Beware of the Other Side(s)

Multiple Personality Disorder and Dissociative Identity Disorder in American Fiction

This interdisciplinary study examines the still vivid phenomenon of the most controversial psychiatric diagnosis in the United States: multiple personality disorder, now called dissociative identity disorder. This syndrome comprehends the occurrence of two or more distinct identities that take control of a person's behavior paired with an inexplicable memory loss. Synthesizing the fields of psychiatry and the dynamics of the disorder with its influential representation in American fiction, the study researches how psychiatry and fiction mutually shaped a mysterious syndrome and how this reciprocal process created a genre fiction of its own that persists until today in a very distinct self-referential mode.

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2013-10-02, 456 Seiten
ISBN: 978-3-8376-2488-5

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Heike Schwarz

Heike Schwarz, Universität Augsburg, Deutschland

... mit Heike Schwarz

1. »Bücher, die die Welt nicht braucht.« Warum trifft das auf Ihr Buch nicht zu?

Man muss den in der Geschichte der psychiatrischen Diagnosen einzigartigen Sonderfall der sogenannten ›Multiplen Persönlichkeitsstörung« oder nun ›Dissoziativen Identitätsstörung‹ aufarbeiten: er basiert in einem nicht unerheblichen Maße auf skandalösen, inszenierten Einzelfällen, die literarisch transformiert in das kulturelle Gedächtnis vor allem der USA gebrannt wurden. Fiktiv aufbereitete Konstruktionen wie ›Sybil‹ werden in der Folge als belegte Fälle wahrgenommen und bevölkern weiterhin unzählige filmische oder literarische Übersetzungen.

2. Welche neuen Perspektiven eröffnet Ihr Buch?

Die Studie ist interdisziplinär angelegt. In der Forschung gibt es bisher entweder rein psychiatrische Untersuchungen, welche die Diagnose dekonstruieren oder in einen zeitgenössischen Duktus der Dissoziations- und Traumaforschung übersetzen. Auf der literaturwissenschaftlichen Seite eröffnet sich das weite Feld des Doppelgängermotivs oder der Persönlichkeitsspaltung. Beide Disziplinen werden hier verknüpft – wobei deutlich wird, wie sehr bei der Inszenierung der Diagnose die Vermittlung durch fiktive Überhöhungen eine Rolle spielte.

3. Welche Bedeutung kommt dem Thema in den aktuellen Forschungsdebatten zu?

Vor allem in den 1980ern war die Diagnose in Mode, im folgenden Jahrzehnt war sie aufgrund von Überdiagnostizierung höchst umstritten und wurde schließlich umbenannt. In der akademischen Welt rückte sie danach aus dem zentralen Fokus, wirkte dennoch weiter. Der Charakter der ›Hollywoodisierung‹ zeigt den popkulturellen Aspekt der Diagnose – und doch belegt ihre Metaphorisierung einen Bedarf, psychische Grenzerfahrungen und Traumatisierungen zu versinnbildlichen. Neben Machtdiskursen und Popkulturforschung zeigt sich, dass durch Wiederholung ein Mythos Realität wird.

4. Mit wem würden Sie Ihr Buch am liebsten diskutieren?

Mit allen Autoren des ausgehenden 19. Jahrhunderts wie Robert Louis Stevenson und zeitgenössischen Schriftstellern sowie Psychiatern und Philosophen, die das Phänomen der multiplen Persönlichkeit untersucht haben. In die Diskussionsrunde würde ich vor allem auch Shirley Ardell Mason einladen, denn sie ist als ›Sybil‹ in die Geschichte der Psychiatrie eingegangen. Allerdings hat sie ihre Perspektive nie richtig erläutern können. Ihre Version der Geschichte hätte ich gerne gekannt.

5. Ihr Buch in einem Satz:

Das Buch beleuchtet das spannende und teilweise auch skandalöse Phänomen der multiplen Persönlichkeit und die wechselseitige Beeinflussung von Literatur und Psychiatrie.

Autor_in(nen)
Heike Schwarz
Buchtitel
Beware of the Other Side(s) Multiple Personality Disorder and Dissociative Identity Disorder in American Fiction
Verlag
transcript Verlag
Seitenanzahl
456
Ausstattung
kart.
ISBN
978-3-8376-2488-5
DOI
10.14361/transcript.9783839424889
Warengruppe
1564
BIC-Code
DSB JFC
BISAC-Code
LIT004020 LIT004120 SOC022000
THEMA-Code
DSB JBCC
Erscheinungsdatum
2013-10-02
Auflage
1
Themen
Psychoanalyse, Literatur, Amerika
Adressaten
American Studies, Literatury Studies, Cultural Studies, Psychology
Schlagworte
Multiple Personality, Dissociative Identity, American Fiction, Literature, Psychoanalysis, America, American Studies, British Studies, Cultural Studies, Literary Studies

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