Symbolische Grenzen

Zur Reproduktion sozialer Ungleichheit durch ethnische und religiöse Zuschreibungen

Einwanderer und ihre Nachfahren sind beim Zugang zu gesellschaftlichen Ressourcen und Positionen oft mit Barrieren konfrontiert. Wie werden diese in der Lebenswelt aufrechterhalten und wie werden sie umkämpft? Das Buch gewährt Einblicke in den Schweizer Schulalltag und zeigt, wie Jugendliche Ungleichheiten interaktiv über symbolische Grenzziehungen reproduzieren: Gestützt auf religiöse und ethnische Zuschreibungen wird bestimmten Einwanderergruppen soziale Anerkennung verweigert – aber auch für sie eingefordert.

36,99 € *

2014-12-02, 442 Seiten
ISBN: 978-3-8376-2657-5

Sofort versandfertig,
Lieferzeit 3-5 Werktage innerhalb Deutschlands

Preise inkl. Mehrwertsteuer. Versandkostenfreie Lieferung innerhalb Deutschlands, für Ausnahmen siehe Details.

Mengenrabatt

Weiterempfehlen

Kerstin Duemmler

Kerstin Duemmler, Eidgenössisches Hochschulinstitut für Berufsbildung, Lausanne, Schweiz

... mit Kerstin Dümmler

1. »Bücher, die die Welt nicht braucht.« Warum trifft das auf Ihr Buch nicht zu?

Wir alle kennen ethnische und religiöse Zuschreibungen gegenüber Einwanderern aus unserem Alltag. Doch die sozialen Folgen von Aussagen wie ›Ja, die Einwanderer müssen sich halt integrieren‹ bleiben uns dennoch oft verborgen. Das Buch thematisiert nicht nur die symbolischen Ein-/Ausgrenzungen, die Kinder von Einwanderern im Schulalltag erfahren. Es untersucht auch ihre Reaktionen und deckt die Rückwirkungen auf, die ihre Positionierungen zu alltäglichen Ein-/Ausgrenzungen wiederum auslösen.

2. Welche neuen Perspektiven eröffnet Ihr Buch?

Weitverbreitete, normative Paradigmen – Forderungen nach Integration der Einwanderer, Respekt von Geschlechtergleichberechtigung und einer säkularisierten Gesellschaft – werden unter einer symbolischen Grenzziehungsperspektive untersucht. D.h., die Produktion von Ungleichheiten unter den Kindern der Einwanderer und den Schweizer Jugendlichen wird in den Mittelpunkt gerückt. Neue Perspektiven werden auch eröffnet, indem interaktive Wechselwirkungen zwischen Jugendlichen aufgezeigt werden.

3. Welche Bedeutung kommt dem Thema in den aktuellen Forschungsdebatten zu?

Aktuelle Forschungsdebatten machen auf multiple, hybride Identitätsbezüge der Kinder von Einwanderern aufmerksam. Das Buch zeigt allerdings, dass sie alltäglichen Stigmatisierungen und Diskriminierungen auch mit eindeutigen Identitätsbezügen begegnen (entweder zum Herkunftsland der Eltern oder der Schweiz). Klare Identitätsbezüge müssen vor dem Hintergrund der Institutionalisierung von Grenzlinien in gesellschaftliche Schlüsselbereiche (z.B. Integrationspolitik, Rechtssystem) gesehen werden.

4. Mit wem würden Sie Ihr Buch am liebsten diskutieren?

Ich kann mir eine lebhafte Diskussion mit Fachpersonen vorstellen, die sich mit der Integration und der Diskriminierung von Einwanderern und ihren Familien beschäftigen. Interessant wären meine Resultate sowohl für jene, die direkt mit ihnen arbeiten, als auch die die rechtlichen und institutionellen Rahmenbedingungen schaffen. Gerne diskutiere ich mein Buch auch mit Lehrpersonen und Schuldirektionen. Meine Analysen können ihren Reflektionen über den Schulalltag neue Impulse geben.

5. Ihr Buch in einem Satz:

Eine theoriegeleitete, ethnografische Forschung mit zahlreichen Beispielen aus der schulischen Lebenswelt junger Erwachsener.

»Vorbildliche sozialwissenschaftliche Arbeit.«
Lisa Wolfsegger, asyl aktuell, 4 (2015)
»Ein wichtiger Beitrag für die Integrationsthematik. Eine Stärke der Studie ist, dass es gelingt, die Frage der Integration mit der Frage der Produktion von symbolischen Ungleichheiten zu verknüpfen.«
Uwe Helmert, www.socialnet.de, 27.02.2015
Besprochen in:

www.lehrerbibliothek.de, 05.03.2015, Oliver Neumann
IDA-NRW, 21/2 (2015)
asyl aktuell, 4 (2015)
Autor_in(nen)
Kerstin Duemmler
Buchtitel
Symbolische Grenzen Zur Reproduktion sozialer Ungleichheit durch ethnische und religiöse Zuschreibungen
Verlag
transcript Verlag
Seitenanzahl
442
Ausstattung
kart.
ISBN
978-3-8376-2657-5
DOI
10.14361/transcript.9783839426579
Warengruppe
1729
BIC-Code
JFFN JHMC
BISAC-Code
SOC007000 SOC002010
THEMA-Code
JBFH JHMC
Erscheinungsdatum
2014-12-02
Auflage
1
Themen
Migration
Adressaten
Soziologie, Anthropologie, Erziehungswissenschaften, Religionswissenschaften
Schlagworte
Migration, Diversität, Jugend, Schule, Schweiz, Exklusion, Kulturanthropologie, Soziologie

Unsere Website verwendet Cookies, um bestimmte Funktionen bereitzustellen.

Datenschutzerklärung