Aufnahmen und Zuschreibungen

Literarische Schreibweisen des fotografischen Akts bei Flaubert, Proust, Perec und Roche

Intermediale Bezugnahmen zwischen Literatur und Fotografie begleitet seit jeher ein problematisches Transparenz-Apriori, das dem Text eine ähnliche Durchsicht auf die dargestellte Wirklichkeit abverlangt wie einer Fotografie. Gerät allerdings der fotografische Akt als Bezugsverfahren in den Blick, kann ein Realitätseffekt entstehen, bei dem Ähnlichkeitsansprüche zweitrangig werden. Dass dann sogar die Materialität von Sprache im Dienst der Wirklichkeitsillusion steht, zeigt Johanne Mohs in detaillierten Textanalysen zu Werken von Gustave Flaubert, Marcel Proust, Georges Perec und Denis Roche.

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2013-11-13, 260 Seiten
ISBN: 978-3-8376-2491-5

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Johanne Mohs

Johanne Mohs, Hochschule der Künste Bern HKB, Schweiz

... mit Johanne Mohs

1. »Bücher, die die Welt nicht braucht.« Warum trifft das auf Ihr Buch nicht zu?

Ich ziehe in meiner Untersuchung den fotografischen Akt – in theoretischer sowie medienhistorischer Perspektive – als Referenzrahmen für literarische Schreibweisen heran. Das ist für die Erforschung der Intermedialität von Literatur und Fotografie ungewöhnlich, aber meines Erachtens entscheidend.

2. Welche neuen Perspektiven eröffnet Ihr Buch?

Mit meinem produktionsästhetischen Ansatz kann das Wechselverhältnis der beiden Medien auf die Materialität des Schreibens und des Fotografierens bezogen werden. Bislang wurde deren Verhältnis vornehmlich darstellungs- und wirkungsästhetisch als Medienkonkurrenz in Realismusdebatten verhandelt.

3. Welche Bedeutung kommt dem Thema in den aktuellen Forschungsdebatten zu?

Die in dem Buch erfolgte Untersuchung von Präsenzeffekten ermöglicht es, die aktuell in den Geisteswissenschaften diskutierten Fragen zur Materialität und zur Performativität auf literarische Texte zu übertragen.

4. Mit wem würden Sie Ihr Buch am liebsten diskutieren?

Mit Literatur-, Medien- und Fotografietheoretikern (z.B. gerne mit Peter Geimer) und mit allen Menschen, die sich von dem Thema angesprochen fühlen.

5. Ihr Buch in einem Satz:

Mit ›Aufnahmen‹ und ›Zuschreibungen‹ werden zwei Parameter für die Erforschung der Intermedialität von Literatur und Fotografie entwickelt.

»Mohs' Untersuchung [zeigt], wie fruchtbar der Ausgang von einem anderen Medium für die Analyse von literarischen Texten sein kann.«
Jan Gerstner, r:k:m, 06.06.2014
Besprochen in:
MEDIENwissenschaft, Studentische Sonderpublikation 2017, Inka Krill
Autor_in(nen)
Johanne Mohs
Buchtitel
Aufnahmen und Zuschreibungen Literarische Schreibweisen des fotografischen Akts bei Flaubert, Proust, Perec und Roche
Verlag
transcript Verlag
Seitenanzahl
260
Ausstattung
kart., zahlr. Abb.
ISBN
978-3-8376-2491-5
DOI
10.14361/transcript.9783839424919
Warengruppe
1566
BIC-Code
DSB JFD AJ
BISAC-Code
LIT004150 PHO005000 LIT000000
THEMA-Code
DSB JBCT AJ
Erscheinungsdatum
2013-11-13
Auflage
1
Themen
Literatur, Fotografie
Adressaten
Literaturwissenschaft, Medienwissenschaft, Kunstwissenschaft
Schlagworte
Intermedialität, Literatur, Fotografie, Präsenz, Materialität, Gustave Flaubert, Marcel Proust, Georges Perec, Denis Roche, Französische Literatur, Allgemeine Literaturwissenschaft, Romanistik, Literaturwissenschaft

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