Vom Nutzen des Nichtwissens

Sozial- und kulturwissenschaftliche Perspektiven

Ignoranz, Unwissenheit und vor allem bewusstes Nicht-Wissen-Wollen gelten in den heutigen »Wissensgesellschaften« nach wie vor als anstößig. Nichtwissen wird als schnellstens zu behebender Mangel an vermeintlich unverzichtbarem Wissen begriffen.

Demgegenüber rücken die Beiträge dieses Bandes aus Sicht verschiedener Disziplinen den vielfältigen Nutzen des Nichtwissens in unterschiedlichen sozialen Kontexten ins Licht – ohne dessen Nachteile zu bestreiten.

Sie zeigen: Aktives Nichtwissen schützt vor Informationsüberlastung, vor verletzendem oder diskriminierendem Wissen und falschen Eindeutigkeiten, kann aber auch strategisch zum eigenen Vorteil genutzt werden.

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2015-10-22, 276 Seiten
ISBN: 978-3-8376-2629-2

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Peter Wehling

Peter Wehling, Goethe-Universität Frankfurt a.M., Deutschland

... mit Peter Wehling

1. Warum ein Buch zu diesem Thema?

Weil wir auch und gerade in sogenannten Wissensgesellschaften viel häufiger mit Nichtwissen und ähnlichen Phänomenen zu tun haben als rationalistische Auffassungen wahrhaben wollen; weil Nichtwissen im Zuge des wissenschaftlichen ›Fortschritts‹ nicht einfach verschwindet, sondern an Bedeutung sogar noch zunimmt; und weil Nichtwissen keineswegs immer bloß ein zu überwindendes ›Defizit‹ ist.

2. Welche neuen Perspektiven eröffnet Ihr Buch?

Im Unterschied zu vielen anderen Veröffentlichungen zum Thema konzentriert sich das Buch explizit auf die ›nützlichen‹ Seiten und Dimensionen von Nichtwissen (ohne zu bestreiten, dass fehlendes Wissen höchst schädlich sein kann). Die Beiträge des Bandes zeigen aus unterschiedlichsten Perspektiven, dass und weshalb nicht zu wissen und nicht wissen zu wollen positive gesellschaftliche Wirkungen haben kann, die weit über das strategische Ausnutzen eigener oder fremder Unwissenheit hinausgehen.

3. Welche Bedeutung kommt dem Thema in den aktuellen Forschungsdebatten zu?

Seit einigen Jahren findet die soziale, kulturelle und auch politische Bedeutung von Phänomenen und Praktiken des Nichtwissens zunehmende Aufmerksamkeit. Dabei wird zwar anerkannt, dass Nichtwissen weder unaufhaltsam durch Wissen zurückgedrängt wird noch dass der Verzicht auf Wissen zwangsläufig negativ sein muss. Dennoch fehlt es bisher an systematischen, interdisziplinären Analysen dazu, in welcher Weise und aus welchen Gründen Nichtwissen einen sozialen und normativen Eigenwert erlangen kann.

4. Mit wem würden Sie Ihr Buch am liebsten diskutieren?

Mit all denen, die weiterhin glauben, nur Wissen würde rationales, autonomes und verantwortliches Handeln ermöglichen, und die davon ausgehen, alle gesellschaftlichen Probleme, Krisen und Konflikte ließen sich dadurch bewältigen, dass wir mehr Wissen produzieren.

5. Ihr Buch in einem Satz:

Bewusstes Nichtwissen kann individuell wie gesellschaftlich überaus nützlich sein und zur Realisierung normativ wertvoller Ziele beitragen.

»Dieses Buch richtet sich sowohl an Wissenschaftler als auch an Laien, die von ausgewiesenen Experten etwas über den erst seit Neuerem vermehrt diskutierten ›Nutzen des Nichtwissens‹ erfahren möchten, ohne dabei aber auch dessen Nachteile zu bestreiten.«
Uwe Helmert, www.socialnet.de, 09.12.2015
Autor_in(nen)
Peter Wehling (Hg.)
Buchtitel
Vom Nutzen des Nichtwissens Sozial- und kulturwissenschaftliche Perspektiven
Verlag
transcript Verlag
Seitenanzahl
276
Ausstattung
kart.
ISBN
978-3-8376-2629-2
DOI
Warengruppe
1721
BIC-Code
JHB JHBA PDR
BISAC-Code
SOC026000 SCI075000
THEMA-Code
JHB JHBA PDR
Erscheinungsdatum
2015-10-22
Auflage
1
Themen
Gesellschaft, Wissenschaft
Adressaten
Soziologie, Philosophie, Literaturwissenschaft, Rechtswissenschaft, Pädagogik, Theologie
Schlagworte
Wissen, Nichtwissen, Rationalität, Ethik, Gendiagnostik, Gesellschaft, Wissenschaft, Wissenssoziologie, Soziologische Theorie, Wissenschaftssoziologie, Soziologie

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