Soziologische Kapitaltheorie

Marx, Bourdieu und der ökonomische Imperialismus

Sozialkapital, Kulturkapital, Gesundheitskapital, Schönheitskapital, Humankapital, Naturkapital – alles scheint heute »Kapital« zu sein. Gegen den Imperialismus der Ökonomie liest Peter Streckeisen »Das Kapital« von Karl Marx neu. Er legt das Augenmerk auf die gesellschaftlichen Formen des Kapitals und weist auf blinde Flecken in Bourdieus Kapitaltheorie hin. Seine Marxismuskritik hilft, Marx als Ökonomiekritiker neu zu entdecken und für die soziologische Kapitaltheorie zu gewinnen.

Das Buch richtet sich auch an eine interessierte Öffentlichkeit, die der zunehmenden Vorherrschaft des ökonomischen Denkens skeptisch gegenübersteht.

29,99 € *

2014-05-05, 328 Seiten
ISBN: 978-3-8376-2624-7

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Peter Streckeisen

Peter Streckeisen, Universität Basel, Schweiz

... mit Peter Streckeisen

1. »Bücher, die die Welt nicht braucht.« Warum trifft das auf Ihr Buch nicht zu?

›Die Welt‹ braucht neue Bücher, um der zunehmenden Herrschaft des ökonomischen Denkens über alle Lebensbereiche etwas entgegenzuhalten. Warum heißt Bildung heute ›Investition in Humankapital‹? Es reicht nicht, den Begriff zum ›Unwort des Jahres‹ zu erklären. Damit die Kritik den Kern der Sache trifft, muss sie rekonstruieren, wie es zu diesem ›ökonomischen Imperialismus‹ gekommen ist. Mein Buch beleuchtet solche Hintergründe und gibt uns dadurch neue ›Waffen der Kritik‹ (Marx) an die Hand.

2. Welche neuen Perspektiven eröffnet Ihr Buch?

Zum einen zeige ich auf, wie ökonomische Begriffe sich oft unbemerkt in die sozialwissenschaftliche Diskussion einschleichen, z.B. indem sich das ›Humankapital‹ als ›Sozialkapital‹ tarnt, um seine Herkunft zu verschleiern. Zum anderen lade ich dazu ein, Marx neu zu lesen: Es geht nicht allein darum, sein Kapital als Inspiration für Ökonomiekritik neu zu entdecken, sondern auch ›über Marx hinaus‹ eine genuin soziologische Kapitaltheorie zu begründen.

3. Welche Bedeutung kommt dem Thema in den aktuellen Forschungsdebatten zu?

In letzter Zeit haben Ökonomen zahlreiche Forschungsfelder der geistes- und sozialwissenschaftlichen Disziplinen erobert. Um diesem ›Imperialismus der Ökonomie‹ zu begegnen, müssen kritische Forschende dessen Funktionslogik kennen. Entscheidend ist oft das ›Framing‹ der Problemstellungen: Heute werden Forschungsgegenstände von Vornherein auf eine Weise beschrieben, die sie beinahe zwangsläufig einer ökonomischen Analyse zuführt.

4. Mit wem würden Sie Ihr Buch am liebsten diskutieren?

Mit Ihnen, liebe Leserin, lieber Leser! Es würde mich brennend interessieren, welche Zusammenhänge Sie zwischen meinen Ausführungen und Ihren eigenen Erfahrungen herstellen, sei es im Berufsleben oder im privaten Bereich. Ich habe z.B. durch die Arbeit an dieser Studie die gesellschaftliche Bedeutung der Zeit besser verstehen gelernt, die ich mit meinen Kindern verbringe, statt Vollzeit und Überstunden ›für Lehre und Forschung‹ zu arbeiten.

5. Ihr Buch in einem Satz:

Hoffentlich ein wirksames Mittel gegen Infektion durch ›ökonomischen Imperialismus‹ (zu Risiken und Nebenwirkungen lesen Sie die Packungsbeilage).

Besprochen in:

Das Argument, 309 (2014), Benjamin Gerwoll-Ronca
Autor_in(nen)
Peter Streckeisen
Buchtitel
Soziologische Kapitaltheorie Marx, Bourdieu und der ökonomische Imperialismus
Verlag
transcript Verlag
Seitenanzahl
328
Ausstattung
kart.
ISBN
978-3-8376-2624-7
DOI
Warengruppe
1722
BIC-Code
JHBA
BISAC-Code
SOC026000
THEMA-Code
JHBA
Erscheinungsdatum
2014-05-05
Auflage
1
Themen
Gesellschaft, Wirtschaft
Adressaten
Soziologie, Sozialwissenschaften, Politische Ökonomie, Kritische Ökonomie, Wirtschaftssoziologie, Wissenschaftsforschung, Marxismusforschung
Schlagworte
Humankapital, Sozialkapital, Soziologie, Ökonomischer Imperialismus, Marx, Bourdieu, Gesellschaft, Wirtschaft, Soziologische Theorie, Wirtschaftssoziologie, Kapitalismus

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