Die Fabrikation europäischer Kultur

Zur diskursiven Sichtbarkeit von Herrschaft in Europa

Kultur ist kein gesellschaftliches Fundament, wie es etwa die Vorstellung »kultureller Wurzeln« nahelegt. Kultur ist, folgt man Walter Benjamin, stets auch Ausdruck von Herrschaft.

Am Beispiel der »Berliner Konferenz«, auf der Vertreter europäischer Politik und Zivilgesellschaft über »Europas Seele« diskutierten, erarbeitet Lars Alberth diskursanalytisch, welche interessengebundenen Erzählungen europäischer Kultur entwickelt werden, gegen welches nicht-europäische Außen sich diese richten und wer dabei als Teil von Europa sichtbar bzw. wer systematisch davon ausgeschlossen und vergessen wird.

32,99 € *

2013-10-31, 260 Seiten
ISBN: 978-3-8376-2554-7

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Lars Alberth

Lars Alberth, Leibniz-Universität Hannover, Deutschland

... mit Lars Alberth

1. »Bücher, die die Welt nicht braucht.« Warum trifft das auf Ihr Buch nicht zu?

Die Arbeit unternimmt den Versuch, den sehr schillernden Begriff der Kultur gesellschaftstheoretisch ›abzurüsten‹: Kultur ist dann kein Fundament der Gesellschaft mehr, auf das man sich berufen kann, um soziale Unterschiede und Ungleichheiten zu erklären, sondern Effekt von politischen Strategien der Herrschaftssicherung. Sichtbar werden damit eben gerade nicht politische ›Kämpfe um Kultur‹, sondern ›Kämpfe mit Kultur‹.

2. Welche neuen Perspektiven eröffnet Ihr Buch?

Neu ist in diesem Zusammenhang wohl der Zugang zur Sichtbarkeit der Europäischen Union als Herrschaftszusammenhang jenseits klassischer, politologischer und europasoziologischer Perspektiven. Anstatt auf bürokratische Herrschaft, Integrations- und Demokratiedefizite abzustellen, wollte ich zeigen, wie eine europäische Kultur von den entsprechenden Eliten definiert und damit diskursiv legitimiert wird. Ich wollte wissen, welche Geschichte sich die Herrschenden Europas selber geben.

3. Welche Bedeutung kommt dem Thema in den aktuellen Forschungsdebatten zu?

Die Arbeit leistet einen Beitrag zu jenen Ansätzen, die als ›pragmatische Wende‹ in der Kultursoziologie – mit der in Abgrenzung zu den Arbeiten Pierre Bourdieus –, die Praktiken der Gestaltung und Bewertung von kulturellen Artefakten in den Blick gerieten. Diese sehr wertvolle Perspektive auf die Fabrikation von Kultur blendet jedoch häufig systematisch Fragen der Herrschaft aus, was es m.E. zu korrigieren gilt.

4. Mit wem würden Sie Ihr Buch am liebsten diskutieren?

Mit denjenigen, die tatsächlich Kultur fabrizieren: mit den Kuratoren von Museen, mit den Organisatoren des Kulturtourismus, mit den Ethnologen im Feld, mit den Experten der UNESCO und den Programmleitern der Kulturstiftungen.

5. Ihr Buch in einem Satz:

Wer den Begriff ›Kultur‹ im Munde führt, der impliziert auch, dass jemand davon ausgeschlossen werden soll.

»Alberth leistet mit seiner Arbeit einen wertvollen Beitrag zur Gesellschaftstheorie, indem er aufzeigt, wie Kultur sowohl als Grundlage als auch als Medium gesellschaftlicher Macht- und Herrschaftsbeziehungen fungiert.«
Björn Wagner, Portal für Politikwissenschaft, 09.04.2015
Autor_in(nen)
Lars Alberth
Buchtitel
Die Fabrikation europäischer Kultur Zur diskursiven Sichtbarkeit von Herrschaft in Europa
Verlag
transcript Verlag
Seitenanzahl
260
Ausstattung
kart.
ISBN
978-3-8376-2554-7
DOI
10.14361/transcript.9783839425541
Warengruppe
1729
BIC-Code
JFC JPQB JPSN2
BISAC-Code
SOC022000 POL038000 POL011000
THEMA-Code
JBCC JPQB JPSN
Erscheinungsdatum
2013-10-31
Auflage
1
Themen
Kultur, Politik, Europa
Adressaten
Soziologie, Kulturwissenschaften, Politikwissenschaft
Schlagworte
Kultur, Herrschaft, Europa, Diskursanalyse, Berliner Konferenz, Politik, Kultursoziologie, Kulturpolitik, Europäische Politik, Soziologie

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