Gesundheit, Genuss und gutes Gewissen

Über Lebensmittelkonsum und Alltagsmoral

Welche Rolle spielt Moral beim Kauf und Konsum von Lebensmitteln? Um diese Frage zu beantworten, untersucht Jonas Grauel den Alltag ›gewöhnlicher‹ Menschen – anstelle vordefinierter Gruppen wie z.B. Bio-Käufer. Er arbeitet vier Orientierungsmuster heraus (Verantwortung, Authentizität, Selbstsorge, Bescheidenheit) und zeichnet nach, wie sich moralische Urteile in sozialen Beziehungen entwickeln. Schließlich zeigt der Autor, dass Konsummoral auch zur Distinktion von Gruppen mit höherem bzw. niedrigerem Sozialstatus dienen kann. Die Ergebnisse offenbaren: Moral ist in routinisierte Praktiken ›eingeschrieben‹, doch aufgrund der praktischen und ethischen Komplexität des Alltags liegt ein ›richtiger‹ Konsum keineswegs auf der Hand.

Auszeichnung

Nachwuchsförderpreis Verbraucherforschung 2013 vom Kompetenzzentrum Verbraucherforschung NRW

32,99 € *

2013-10-08, 330 Seiten
ISBN: 978-3-8376-2452-6

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Jonas Grauel

Jonas Grauel, Universität Hamburg, Deutschland

... mit Jonas Grauel

1. »Bücher, die die Welt nicht braucht.« Warum trifft das auf Ihr Buch nicht zu?

Bei Konsum und Moral denken die meisten Menschen an den Kauf von FairTrade- und Bio-Produkten. Mein Buch zeigt, dass Moral als sinnhafte Unterscheidung zwischen ›gut‹ und ›böse‹ im Alltag in vielfältiger Weise präsent ist und in einer pluralen Gesellschaft verschiedene moralische Ideen und Urteile zu finden sind: Genügsamkeit, die Sorge um den eigenen Körper und die Suche nach ›authentischem‹ Essen gehören u.a. dazu.

2. Welche neuen Perspektiven eröffnet Ihr Buch?

Moral wird als lebendige Alltagsmoral betrachtet, nicht als Sache abstrakter, verallgemeinerbarer und rationaler Urteile. Doch Moral im Alltag ist oft uneindeutig und manchmal widersprüchlich; und oft wird dem Abrücken von Idealen zugunsten der praktischen Bewältigbarkeit des Alltags ein Wert für sich zugeschrieben. Das Buch zeigt: Der Alltag der Menschen hat seine Eigenlogik – weshalb bei der Lösung gesellschaftlicher Probleme nur begrenzt auf ethische Konsumentscheidungen gebaut werden kann.

3. Welche Bedeutung kommt dem Thema in den aktuellen Forschungsdebatten zu?

Die Forschungsperspektive ist konstruktivistisch, praxis- und habitustheoretisch inspiriert. Die Arbeit bezieht sich stark auf die skandinavische und angelsächsische Konsumforschung und bringt so Debatten in den deutschen Kontext ein, die bislang zu kurz kamen. Hier ging es bisher stark um Leitbilder wie den ›souveränen Kunden‹ oder den ›verantwortungsvollen Verbraucher‹. Ich betone dagegen u.a. die Relevanz von Tagesablauf, Haushaltsform und Einkaufsgelegenheiten.

4. Mit wem würden Sie Ihr Buch am liebsten diskutieren?

Am liebsten würde ich das Buch mit Menschen diskutieren, deren Verhalten deutlich von den gängigen Idealen der gesunden Ernährung und des nachhaltigen Konsums abweicht. Mich interessieren – jenseits von Rechtfertigungen und Entschuldigungen – ihre Vorstellungen, was ein ›gutes‹ Leben ausmacht.

5. Ihr Buch in einem Satz:

Eine detaillierte soziologische Analyse der Rolle und sozialen Wirkungsmacht von Moral beim Konsum von Lebensmitteln.

»Ein interessantes, aber anspruchsvolles Werk.«
http://ifane.org, 8 (2014)
»Sehr interessante, anspruchsvolle Auseinandersetzung mit dem Thema.«
Kochen ohne Knochen, 14/1 (2014)
Besprochen in:

http://teachersnews.at, 21.11.2013
anima, 29/4 (2013/4)
Thomas Kleinspehn, Deutschlandfunk, Büchermarkt, 20.03.20214 www.umweltjournal.de, 4 (2014)
www.umweltjournal.de, 22.04.2014
Autor_in(nen)
Jonas Grauel
Buchtitel
Gesundheit, Genuss und gutes Gewissen Über Lebensmittelkonsum und Alltagsmoral
Verlag
transcript Verlag
Seitenanzahl
330
Ausstattung
kart.
ISBN
978-3-8376-2452-6
DOI
Warengruppe
1729
BIC-Code
JFCV JFFT
BISAC-Code
SOC022000 SOC026000
THEMA-Code
JBCC4 JBFS
Erscheinungsdatum
2013-10-08
Auflage
1
Themen
Kultur, Esskultur, Wirtschaft
Adressaten
Soziologie, Kulturwissenschaft sowie die interessierte Öffentlichkeit
Schlagworte
Moral, Ethik, Konsum, Essen, Distinktion, Kultur, Wirtschaft, Esskultur, Kultursoziologie, Kulturwissenschaft, Soziologie

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