert den Stellenwert von Empirie innerhalb der Philosophie sowie deren vermeintliche Geschlechtsneutralität.

4. Mit wem würden Sie Ihr Buch am liebsten diskutieren?

Hannah Arendt und Pierre Bourdieu.

5. Ihr Buch in einem Satz:

Habitus revisited – frischer Wind und Zündstoff für eingefahrene Debatten.

»[Die Arbeit] überzeugt als fundierte Kritik am – in den Worten der Autorin – strukturellen Sexismus und Androzentrismus der akademischen Philosophie. Allein schon in dieser Eigenschaft dürfte sie einigen ihrer Leser_innen Momente der ehrlichen Selbsterkenntnis bescheren.«
Lisa Mangold/Jekaterina Markow, Deutsche Zeitschrift für Philosophie, 63/2 (2015)
»Ihre Arbeit [überzeugt] sowohl als philosophisches Meister(_innen)stück, das das philosophische Können der Autorin unter Beweis stellt, als auch als Kritik ebenjener Disziplin, in der sie sich bewährt. Die [...] titelgebende Anspielung auf ein berühmtes Werk der philosophischen Aufklärung ist demnach nicht bloßes Zierwerk, sondern der berechtigte Hinweis darauf, dass hier in der Tat das Subjekt der Kritik, die akademische Philosophie, sich selbst zum Untersuchungsgegenstand macht.«
Lisa Mangold/Jekaterina Markow, Deutsche Zeitschrift für Philosophie, 62/2 (2015)
»Guthoff [gelingt es], die Fachkultur der Philosophie in einem Atemzug zu kritisieren und zu bestätigen.
Denjenigen [zu] empfehlen, die an einer Weiterentwicklung der Bourdieuschen Denkwerkzeuge und/oder an (gender-)kritischer Fachkulturforschung interessiert sind.«
Barbara Scholand, www.querelles.net, 15/2 (2014)
»Eine empfehlenswerte und anregende Lektüre für die soziologische Fachöffentlichkeit (nicht nur) im Schnittfeld von Genderforschung, Bordieu-Rezeption und Wissens-/Wissenschaftssoziologie.«
Andreas Schmitz, GENDER, 2 (2014)
Autor_in(nen)
Heike Guthoff
Buchtitel
Kritik des Habitus Zur Intersektion von Kollektivität und Geschlecht in der akademischen Philosophie
Verlag
transcript Verlag
Seitenanzahl
328
Ausstattung
kart., zahlr. Abb.
ISBN
978-3-8376-2424-3
DOI
Warengruppe
1521
BIC-Code
HPS JFSJ PDR
BISAC-Code
PHI034000 SOC032000 SCI075000
THEMA-Code
QDTS JBSF PDR
Erscheinungsdatum
2013-06-19
Auflage
1
Themen
Sozialität, Geschlecht, Wissenschaft
Adressaten
Philosophie, Soziologie, Gender Studies, Kulturwissenschaft, Erziehungswissenschaft, Politikwissenschaft
Schlagworte
Habitus, Bourdieu, Kollektivität, Gender, Fachkulturen, Philosophie, Sozialität, Wissenschaft, Sozialphilosophie, Gender Studies, Wissenschaftssoziologie, Soziologische Theorie

Unsere Website verwendet Cookies, um bestimmte Funktionen bereitzustellen.

Datenschutzerklärung