Baukunst als unmögliche Möglichkeit

Plädoyer für eine unbestimmte Architektur

Der Begriff Architektur bezeugt die Balance zwischen »Arché« und »Techné«, die in der europäischen Entwicklung ins Ungleichgewicht zulasten der »Arché« geriet.

Christian J. Grothaus zeigt mit den Mitteln der Ästhetik und u.a. entlang an Martin Heideggers Denken über »Physis, Ge-Stell, Kunstwerk und Gegnet« Auswege aus der Dominanz einer »Techné« auf, die als Rationalität, Formalismus und Technikselbstzweck missverstanden wurde.

Eine Baukunst als unmögliche Möglichkeit kann die Architektur vor einer latenten Transzendenz-Sehnsucht und der aktuellen Virtualitätsfalle bewahren oder aus dem Tunnelblick der Bauwirtschafts-Effizienz befreien – und ihr über die Themen Präsenz, Ereignis sowie Zeit(-lichkeit) helfen, die »Arché« wiederzufinden.

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2014-06-11, 320 Seiten
ISBN: 978-3-8376-2631-5

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Christian J. Grothaus

Christian J. Grothaus, Berlin, Deutschland

... mit Christian J. Grothaus

1. »Bücher, die die Welt nicht braucht.« Warum trifft das auf Ihr Buch nicht zu?

In meinem Buch ist oft die Rede vom Aufstellen der Welt in der Welt. Brauchen tut die Welt kein einziges Druckwerk, nur ihre Bewohner – einige Bewohner. In der Frage werden ein antrainierter Reduktionismus und die Orientierung auf Ziele und Zwecke deutlich – kulturelle Erblasten, die ich kritisch hinterfrage. Zumal als Architekt, denn wenn ein Tunnelblick-Modus sich in gebauten Strukturen verfestigt, tut (anderer) Anfang dringend not. Deshalb der Versuch, die Arché wieder zu stärken.

2. Welche neuen Perspektiven eröffnet Ihr Buch?

Für Architekten: sich ihre Horizonte zu vergegenwärtigen. Diese sind nämlich nicht (nur) gebildet aus dem digitalen Milieu, Bauvorschriften, konstruktiv-technischen Zwängen oder Finanzierungs- bzw. Baustellenproblemen. Für Künstler: die Architektur zu vereinnahmen und den Architekten zu zeigen, dass ihre Arbeit etwas mit dem Begegnen zu tun hat und weniger mit dem Imaginieren. Die Wirklichkeit zum Ausgangspunkt der Bau- und Planungsarbeit zu machen und nicht die Flucht ins Ideelle anzutreten.

3. Welche Bedeutung kommt dem Thema in den aktuellen Forschungsdebatten zu?

Das Buch ist phänomenologisch und ästhetisch angelegt und führt Wahrnehmung, Fundamentalontologie, Erhabenheit, Ereignis, Materialität, Atmosphäre, Präsenz sowie Zeitlichkeit nebeneinander. Es bewegt sich dabei zwischen den Diskursen der Kunst, Architektur und Philosophie. Der Begriff der Performativität (im Sinne des ›spatial turn‹) ist ebenfalls Thema und ich frage mich, was von Architektur übrig bleibt, wenn antiauktoriale Entwurfsprozesse oder Aneignungsstrategien dominieren.

4. Mit wem würden Sie Ihr Buch am liebsten diskutieren?

Am liebsten gemeinsam handeln, arbeiten oder künstlerisch forschen – und nicht nur diskutieren – würde ich mit Nutzern, Philosophen, Architekten oder Künstlern, die auch Interesse haben, Wege für unmögliche Möglichkeiten in der Architektur zu bahnen.

5. Ihr Buch in einem Satz:

Da lasse ich Friedrich Nietzsche gern den Vortritt: ›Mein Glück. Seit ich des Suchens müde ward, Erlernte ich das Finden [...].‹

»Hartnäckig insistierend wie analytisch überzeugend durchquert der Autor Schicht um Schicht des philosophisch-ästhetischen Denkens auf der Suche nach den Linien, die seine Intention sichtbar machen können.«
Manfred Maengel, Journal Phänomenologie, 42 (2014)
Besprochen in:

Fraunhofer IRB, 6 (2014)
DBZ online, 01.09.2014
http://www.arcguide.de, 06.09.2014
Deutsche Bauzeitung, 9 (2014)
AZ/Architekturzeitung, 25.03.2015
Autor_in(nen)
Christian J. Grothaus
Buchtitel
Baukunst als unmögliche Möglichkeit Plädoyer für eine unbestimmte Architektur
Verlag
transcript Verlag
Seitenanzahl
320
Ausstattung
kart.
ISBN
978-3-8376-2631-5
DOI
10.14361/transcript.9783839426319
Warengruppe
1584
BIC-Code
AM
BISAC-Code
ARC010000
THEMA-Code
AM
Erscheinungsdatum
2014-06-11
Auflage
1
Themen
Architektur
Adressaten
Architektur, Urban Design, Künstlerische Forschung, Ästhetik, Phänomenologie, Kulturwissenschaft
Schlagworte
Architektur, Architekturphilosophie, Künstlerische Forschung, Kulturwissenschaft, Performativität

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