Abtreibung

Diskurse und Tendenzen

Zwanzig Jahre nach der gesetzlichen Neuregelung zum Schwangerschaftsabbruch in Deutschland ist in den wissenschaftlichen Debatten sowohl eine merkwürdige Ruhe als auch eine problematisierende Perspektive zu konstatieren.

Die Beiträge des Bandes gehen den Hintergründen und Folgen nach. Siebzehn Autorinnen und Autoren, u.a. Cornelia Helfferich, Dagmar Herzog und Hartmut Kreß, analysieren wissenschaftliche und öffentliche Diskurse im Spannungsfeld zwischen zunehmender Akzeptanz der reproduktiven Selbstbestimmung einerseits und anhaltenden Moralisierungstendenzen andererseits, beleuchten die Schnittstellen zwischen dem Abtreibungsthema und reproduktionsmedizinischen und bioethischen Herausforderungen aus ethischer und juristischer Perspektive und diskutieren die Erfahrungen von Frauen sowie beteiligten Professionellen – auch unter Einbeziehung von internationalen Erfahrungen.

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2014-12-04, 330 Seiten
ISBN: 978-3-8376-2602-5

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Ulrike Busch

Ulrike Busch, Hochschule Merseburg, Deutschland

Daphne Hahn

Daphne Hahn, Hochschule Fulda, Deutschland

... mit Ulrike Busch und Daphne Hahn

1. »Bücher, die die Welt nicht braucht.« Warum trifft das auf Ihr Buch nicht zu?

Mit dem Thema Abtreibung sind große persönliche wie gesellschaftliche Fragen verbunden. Zwanzig Jahre nach der gesetzlichen Neuregelung ist Abtreibung kaum noch ein Thema in öffentlichen und fachlichen Debatten. Allenfalls moralisierende und skandalisierende Betrachtungen sind zu finden, neuerlich verbunden mit neo- und rechtskonservativen Bestrebungen für die ›natürliche Familie und gegen eine Sexualität der Vielfalt. Das Buch will die sachliche Auseinandersetzung mit einem wichtigen Thema befördern.

2. Welche neuen Perspektiven eröffnet Ihr Buch?

Das Buch verbindet soziologische, politikwissenschaftliche, medizin- und berufsethische sowie juristische und historische Perspektiven. Heutige Entwicklungen zum Thema werden in den Kontext vergangener und künftig zu antizipierender gestellt und damit insbesondere auch für jüngere Leserinnen und Leser interessant.

3. Welche Bedeutung kommt dem Thema in den aktuellen Forschungsdebatten zu?

Es soll anregen, die im Buch aufgeworfenen Fragen als neue Forschung weiter zu verfolgen. Das betrifft u.a. die Einordnung in (bio-)ethische Diskurse, die Einordnung in internationale Dimensionen, die Analyse politischer und weltanschaulicher Hintergründe, aber auch empirische Befassungen mit den Perspektiven Betroffener, insbesondere von Frauen, Beraterinnen und Ärztinnen und Ärzten, zur Versorgungssituation in Deutschland, differenzierten Befunden und Ursachen.

4. Mit wem würden Sie Ihr Buch am liebsten diskutieren?

Mit allen, die an einer konstruktiven und sachlichen Diskussion interessiert sind.

5. Ihr Buch in einem Satz:

Dieses Buch zieht 20 Jahre nach der Neuregelung zur Abtreibung Bilanz und zeigt: Abtreibung ist nach wie vor ein umkämpftes und umstrittenes Thema und im Kontext der reproduktiven Rechte hochrelevant.

O-Ton: »Es gibt Frauen, die können sich die Pille nicht leisten« – Ulrike Busch im Interview bei Spiegel online am 04.04.2018.
http://bit.ly/2qgyja3
»Die Lektüre [hat sich] gelohnt, da einzelne Beiträge [...] dazu inspirieren, sich wesentlichen Fragen unsere Werte und Einstellungen betreffend wieder einmal in angemessener Tiefe und Konsequenz zuzuwenden und die Herausforderung der ihnen innewohnenden Spannungen und Ambivalenzen auszuhalten.«
Anne Fischer, Zeitschrift für Sexualforschung, 28 (2015)
»Der vorliegende Band liefert durch neue Fragestellungen, Blickwinkel und Bestandsaufnahmen viele wichtige Erkenntnisse zur Rolle der gesellschaftlichen Debatte um die Abtreibung, nicht zuletzt für die Untersuchung von reproduktionsmedizinischen Diskursen um PID und PND. Der verlorenen Brisanz wird die soziale Relevanz – vor allem was die interdisziplinäre medizinische Forschung und Auseinandersetzung mit Abtreibung angeht – entgegengehalten.«
Katharina Mahrt, Clio-online/H-Soz-u-Kult, 1 (2016)
»Durch die interdisziplinäre Herangehensweise ist das Buch für ein breites Publikum, insbesondere in der Geschlechterforschung, aufschlussreich. Herausragend gelingt die Verknüpfung der unterschiedlichen theoretischen und methodischen Herangehensweisen einzelner Beiträge.
Erfolgreich setzt das Buch den Abtreibungsgegner/-innen im deutschsprachigen Raum eine Sammlung reflektierter Beiträge aus den vielstimmigen, liberal-selbstbestimmten feministischen Positionen entgegen.« Johanna Özogul, www.querelles-net.de, 16/2 (2015)
»Der Band [ist] gründlich gearbeitet. Er bietet sich als Basis an, Schwangerschaftsabbruch in all seinen Dimensionen und fundiert sachlich zu behandeln.«
Heinz-Jürgen Voß, Deutsches Ärzteblatt, 112/24 (2015)
»Das Buch stellt einen engagierten und thematisch breit aufgestellten Versuch dar, die Diskussion um den Schwangerschaftsabbruch – inklusive der aktuellen rechtlichen Regelungen, der reproduktiven Rechte von Frauen, des Status von Embryonen, usw. – wieder anzufachen.«
Annekathrin Stange, www.socialnet.de, 09.06.2015
»Das Buch ist äußerst wichtig, weil die Themen beeindruckend analysiert und vorgetragen werden.«
Monika Jarosch, aep informationen, 2 (2015)
»Ein guter und fundierter Beitrag zum Thema Schwangerschaftsabbruch: Er eröffnet mit emanzipatorischem Anspruch eine aktuelle Debatte über Abtreibung und fordert Schwangerschaftsabbruch – berechtigt – als Grundrecht im Rahmen reproduktiver Selbstbestimmung ein.«
Heinz-Jürgen Voß, literaturkritik.de, 5 (2015)
»[Es] ist außerordentlich verdienstvoll, dass Ulrike Busch und Daphne Hahn als Herausgeberinnen mit dem vorliegenden Band [...] eine Lücke schließen.«
Ines Thonke, pro familia magazin, 2 (2015)
»Die Lektüre [ist] allen zu empfehlen, die sich umfassend über das Thema Schwangerschaftsabruch in Geschichte und Gegenwart informieren wollen.«
Mona Grosche, junge Welt, 20.02.2015
Besprochen in:

Pro Pflege – Selbsthilfenetzwerk,26.02.2015, Werner Schell
Dr. med. Mabuse, 3/4 (2015)
www.lehrerbibliothek.de, 09.03.2015, Dieter Bach
LebensForum, 112/4 (2014)
Clio, 80 (2015)
http://diestandard.at, 08.06.2015, Antje Schrupp
Femina Politica, 2 (2015), Kirsten Achtelik
Autor_in(nen)
Ulrike Busch / Daphne Hahn (Hg.)
Buchtitel
Abtreibung Diskurse und Tendenzen
Verlag
transcript Verlag
Seitenanzahl
330
Ausstattung
kart.
ISBN
978-3-8376-2602-5
DOI
10.14361/transcript.9783839426029
Warengruppe
1729
BIC-Code
JHB JFSJ HPQ
BISAC-Code
SOC022000 SOC032000 PHI005000
THEMA-Code
JHB JBSF QDTQ
Erscheinungsdatum
2014-12-04
Auflage
1
Themen
Geschlecht, Recht, Körper, Ethik
Adressaten
Sozialpädagogik, Soziologie, Psychologie, Medizin, Philosophie, Recht sowie die interessierte Öffentlichkeit
Schlagworte
Abtreibung, Schwangerschaftsabbruch, Bioethik, Reproduktionsmedizin, Selbstbestimmung, Körper, Gender, Ethik, Gender Studies, Recht, Soziologie

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