Islambild und Identität

Subjektivierungen von Deutsch-Marokkanern zwischen Diskurs und Disposition

Von den Anschlägen des 11. September 2001 bis zur Sarrazin-Debatte: Dass deutsche Musliminnen und Muslime derzeit mit einem negativen Image konfrontiert werden, ist evident. Wie jedoch wirken sich diese negativen Stereotype auf das Alltagsleben und die Identitätskonstruktionen der Betroffenen aus? Am Beispiel deutsch-marokkanischer Interviewpartner_innen weist Maike Didero nach, dass divergierende Reaktionen auf das deutsche Islambild durch unterschiedliche translokale Positionierungen erklärt werden können. Ihre Studie präsentiert auf Grundlage der Subjekttheorien von Laclau/Mouffe, Butler und Bourdieu ein innovatives Konzept zur Analyse von narrativen Identitäten als performative Praxis.

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2014-03-04, 414 Seiten
ISBN: 978-3-8376-2623-0

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Maike Didero

Maike Didero, RWTH Aachen, Deutschland

... mit Maike Didero

1. »Bücher, die die Welt nicht braucht.« Warum trifft das auf Ihr Buch nicht zu?

Weil ich darin zeigen kann, dass Bezeichnungen wie ›Ausländer/-in‹ oder ›Muslim/-in‹ nicht nur leere Worte sind, sondern als Anrufungen wirken und sich als solche tief in das Alltagsleben und die Identität der so bezeichneten Personen einschreiben. Das Buch bietet Einblick in Lebenswirklichkeiten einer in sich sehr diversen Personengruppe, von der man bisher noch zu wenig weiß.

2. Welche neuen Perspektiven eröffnet Ihr Buch?

Über das Islambild in den deutschen Medien ist bereits einiges publiziert worden. Unbekannt war bisher, wie es von ganz normalen, in Deutschland lebenden Personen wahrgenommen und empfunden wird, die mit den damit zusammenhängenden, meist negativen Images konfrontiert werden. Diese Forschungslücke wird durch meine Arbeit geschlossen.

3. Welche Bedeutung kommt dem Thema in den aktuellen Forschungsdebatten zu?

In der Geographie herrschte bisher eine gewisse Skepsis bezüglich der Vereinbarkeit von diskurs- und praxistheoretischen Ansätzen. Mithilfe des Konzepts translokaler Positionierungen kann ich zeigen, dass eine Kombination beider Ansätze nicht nur hilfreich und sinnvoll, sondern auch erkenntnistheoretisch zulässig ist. Bedingung ist eine kritische, reflektierte Auseinandersetzung mit dem Subjektbegriff.

4. Mit wem würden Sie Ihr Buch am liebsten diskutieren?

Mit allen, die sich für das Thema interessieren – sei es aus wissenschaftlicher Perspektive oder aufgrund von eigenen Alltagserfahrungen. Darüber hinaus hätte es mich während des Schreibens gereizt, mit Bourdieu und Butler in einen realen Dialog über Persistenz von Strukturen und/oder Iterabilität von Sprechakten einzutreten. Da dies nicht möglich war, blieb es beim fiktiven Dialog im Buch.

5. Ihr Buch in einem Satz:

Das Buch zeigt, wie die Alltags- und Identitätsrelevanz von Diskursen theoretisch hergeleitet und empirisch belegt werden kann.

»Chapeau für diese mutige, genaue und bereichernde Arbeit zur Identität von Menschen mit marokkanischem (Migrations-)Hintergrund in Deutschland, zum Islambild und den Klippen der Diversität.«
Felicitas Hillmann, Geographische Zeitschrift, 103/1 (2015)
Besprochen in:

IDA-NRW, 2 (2014)
www.socialnet.de, 14.10.2014, Kamal El Guennouni
Autor_in(nen)
Maike Didero
Buchtitel
Islambild und Identität Subjektivierungen von Deutsch-Marokkanern zwischen Diskurs und Disposition
Verlag
transcript Verlag
Seitenanzahl
414
Ausstattung
kart., zahlr. Abb.
ISBN
978-3-8376-2623-0
DOI
10.14361/transcript.9783839426234
Warengruppe
1662
BIC-Code
RGC JHB JFFN
BISAC-Code
SOC015000 SOC026000 SOC007000
THEMA-Code
RGC JHB JBFH
Erscheinungsdatum
2014-03-04
Auflage
1
Themen
Islam, Raum, Migration
Adressaten
Geographie, Soziologie, Islam- und Medienwissenschaft, Migrationsforschung
Schlagworte
Islambild, Marokkaner, Identität, Diskurs, Subjekt, Performativität, Raum, Migration, Islam, Kulturgeographie, Sozialgeographie, Geographie

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