Imaginäre Dörfer

Zur Wiederkehr des Dörflichen in Literatur, Film und Lebenswelt

Das Dorf boomt – die Dörfer sterben. Während die Welt des Dorfes durch globale und regionale Strukturveränderungen zu verschwinden droht, lebt sie gegenwärtig in Literatur, Film und Populärkultur wieder auf.

Den verschiedenen Gestaltungsweisen »imaginärer Dörfer« – von der Idylle bis zum Lager – wird in diesem Band ebenso nachgegangen wie den damit verbundenen Funktionen zwischen Kompensation und Projektion, Erinnerung und Orientierung. Die Beiträge fragen: Ist das Dorf eine Lebens- und Sozialform, die Zukunft hat? Wenn ja: Wie sieht diese aus und auf welche Weise lässt sie sich auf aktuelle und historische Vorstellungen eines guten Lebens beziehen?

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2014-07-15, 542 Seiten
ISBN: 978-3-8376-2684-1

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Werner Nell

Werner Nell, Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg, Deutschland

Marc Weiland

Marc Weiland, Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg, Deutschland

... mit Werner Nell und Marc Weiland

1. »Bücher, die die Welt nicht braucht.« Warum trifft das auf Ihr Buch nicht zu?

Das Dorf ist überall. Als Differenzmarkierung zur modernen Stadt, als erinnerter, romantisierter oder fantasierter Ort, aber auch als Erlebnisraum und Projektionsfläche für Erfahrungen der Enge und Gewalt und, nicht zu vergessen, als immer noch und auch weiterhin bestehende Lebenswelt unzähliger Menschen. Das Buch thematisiert einen Bild- und Erfahrungsbereich, den jeder in der einen oder anderen Form zu kennen vermeint; und der sich in seiner Komplexität doch nicht so einfach fassen lässt.

2. Welche neuen Perspektiven eröffnet Ihr Buch?

Es geht um ambivalente Entwicklungen: Dörfer ›sterben‹ in der Fläche und ›boomen‹ in den Medien. In und mit ihnen werden Fragen des individuellen und kollektiven Erinnerns, der symbolischen und konkreten Raumgestaltung und nicht zuletzt des (nicht) gelingenden Lebens ausgehandelt – und hier erstmals aus einem breiten Spektrum global-vergleichender und interdisziplinärer Perspektiven angesprochen: von Osteuropa bis Nordamerika, von der Literatur über den Film bis zur Landschaftsplanung.

3. Welche Bedeutung kommt dem Thema in den aktuellen Forschungsdebatten zu?

Vor dem Hintergrund der zunehmenden Globalisierung und Urbanisierung ist die Frage nach dem gegenwärtigen Status des Dörflichen und Lokalen von hoher Relevanz. Dabei geht es nicht nur um Probleme des sozialen, demographischen und transregionalen Wandels. Gerade das Ineinandergreifen von imaginären und realen Raumordnungen und -gestaltungen ländlicher Lebenswelten bildet eine Schnittstelle, an der Literatur- und Kulturwissenschaftler einen produktiven Dialog mit Raumentwicklern eingehen können.

4. Mit wem würden Sie Ihr Buch am liebsten diskutieren?

Mit Urbanisten und Landschaftsplanern, mit Demographie-Beiräten und Landlust-Lesern, mit Heimatdichtern und eingefleischten Großstädtern.

5. Ihr Buch in einem Satz:

Imaginäre Dörfer zeigen die Produktivität einer ›nahen‹ Fremde für Lebensgestaltung und Selbsterkundung.

»Mit seiner Fülle an Perspektiven und Informationen wird [der Band] auf absehbare Zeit ein reichhaltiges Referenzkompendium für all jene bleiben, die sich in den verschiedenen Disziplinen der Geistes- und Sozialwissenschaften mit Aspekten des Dörflichen/Ländlichen befassen.«
Carsten Rohde, Comparatio, 8/1 (2016)
»Die Vorzüge dieses reichhaltigen Bandes liegen auf der Hand: Er provoziert die Land- und DorfhistorikerInnen dazu, sich stärker den mentalen und literarischen Konstruktionen des Dorfes zuzuwenden, er weitet den Blick auf literaturhistorische Dimensionen und die literaturtheoretische Konstruktion von vermeintlich ›realen‹ Schilderungen – die aber immer wieder autobiographisch gespeist waren. Er weitet den Blick auf europäische literarische Landschaften.«
Clemens Zimmermann, Zeitschrift für Agrargeschichte und Agrarsoziologie, 2 (2015)
»Eine Fundgrube nicht nur für zahlreiche Literatur-, Film- und Musikanregungen zu Dörfern und ländlichen Regionen, sondern auch für weitergehende Forschungsfragen zur Entwicklung und Repräsentation ländlicher Räume. Das besondere Verdienst des Sammelbandes ist es, den Blick auf Raumproduktionen im ländlichen Kontext zu lenken. Gerade angesichts der boomenden Stadtforschung stellt sich die Frage nach der Bestimmung von Räumen, die nicht als Städte, sondern als deren Gegenbild bezeichnet werden können.«
Matthias Naumann, Erdkunde, 1 (2015)
»Ein [...] anregender und empfehlenswerter Band.«
Tobias Preising, Planerin, 1 (2015)
Besprochen in:

www.hhprinzler.de, 29.08.2014, Hans Helmut Prinzler
GMK-Newsletter, 9 (2014)
MDR Figaro, 08.08.2014
Stadt und Raum, 6 (2014)
Fraunhofer IRB, 11 (2014)
Scientia Halensis, 2 (2015), Margarete Wein
Zeitschrift für Agrargeschichte und Agrarsoziologie, 2 (2015), Clemens Zimmermann
Autor_in(nen)
Werner Nell / Marc Weiland (Hg.)
Buchtitel
Imaginäre Dörfer Zur Wiederkehr des Dörflichen in Literatur, Film und Lebenswelt
Verlag
transcript Verlag
Seitenanzahl
542
Ausstattung
kart., zahlr. Abb.
ISBN
978-3-8376-2684-1
DOI
10.14361/transcript.9783839426845
Warengruppe
1562
BIC-Code
DSB JFD APFA RGC
BISAC-Code
LIT000000 PER004030 SOC015000
THEMA-Code
DSB JBCT ATF RGC
Erscheinungsdatum
2014-07-15
Auflage
1
Themen
Raum, Film, Literatur
Adressaten
Literaturwissenschaft, Komparatistik, Germanistik, Soziologie, Kulturwissenschaft, Medienwissenschaft, Sozialgeschichte sowie die interessierte Öffentlichkeit
Schlagworte
Literatur, Film, Dorf, Heimat, Idylle, Regionale Identität, Identitätsstudien, Raum, Allgemeine Literaturwissenschaft, Sozialgeographie, Literaturwissenschaft

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