Komplexe Medienordnungen

Zur Rolle der Literatur in der deutsch-jüdischen Zeitschrift »Ost und West« (1901-1923)

Welche Rolle übernahm die Literatur in der deutsch-jüdischen Zeitschrift »Ost und West« (1901-1923)? Madleen Podewski konzipiert die Zeitschrift als eine Pressegattung, für die Heterogenität konstitutiv ist: Sie bildet ein ›kleines Archiv‹, in dem formal und thematisch Verschiedenes – Literatur, Essays, Nachrichten, Bildmaterial und Werbeanzeigen – zusammengeführt und zugleich geordnet ist. Mit dieser Perspektive kommt »Ost und West« als Ort kleinteiliger und mehrschichtiger Verhandlungen des Problemkomplexes ›Judentum‹ im Umfeld der Frühen Moderne in den Blick.

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2013-11-20, 372 Seiten
ISBN: 978-3-8376-2497-7

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Madleen Podewski

Madleen Podewski, Privatdozentin, Deutschland

... mit Madleen Podewski

1. »Bücher, die die Welt nicht braucht.« Warum trifft das auf Ihr Buch nicht zu?

Es macht einen neuen Vorschlag für den Umgang mit einer der zentralen Medienformen von Literatur: mit ihrem Abdruck in der periodischen Presse. Und dabei berücksichtigt es zum ersten Mal die Zeitschrift in allen ihren Bestandteilen und Formoptionen als ein heterogenes Ganzes – also inklusive Werbeanzeigen, Bildmaterial, Themenvielfalt, typographischer Gestaltung, Seiten- und Heftordnung etc. Aus diesem komplexen Gefüge ergeben sich dann medienspezifische Funktionen von Literatur.

2. Welche neuen Perspektiven eröffnet Ihr Buch?

Es löst sich ab vom primär sozial- oder kommunikationsgeschichtlichen Blick auf Zeitschriften und deren Literatur und schlägt eine wissensgeschichtliche Perspektive vor: Die Zeitschrift wird hier als ein Medium verstanden, in dem unterschiedliches Material ohne Verpflichtung auf diskursive Kohärenz zusammengestellt werden kann. So zeigt sie sich als schwach strukturierter und dabei kulturell enorm wichtiger Verhandlungsort, u.a. auch für den Entwurf verschiedener Funktionen von Literatur.

3. Welche Bedeutung kommt dem Thema in den aktuellen Forschungsdebatten zu?

Im Umfeld der Jewish Studies folgt es der Perspektive, Judentum als ein flexibles Konzept aufzufassen. Es gibt dabei aber die bislang dominante Fixierung auf die Identitätsprobleme jüdischer Subjekte auf und bringt medien-, literatur- und modernegeschichtliche Faktoren als eigenständige Aprioris ins Spiel. Im Umfeld der Medien- und Literaturwissenschaft geht es auf eine entschiedenere Historisierung und Sektorialisierung der Analyseobjekte ›Medium‹ und ›Literatur‹ und ihres Verhältnisses aus.

4. Mit wem würden Sie Ihr Buch am liebsten diskutieren?

Vor allem mit Wissens- und Mediengeschichtlern aus dem Umfeld der ANT bzw. AMT, jedenfalls mit Forschern, die ›Literatur‹ gerade nicht als – wie unterschwellig auch immer – etwas dauerhaft Definierbares, Gewusstes betrachten, sondern sie als ein flexibles Objekt konzipieren können, das beständigen kleinteiligen Aushandlungen unterworfen ist und die Ideen haben für Analyseverfahren jenseits textgeprägter und bedeutungssuchender Orientierungen.

5. Ihr Buch in einem Satz:

Es stellt exemplarisch die verschiedenen Funktionen heraus, die Literatur innerhalb der komplexen Medienordnung der Zeitschrift einnehmen kann.

»Eine ebenso umfassende wie akribische Analyse.«
GERMANISTIK, 56/1-2 (2015)
»Madleen Podewskis Studie [...] ist ein Impuls für die Forschung zur deutsch-jüdischen Presse und Zeitschriftenliteratur.«
Anja Kreienbrink, Zeitschrift für Germanistik, 3 (2014)
Autor_in(nen)
Madleen Podewski
Buchtitel
Komplexe Medienordnungen Zur Rolle der Literatur in der deutsch-jüdischen Zeitschrift »Ost und West« (1901-1923)
Verlag
transcript Verlag
Seitenanzahl
372
Ausstattung
kart.
ISBN
978-3-8376-2497-7
DOI
10.14361/transcript.9783839424971
Warengruppe
1563
BIC-Code
DSB JFD
BISAC-Code
LIT004170 LIT000000 SOC052000
THEMA-Code
DSB JBCT
Erscheinungsdatum
2013-11-20
Auflage
1
Themen
Literatur, Judentum
Adressaten
Literaturwissenschaft, Medienwissenschaft, Kulturwissenschaft, Jewish Studies
Schlagworte
Literatur, Judentum, Zeitschrift, Medien, Frühe Moderne, Ost und West, Germanistik, Allgemeine Literaturwissenschaft, Analoge Medien, Jüdische Studien, Literaturwissenschaft

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