Der Wille zum Subjekt

Zur Genealogie politischer Inklusion in Frankreich (16.-20. Jahrhundert)

Marcus Otto unternimmt eine systemtheoretisch inspirierte genealogische Wiederbeschreibung eines Metanarrativs der Moderne, das sich als Imperativ politischer Inklusion historisch wirkmächtig an der Figur des Subjekts entfaltete. Dies impliziert die Dekonstruktion eines übergreifenden Willens zum Subjekt, der bis heute nicht nur in politischen und gesellschaftlichen Selbstbeschreibungen, sondern auch in der Historiographie vorherrscht. Mithin ist in einem umfassenden Sinne, der sich an der Figur des Subjekts kristallisiert, also der »Kopf des Königs noch immer nicht gerollt«, wie Foucault einst bezogen auf das politische Denken formuliert hat.

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2014-02-10, 372 Seiten
ISBN: 978-3-8376-2639-1

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Marcus Otto

Marcus Otto, Georg-Eckert-Institut für internationale Schulbuchforschung, Braunschweig, Deutschland

... mit Marcus Otto

1. »Bücher, die die Welt nicht braucht.« Warum trifft das auf Ihr Buch nicht zu?

Weil es eine durchaus ›unzeitgemäße Betrachtung‹ und Problematisierung des allgegenwärtigen politischen, gesellschaftlichen und historischen Bestrebens ist, immer wieder neue Akteure und Formen von ›agency‹ zu beschwören, um damit ‹kritische‹ Interpretationen zu generieren. So zeigt es, inwiefern der entsprechende permanente Imperativ der Erweiterung des Blicks auf bisher ›vernachlässigte‹ Akteure oder ›agency‹ letztlich immer wieder auf die hypostasierte Figur des (politischen) Subjekts zurückführt.

2. Welche neuen Perspektiven eröffnet Ihr Buch?

Es demonstriert, wie der Bruch zwischen der stratifizierten und der funktional differenzierten Gesellschaft in der Figur des Subjekts zugleich ermöglicht, rationalisiert, mit Ressentiment aufgeladen und politisch artikuliert worden ist. Damit zeigt es genealogisch auch die konstitutive Bedeutung von Selbstbeschreibungen für gesellschaftliche Systemdifferenzierungen sowie die moderne Koinzidenz zwischen der politischen Hypostasierung des Subjekts und seiner epistemologischen Dekonstruktion auf.

3. Welche Bedeutung kommt dem Thema in den aktuellen Forschungsdebatten zu?

Bezogen auf die Debatten um eine Erweiterung des Sozialen und vor allem im Hinblick auf die viel diskutierte Ausweitung gesellschaftlicher oder historischer Beschreibungen auf Formen nicht-menschlicher agency (Latour), legt die Argumentation des Buches eine eigentümliche Wendung nahe, die darauf abhebt, nicht nur das (menschliche) Subjekt als vermeintlich privilegierten Handlungsträger, sondern damit überhaupt alle solche Prämissen, Residuen und Derivate von agency radikal zu problematisieren.

4. Mit wem würden Sie Ihr Buch am liebsten diskutieren?

Vielleicht mit Bruno Latour, weil er es wohl auf andere Weise, ähnlich, völlig anders oder gar nicht so sehen würde...

5. Ihr Buch in einem Satz:

Der Wille zum Subjekt ist, frei nach Nietzsche, ein Übermaß an politischer Verbindlichkeit.

Besprochen in:

Portal für Politikwissenschaft, 26.06.2014, Florian Geisler
Autor_in(nen)
Marcus Otto
Buchtitel
Der Wille zum Subjekt Zur Genealogie politischer Inklusion in Frankreich (16.-20. Jahrhundert)
Verlag
transcript Verlag
Seitenanzahl
372
Ausstattung
kart.
ISBN
978-3-8376-2639-1
DOI
Warengruppe
1558
BIC-Code
HBJD JHB
BISAC-Code
HIS013000 POL010000 SOC026000
THEMA-Code
NHD JHB
Erscheinungsdatum
2014-02-10
Auflage
1
Themen
Politik
Adressaten
Soziologie, Geschichtswissenschaft, Kulturwissenschaften
Schlagworte
Subjekt, Politische Inklusion, Genealogie, Frankreich, Politik, Französische Geschichte, Politische Soziologie, Geschichtswissenschaft, Soziologie

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