Denken jenseits von Dichotomien

Iranisch-religiöse Diskurse im postkolonialen Kontext

In den bisherigen Forschungen zu »muslimischen« Denkerinnen und Denkern sind die dichotomisch verwendeten Begriffe »Moderne« und »Islam« zentral. Dabei wird »Moderne« meist mit »westlich«, »säkular«, »reformerisch« und neuerdings »global« gleichgesetzt – und »Islam« mit »orientalisch«, »religiös«, »traditionell« und »partikular«.

Abbas Poya nimmt einen Wechsel der »Erzählperspektive« vor. Anhand von vier gegenwärtig wichtigen iranischen Autoren – Al-e Ahmad, Shari'ati, Sorush und Malekyan – untersucht er den Transformationsprozess in den heutigen islamisch-intellektuellen Diskursen im Lichte global vorherrschender postkolonialer Zustände und zeigt, dass ihre Gedankengänge durch die sogenannten islamischen/orientalischen Ideen ebenso geformt sind wie durch die vermeintlich säkularen/westlichen Vorstellungen.

29,99 € *

2014-10-01, 270 Seiten
ISBN: 978-3-8376-2590-5

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Abbas Poya

Abbas Poya, Universität Erlangen-Nürnberg, Deutschland

... mit Abbas Poya

1. »Bücher, die die Welt nicht braucht.« Warum trifft das auf Ihr Buch nicht zu?

Ich weiß nicht, ob es Bücher geben kann, die die Welt nicht braucht. Es kann allerdings Bücher geben, die eine bestimmte Welt nicht braucht. »Denken jenseits von Dichotomien« braucht auf jeden Fall eine Welt, die die Arroganz des Glaubens an das eigene Wissen, die Ignoranz der Überzeugung von einer einzigen Wahrheit überwindet, sich der Komplexität und Vielschichtigkeit gesellschaftlicher und intellektueller Phänomene öffnet und dadurch einen bescheidenen Umgang mit dem eignen Wissen lernen will.

2. Welche neuen Perspektiven eröffnet Ihr Buch?

Das Buch argumentiert dahingehend, dass man in den gesellschaftspolitischen und wissenschaftlichen Auseinandersetzungen die Perspektive des Anderen genauso ernst in Betracht ziehen soll wie die eigene – noch mehr, dass eine eigene Perspektive nur im Austausch mit den anderen existiert.

3. Welche Bedeutung kommt dem Thema in den aktuellen Forschungsdebatten zu?

In den kulturwissenschaftlich orientierten islamwissenschaftlichen Untersuchungen gab es immer wieder innovative Ansätze, selbstkritisch den Orientalismus zu überwinden. Die Tatsache, dass viele neuere Forschungen von Menschen mit ›orientalischen‹ Wurzeln durchgeführt wurden, hatte eine gewisse Sensibilität in die Debatten hineingebracht. Nichtsdestotrotz hat man zumeist an das eigentliche Paradigma des Orientalismus ›Ich und der/die Andere‹ festgehalten. Das Buch will diese Dichotomie in Frage stellen.

4. Mit wem würden Sie Ihr Buch am liebsten diskutieren?

Mit Jacques Derrida, der sich stets ›zwischen allen Lagern‹ (Die Zeit, 16/2013) bewegte, mit Edward Said, der immer ein Grenzgänger blieb und vor allem mit den hier vorgestellten Autoren selbst, um mit ihnen allen an einem Runden Tisch die Frage zu diskutieren, ob und wie sie sich in dieser Zusammensetzung ein Leben in einer Wohngemeinschaft vorstellen können.

5. Ihr Buch in einem Satz:

Das Buch erzählt aus einer postkolonialen Perspektive die gegenwärtig spannendsten und wichtigsten Denkansätze im Iran.

Autor_in(nen)
Abbas Poya
Buchtitel
Denken jenseits von Dichotomien Iranisch-religiöse Diskurse im postkolonialen Kontext
Verlag
transcript Verlag
Seitenanzahl
270
Ausstattung
kart.
ISBN
978-3-8376-2590-5
DOI
10.14361/transcript.9783839425909
Warengruppe
1545
BIC-Code
JFSR2 HBTR
BISAC-Code
SOC049000 POL045000
THEMA-Code
QRPP NHTR
Erscheinungsdatum
2014-10-01
Auflage
1
Themen
Postkolonialismus, Islam
Adressaten
Islamwissenschaft, Iranistik, Kulturwissenschaft, Religionswissenschaft
Schlagworte
Kultur, Iran, Islam, Postkolonialismus, Religion, Islamwissenschaft, Kulturwissenschaft

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