Kinder und Dinge

Dingwelten zwischen Kinderzimmer und FabLabs

Wir werden hineingeboren in eine Welt der Dinge, die uns locken und verführen, unser Begehren wecken oder die wir verabscheuen. Die Dinge sind eng verwoben mit unserem Denken und Fühlen, unseren Sinnen und mit unserer Identität.

Doch bislang haben die Dinge und unser Verhältnis zu ihnen wenig wissenschaftliche Aufmerksamkeit erfahren. Dieses Buch stellt das Verhältnis zwischen Kindern und Dingen in den Mittelpunkt. Das thematisierte Spektrum der Dinge aus der kindlichen Lebenswelt reicht vom Kuscheltier bis zum 3D-Drucker. Die digitalen Medien dürfen in der Analyse nicht fehlen, denn Kinder haben sie längst in ihren Alltag integriert. So werden auch Beobachtungen in FabLabs präsentiert, in denen Kinder mithilfe digitaler Medien Musikinstrumente oder Traumhäuser in Miniaturform herstellten.

In der Perspektive des »material-cultural turn« widmen sich die Beiträge der Frage, was der Umgang mit den Dingen für die Identitätsentwicklung bedeutet, inwiefern er die kindliche Gefühlswelt stimuliert, ästhetische Vorlieben prägt, Erinnerungen und Zukunftswünsche evoziert.

29,99 € *

2014-05-05, 228 Seiten
ISBN: 978-3-8376-2553-0

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Christina Schachtner

Christina Schachtner, Klagenfurt/München, Österreich/Deutschland

... mit Christina Schachtner

1. »Bücher, die die Welt nicht braucht.« Warum trifft das auf Ihr Buch nicht zu?

Neben den Menschen in unserer Umgebung sind es die Dinge, die unser Denken und Fühlen stimulieren, die locken, die uns faszinieren, die uns nicht immer gefallen, aber ohne die wir nicht leben können. Gleichwohl hat das Verhältnis zwischen Dingen und Menschen bislang wenig wissenschaftliche Aufmerksamkeit erfahren. Das Buch »Kinder und Dinge« soll dazu beitragen, diese Erkenntnislücke zu schließen.

2. Welche neuen Perspektiven eröffnet Ihr Buch?

Das vorliegende Buch erfasst ein breites Spektrum an Dingen, die für die kindliche Entwicklung eine wichtige Rolle spielen, angefangen von Puppen bis zu Gegenständen, die von Kindern in sog. Fabrication Laboratories (FabLabs) mit Hilfe digitaler Technik selbst hergestellt werden. Es wurden unterschiedliche Dimensionen des Verhältnisses zwischen Kindern und Dingen analysiert wie die Bedeutung des Machens und Lernens, der ästhetischen, der emotionalen, der sozialen Entwicklung. Die mikrostrukturelle Analyse wird ergänzt durch Fragen nach den Konsequenzen der Subjektivation in der Interaktion mit Dingen für die Entwicklung von Kultur.

3. Welche Bedeutung kommt dem Thema in den aktuellen Forschungsdebatten zu?

Seit den 80er Jahren ist ein wissenschaftlicher Diskurs über Dinge und Materialien entstanden, der kulturwissenschaftlich geprägt ist und als ›material cultural turn‹ bezeichnet wird. Er knüpft an früheren Diskursen wie am Strukturalismus eines Lévi-Strauss (1967) an, wonach kulturelle Codes nicht nur in der Sprache enthalten sind, sondern auch in der Welt der Gegenstände. Seither gibt es in verschiedenen Disziplinen Versuche, eine Perspektive der

Dinge zu etablieren. Derzeit wird diskutiert, ob es bei einer Querschnittperspektive bleiben soll oder ob es, wie Daniel Miller (2008) fordert, eine eigene Theorie der Dinge geben soll, wofür er die Bezeichnung ›material culture studies‹ vorschlägt.

4. Mit wem würden Sie Ihr Buch am liebsten diskutieren?

Ich würde sehr gerne mit Kindern und Jugendlichen über die Rolle von Dingen in ihrem Leben diskutieren, an welchen Dingen sie hängen und welche Dinge sie bereits in der Rumpelkammer des Vergessens gelassen haben. Ich würde genauso gerne mit alten Menschen über Dinge sprechen, die Erinnerungen aufbewahren oder mit Menschen mittleren Alters über Dinge als Statussymbole oder über die Rolle des Konsums. Mit Kollegen/-innen aus der Wissenschaft sollte der Diskurs über die theoretische und disziplinäre Einordnung der Dingwelt und ihr Verhältnis zur Sozialwelt vorangetrieben werden.

5. Ihr Buch in einem Satz:

Eine Lektüre über Bekanntes und Vertrautes, in dem gleichwohl viele Geheimnisse stecken; eine Lektüre, die auf eine Entdeckungsreise schickt.

»Der Band macht verdienstvoller Weise auf einen bislang in der Kindheitsforschung vernachlässigten Aspekt im Leben von Kindern aufmerksam. Er trägt dazu bei, das vornehmlich in westlichen Gesellschaften verbreitete Kindheitsbild zu hinterfragen, demzufolge Kindheit eine Art Schutzzone darstellt, die dem ›Ernst des Lebens‹ entzogen oder vor ihm zu bewahren sei.«
Manfred Liebel, www.socialnet.de, 07.08.2014
Besprochen in:

Pädagogische Rundschau, 6 (2014)
Autor_in(nen)
Christina Schachtner (Hg.)
Buchtitel
Kinder und Dinge Dingwelten zwischen Kinderzimmer und FabLabs
Verlag
transcript Verlag
Seitenanzahl
228
Ausstattung
kart., zahlr. Abb.
ISBN
978-3-8376-2553-0
DOI
Warengruppe
1510
BIC-Code
JFC JNA
BISAC-Code
SOC022000 EDU037000
THEMA-Code
JBCC JNA
Erscheinungsdatum
2014-05-05
Auflage
1
Themen
Kultur, Bildung, Medien
Adressaten
Kultur- und Medienwissenschaft, Pädagogik, Kindheitsforschung, Psychologie sowie die interessierte Öffentlichkeit
Schlagworte
Dinge, Materialität, Kultur, Digitale Medien, Kinder, FabLab, Medien, Bildung, Cultural Studies, Kultursoziologie, Medienpädagogik, Pädagogik, Kulturwissenschaft

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