Was sind Gene nicht?

Über die Grenzen des biologischen Essentialismus

Gene gelten im Allgemeinen als die Essenz eines Lebewesens, die all seine charakteristischen Eigenschaften bestimmt. Aus biologischer Sicht trifft diese Vorstellung jedoch längst nicht mehr zu.

Im Mittelpunkt dieses Buches steht daher die Frage, warum und wie das essentialistische Denken die gesellschaftliche Wahrnehmung biologischer Forschungsprojekte immer noch beeinflusst. Anhand aktueller Erkenntnisse der Genetik und Epigenetik geht Kirsten Schmidt auf die Suche nach einer neuen Interpretation des Genbegriffs im Zeitalter der Postgenomik. Das Verständnis von Genen als dynamischen Prozessen erweist sich dabei als eine fruchtbare Alternative zum Essentialismus.

29,99 € *

2013-12-02, 348 Seiten
ISBN: 978-3-8376-2583-7

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Kirsten Schmidt

Kirsten Schmidt, Biologin und freie Autorin, Deutschland

... mit Kirsten Schmidt

1. »Bücher, die die Welt nicht braucht.« Warum trifft das auf Ihr Buch nicht zu?

Was macht ein Lebewesen zu ›diesem‹ Lebewesen? Die immer komplexeren biologischen Antworten auf diese Frage zeigen eines ganz deutlich: ›Die Gene‹ allein sind es sicher nicht. Mein Buch soll als philosophischer Wegweiser im Dschungel aktueller genetischer und epigenetischer Forschungsergebnisse und Konzepte dienen und zugleich Relikte der Vorstellung einer ›genetischen Essenz‹ in unserer Sprache aufspüren, die einer unvoreingenommenen Wahrnehmung der biologischen Forschung im Weg stehen.

2. Welche neuen Perspektiven eröffnet Ihr Buch?

Obwohl ›das Gen‹ in der modernen Biologie seinen Ort auf der DNA und seine Sonderrolle in der Individualentwicklung weitgehend verloren hat, reden wir immer noch so, als wären ›Gene‹ Akteure, die den Entwicklungsprozess steuern. Mein Buch zeigt ›Gene‹ in einem neuen Licht – nicht als dingliche Entitäten sondern als Prozesse. Welche genetischen und nichtgenetischen Faktoren in diesen genetischen Prozessen essentiell und welche akzidentiell sind, kann nicht sinnvoll unterschieden werden.

3. Welche Bedeutung kommt dem Thema in den aktuellen Forschungsdebatten zu?

Das Thema ›genetischer Essentialismus‹ verbindet traditionelle philosophische Fragen (etwa nach biologischen ›natural kinds‹ oder dem Wesen des Menschen) mit aktuellen Erkenntnissen der Biologie. Die Auseinandersetzung mit versteckten essentialistischen Hintergrundannahmen ist besonders in der Bioethik unerlässlich, damit die ethische Beurteilung von Forschungsvorhaben, wie der Erzeugung von Mensch-Tier-Chimären, nicht durch Assoziationen beeinflusst wird, die nicht auf der moralischen Ebene liegen.

4. Mit wem würden Sie Ihr Buch am liebsten diskutieren?

Da weder Aristoteles noch Conrad Hal Waddington, der ›Vater‹ der modernen Epigenetik, für eine Diskussion zur Verfügung stehen: mit jedem Leser, der einen philosophisch-kritischen Blick auf molekularbiologische Prozesse werfen will und der offen dafür ist, dass dabei vielleicht seine gewohnten Vorstellungen vom ›Gen‹ und seiner Bedeutung für den Organismus auf den Kopf gestellt werden.

5. Ihr Buch in einem Satz:

›Gene‹ sind keine Dinge, die wir besitzen – Genen ist ein biologischer Prozess wie Wachsen oder Verdauen und damit etwas, das wir wie alle Lebewesen tun.

Besprochen in:

Gen-ethischer Informationsdienst, 233/4 (2014), Heinz-Jürgen Voß
BIOspektrum, 2 (2015), Veronika Lipphardt
Autor_in(nen)
Kirsten Schmidt
Buchtitel
Was sind Gene nicht? Über die Grenzen des biologischen Essentialismus
Verlag
transcript Verlag
Seitenanzahl
348
Ausstattung
kart.
ISBN
978-3-8376-2583-7
DOI
Warengruppe
1521
BIC-Code
PDA HPJ PDR
BISAC-Code
PHI004000 SCI075000 PHI013000
THEMA-Code
PDA QDTJ PDR
Erscheinungsdatum
2013-12-02
Auflage
1
Themen
Leben, Wissenschaft
Adressaten
Philosophie, Biologie, Soziologie sowie die interessierte Öffentlichkeit
Schlagworte
Essentialismus, Gen, Philosophie, Epigenetik, Biologie, Genetik, Postgenomik, Leben, Wissenschaft, Wissenschaftsphilosophie, Naturphilosophie, Wissenschaftssoziologie, Soziologie

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