Nicht Frosch – nicht Laborratte: Transmännlichkeiten im Bild

Eine kunst- und kulturwissenschaftliche Analyse visueller Politiken

Hartnäckig hält sich die Ansicht, es gäbe »in echt« nur zwei Geschlechter. Diese heteronormative Zweigeschlechtlichkeit wird sowohl durch die Wissenschaften als auch durch visuelle Repräsentationen von Geschlecht aufrechterhalten.

Als Einsprüche in solch hegemoniale Wissensformationen diskutiert Josch Hoenes queere/trans* Fotografien von Del LaGrace Volcano und Loren Cameron sowie den Film »Boys Don't Cry« aus transdisziplinärer Perspektive: Welche Potenziale besitzen kulturell-künstlerische Arbeiten, um Geschlechterformationen von Trans*personen denk- und lebbarer werden zu lassen? Und welche neuen Möglichkeiten eröffnen sie damit, (sich) zu erzählen?

32,99 € *

2014-04-30, 274 Seiten
ISBN: 978-3-8376-2524-0

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Josch Hoenes

Josch Hoenes, Carl von Ossietzky Universität Oldenburg, Deutschland

... mit Josch Hoenes

1. »Bücher, die die Welt nicht braucht.« Warum trifft das auf Ihr Buch nicht zu?

»Nicht Frosch, nicht Laborratte« zeigt, dass transgeschlechtliche Lebensentwürfe in entscheidender Weise in kulturellen und künstlerischen Praktiken produziert werden und sich nicht auf Fragen der medizinischen und rechtlichen Regulierung von Geschlecht reduzieren lassen. Anhand der Lektüre künstlerischer Arbeiten, wird gezeigt, wie sich in trans*_queeren Subkulturen Transmännlichkeiten artikulieren, die ihr Trans*sein nicht verbergen und dennoch nicht weniger echt sind als jene Männlichkeiten, die in scheinbar natürlichen Körpern fundiert sind.

2. Welche neuen Perspektiven eröffnet Ihr Buch?

Das Phänomen der Transsexualität wird nach wie vor dominant in der Figur des ›im falschen Körpers gefangen zu sein‹ gedacht. Die Auseinandersetzung mit Transmännlichkeit aus kunst- und kulturwissenschaftlicher Perspektive zeigt jedoch, dass Geschlecht wesentlich durch kulturelle Darstellungs- und Wahrnehmungskonventionen reguliert wird. Darin eröffnen sich Möglichkeiten Geschlecht umzuarbeiten, sowie Möglichkeiten sich selbst zu erzählen, die vielfältiger und komplexer sind, als es die Figur ›im falschen Körper gefangen zu sein‹ nahe legt.

3. Welche Bedeutung kommt dem Thema in den aktuellen Forschungsdebatten zu?

Anhand der Analyse visueller Repräsentationen von Transmännlichkeit zeigt die Arbeit, inwiefern Männlichkeiten sowohl in Bezug auf ›gender‹ als auch in Bezug auf ›sex‹ kulturell konstruiert sind. In diesen Konstruktionsprozessen spielen visuelle Repräsentationen eine gewichtige Rolle. Ihre Wirkmächtigkeiten und Verstehbarkeiten sind jedoch immer an konkrete kulturelle Kontexte und kollektive Praktiken gebunden. Mit der Methode der teilnehmenden Lektüre entwickelt das Buch einen Ansatzpunkt, um Wirkmächtigkeiten visueller Politiken, die sich nicht auf Fragen der Bedeutungsproduktion allein reduzieren lassen, auf die Spur zu kommen.

4. Mit wem würden Sie Ihr Buch am liebsten diskutieren?

Mit allen, die es interessiert und/oder (be-)trifft, und die über die Absurditäten und Zwänge heteronormativer Zweigeschlechtlichkeit, in denen wir alle gefangen sind, auch mal lachen können.

5. Ihr Buch in einem Satz:

Transmännlichkeiten sind komplexe Artikulationen von Geschlecht, die hegemoniale Ideale und Normen von Geschlecht bestreiten und zum Nachdenken über Männlichkeit und Transsexualität anregen.

»Der Band ist bestückt mit eindrucksvollen Fotografien, die das Potenzial besitzen, festgefahrene Denkmuster zu erschüttern.
Das Buch wirft einen kritischen Blick auf die Vorgehensweise der Academia und kann hier für ein Umdenken werben.«
Andrea Stänicke, GENDER, 2 (2015)
»Eine qualitativ hochwertige Intervention in aktuelle Debatten um Trans* innerhalb und außerhalb des akademischen Betriebs.«
Robin Bauer, Zeitschrift für Sexualforschung, 28 (2015)
Besprochen in:

Feministische Studien, 33/2 (2015), Olag Stieglitz
Autor_in(nen)
Josch Hoenes
Buchtitel
Nicht Frosch – nicht Laborratte: Transmännlichkeiten im Bild Eine kunst- und kulturwissenschaftliche Analyse visueller Politiken
Verlag
transcript Verlag
Seitenanzahl
274
Ausstattung
kart., zahlr. z.T. farb. Abb.
ISBN
978-3-8376-2524-0
DOI
10.14361/transcript.9783839425244
Warengruppe
1582
BIC-Code
ACX JFSK JFD APFA
BISAC-Code
ART015110 SOC012000 PER004030
THEMA-Code
JBSJ AGA JBCT ATF
Erscheinungsdatum
2014-04-30
Auflage
1
Themen
Geschlecht, Bild, Kunst
Adressaten
Kulturwissenschaften, Geschlechterforschung, Queer Studies, Medienwissenschaften, Kunstwissenschaften, Soziologie
Schlagworte
Visuelle Kultur, Transsexualität, Queere Theorie, Visuelle Politiken, Fotografie, Del La Grace Volcano, Loren Cameron, »Boys Don't Cry«, Gender, Bild, Kunst, Queer Theory, Kunstgeschichte des 20. Jahrhunderts, Film, Kunstwissenschaft

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